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Preisanpassung auch beim Eis nicht vermeidbar

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Von: Monika Salzmann

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Spaghetti-Eis und Spaghetti-Eis Giallo Nero gehören im Eiscafé Valentina - im Bild Namengeberin Valentina Sapero - zu den häufig nachgefragten Eiskreationen.
Spaghetti-Eis und Spaghetti-Eis Giallo Nero gehören im Eiscafé Valentina - im Bild Namengeberin Valentina Sapero - zu den häufig nachgefragten Eiskreationen. © Salzmann, Jakob

Der Sommer ist perfekt für ein Eis, aber die Stimmung ist getrübt. Angesichts der enormen Kostenexplosion bei Rohstoffen, die in allen Lebensbereichen zu spüren ist und auch vor dem Eis nicht Halt gemacht hat, macht sich die Familie Sorgen, wie lange sie die Preise noch halten kann.

Schalksmühle – Wer gern italienisches Eis isst, hat in Schalksmühle im Eiscafé Valentina am Rathausplatz eine feste, lieb gewonnene Anlaufstelle. Seit dem Jahr 1992 verwöhnt die Familie Sapere – Bruno Sapere und Ehefrau Beatrice sowie Tochter Valentina – Schalksmühler und auswärtige Gäste mit der süßen Leckerei, die Glücksgefühle weckt und den Sommer erst richtig zum Sommer macht.

Das Eis stellt Bruno Sapere, der die Geschäftsführung seines Eiscafés 2017 in die Hände von Tochter Valentina legte, in der Sommerzeit täglich frisch in Handarbeit her. Neben Klassikern wie Vanille, Erdbeer oder Schokolade bietet der Schalksmühler seinen Kunden – darunter immer mehr Eis-Fans aus den umliegenden Städten und Gemeinden – auch ausgefallene Sorten wie Zitrone-Basilikum, Quark-Sanddorn, Buttermilch-Pfirsich-Maracuja und Joghurt-Holunder an. Bei Stammkunden sind letztere, da an heißen Tagen besonders erfrischend, die Renner.

Eis macht den Sommer erst richtig zum Sommer. Beim eingeschränkten Service gilt derzeit: „Nur außen und mit Selbstbedienung.“
Eis macht den Sommer erst richtig zum Sommer. Beim eingeschränkten Service gilt derzeit: „Nur außen und mit Selbstbedienung.“ © Salzmann, Jakob

Ungetrübt ist die Stimmung im Hause Sapere dieser Tage allerdings nicht. Angesichts der enormen Kostenexplosion bei Rohstoffen, die in allen Lebensbereichen zu spüren ist und auch vor dem Eis nicht Halt gemacht hat, macht sich die Familie Sorgen, wie lange sie die Preise noch halten kann. Noch kostet eine Kugel Eis im Eiscafé Valentina 1,10 Euro – wie seit drei Jahren. Verglichen mit Preisen in größeren Städten ist dies günstig, wie die Schalksmühler immer wieder von Kunden hören. Die Preise zu erhöhen, widerstrebt Bruno Sapere jedoch innerlich. „Wir sind zum Glück ein Familienbetrieb“, sagt der gebürtige Kalabrier, der in Schalksmühle eine Institution ist.

Angesichts einer Teuerungsrate von 40 Prozent bei Milch und Sahne – Zutaten, auf die er bei der Herstellung seiner vielfältigen Eiskreationen und Eistorten nach eigenen Rezepten nicht verzichten kann – und 20 Prozent bei anderen Rohstoffen, weiß er allerdings nicht, wie lange er sich das noch leisten kann. Von Rohstoffknappheit und gestiegenen Energiekosten ganz zu schweigen. Für Lieferantenfahrten muss er wesentlich mehr als früher bezahlen. „Ich versuche, den Preis so lange zu halten, wie es geht“, sagt Bruno Sapere, der sich noch gut an die Anfangszeit in Schalksmühle, als eine Kugel Eis noch 50 Pfennig kostete, erinnern kann. „Eine kleine Portion Eis kostete damals 2 D-Mark.“ Lang ist’s her.

„Ich versuche, mich in die Situation anderer Leute hineinzuversetzen“, sagt Bruno Sapere, der Tochter Valentina immer noch tatkräftig unterstützt. Die Eisherstellung ist sein Metier. Er möchte, dass sich auch Familien mit drei/vier Kindern noch ein Eis auf die Hand oder im Becher erlauben können. Bei Eisbechern, die es in großer Auswahl in der Eisdiele gibt, kam der Schalksmühler allerdings bei allem Unbehagen nicht um eine moderate Preisanpassung umhin. Dass alles teurer geworden ist, empfindet er als demotivierend und zutiefst bedrückend.

Hinzu kommt, „dass es immer schwieriger wird, zuverlässiges Personal zu bekommen“. Der Personalmangel, den alle Gastronomen beklagen, trifft auch ihn. Den gewohnten Service hat die Familie Sapere, die ihr Eis auf Bestellung auch mobil bei Geburtstagen oder Hochzeiten offeriert, in diesem Jahr eingeschränkt.

„Nur außen und mit Selbstbedienung“, erklärt Bruno Sapere, der vor allem gesundheitliche Gründe für die Einschränkung des Services anführt. Der Kontakt mit den Kunden fehlt ihm allerdings sehr.

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