Primus: Lernbüros statt Klassen

+
SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas (3. von li.) besuchte gemeinsam mit den Schalksmühler SPD-Lokalpolitikern Lutz Schäfer und Guido Pahde die Primusschule und schauten in der Stunde von Lehrerin Belinda Demmler (re.) vorbei.

Schalksmühle - Über den Sachstand und die Entwicklung der Primusschule informierte sich am Mittwoch SPD-Landtagsabgeordneter Gordan Dudas. Mit den Schalksmühler SPD-Lokalpolitikern Lutz Schäfer und Gudio Pahde stattete er Schulleiterin Martina Schumacher einen Besuch ab.

Von Alisa Kannapin

Die Rektorin gab zunächst einen Überblick über die Schule: Je 60 Kinder besuchen den ersten und zweiten Jahrgang. Da an der Primusschule nicht mehr von Klassen, sondern von Lerngruppen gesprochen wird, hakte Gordan Dudas mal nach: „Wechseln die Kinder in den Gruppen?“ Martina Schumacher erklärte das Prinzip der Lernbüros, in denen die Hauptfächer Deutsch, Mathe und Englisch unterrichtet werden, und die Werkstatt- beziehungsweise Projektarbeit. „Jeden Morgen entscheiden die Schüler selbst, in welchem Lernbüro sie heute arbeiten möchten“, sagte Schumacher.

Auf Nachfrage von Gordan Dudas erklärte die Rektorin, dass jedoch kein Kind einen Bogen um ein bestimmtes Fach machen kann. „Die Klassenleitungen haben einen Übersichtsplan und können dort nachsteuern, wo es nötig ist.“ Bei der Gruppengröße seien die Schüler auch mal selbst gefragt. „Wenn die Lernbüros zu voll sind, teilen die Schüler unter sich auf, wer stattdessen in eine andere Gruppe wechselt“, sagte Schumacher. Dudas lobte, dass das auch die Eigenverantwortung der Schüler fördere.

Eine Benotung im klassischen Sinne gebe es an der Primusschule bis einschließlich der achten Jahrgangsstufe nicht. Stattdessen erhalten die Schüler Lernentwicklungsberichte. „Aber wie können Personalverantwortliche oder andere Schulformen die Leistungen der Schüler anhand der Berichte interpretieren?“, fragte Dudas. Um eine Gleichmäßigkeit herzustellen, vergebe die Schule ab Stufe 9 traditionelle Noten, beantwortete Schumacher die Frage.

Dudas interessierte auch, inwiefern die Schule den bürokratischen Aufwand meistere, da die Einrichtung in einigen Bereichen Neuland betrete und darüber auch der Landesregierung zu berichten habe. „Wir haben eine automatische Evaluierungskultur eingeführt und die Stärken und Schwächen der jeweiligen Projekte fließen direkt wieder in die Arbeit mit ein“, sagte Schumacher. Das Hauptproblem sei aber, dass die Schule zu wenig Mitarbeiter habe. „Zuviele Aufgaben für zu wenig Schultern.“ Das spiegele sich auch im Bereich Inklusion wieder: Einen extra eingestellten Sonderpädagogen gibt es nicht. Schumacher: „Ab dem kommenden Schuljahr haben wir aber fünf Schüler mit Förderbedarf, dann wird mindestens eine Kraft gebraucht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare