Primus: Sanierung ist am teuersten

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Der erste Bauabschnitt der Primusschule, also der Bau des Kunstturmes und der Umbau des ehemaligen Grundschulgebäudes, soll bis zu den Sommerferien abgeschlossen sein.

Schalksmühle - In einer gemeinsamen Sondersitzung sprachen sich der Bau- und Planungsausschuss und der Ausschuss für Kinder, Jugend und Schule am Montag einstimmig für die Genehmigung des zweiten Bauabschnittes der Primusschule aus. Die Kosten für die baulichen Maßnahmen liegen aktuell bei rund 4,6 Millionen Euro.

Von Alisa Kannapin

Die Umbaumaßnahmen im ehemaligen Haus 1 der Verbundschule sehen unter anderem wie folgt aus:

- Schwerpunkte des Raumkonzeptes sind offene Räume und Transparenz, daher planen die Architekten den Einbau von Stahl-Glaswänden.

- Im Eingangsbereich ist die Errichtung einer im Bogen verlaufenden, mit Öffnungen versehenen Holzfassade vorgesehen. Diese Fassade bietet eine Orientierung hin zum neuen Eingang, der sich rechts anschließen wird. Hinter der Holzfassade soll ein grünes Klassenzimmer eingerichtet und bewegliche Wandscheiben eingebaut werden.

- Der Einbau eines Aufzuges soll erstmals eine barrierefreie Mobilität in der gesamten Schule ermöglichen.

- Da das Schulgebäude rund 40 Jahre alt ist, müssen energetische Sanierungen vorgenommen werden: Die Außenfassade soll ein Wärmedämmverbundsystem und in Teilbereichen eine Holzfassade erhalten. Zudem ist ein Großteil der alten Dachflächen sanierungsbedürftig. Darüber hinaus müssen fast alle der alten Versorgungsleitungen neu verlegt und die Beleuchtung auf LED-Technik umgestellt werden. Hier ist die Beantragung einer Förderung angedacht, die 30 Prozent der Kosten übernimmt.

Das Team um das zuständige Architektenbüro „FuN“ stellte die Umbaumaßnahmen vor. Durch eine Überarbeitung der Pläne konnte eine Einsparung in Höhe von rund 200 000 Euro erreicht werden: Der Musikraum und die Lehrküche sind in Absprache mit der Schulleitung der Primusschule nun im ehemaligen Grundschulgebäude eingeplant.

Architekt Christoph Feld wies auch darauf hin, dass 74 Prozent der Kosten für den Umbau des zweiten Bauabschnitts für die energetische Sanierung und die Instandhaltung der Bausubstanz verwendet werden, und nur 26 Prozent für die eigentlichen Primus-Maßnahmen. Der Großteil der Kosten wären damit kurzum sowieso auf die Gemeinde zugekommen.

Die Errichtung der abgerundeten Holzfassade im Eingangsbereich und die Nutzung des offenen Raumes dahinter als sogenanntes grünes Klassenzimmer wurde im Ausschuss länger diskutiert. Während die SPD in Frage stellte, ob sich ein offener Raum ohne Dach bei den hiesigen Wetterverhältnissen wirklich lohnen würde, betonten unter anderem Klaus Nelius (UWG), Architekt Christoph Feld oder auch Susanne Ebert (FDP), dass der Eingangsbereich durch die Lösung eine deutliche Aufwertung erfahre, vielfältiger zu nutzen sei und so auch die Jahreszeiten für die Schüler erlebbarer würden. Auch die Option, durch verschiebbare Scheiben den Raum weiter in Richtung Pausenhof zu öffnen (diese Lösung kostet zusätzlich 18 000 Euro), befürworteten die Politiker.

Der erste Primus-Bauabschnitt soll bis zu den Sommerferien fertig sein. Der Rat will in seiner nächsten Sitzung am 2. Februar über die Umsetzung des zweiten Bauabschnitts abstimmen.

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