Hilfloser 18-Jähriger in Dahlerbrück aufgegriffen 

Zu harter Einsatz gegen nackten Mann an Bundesstraße? Vorwürfe gegen Polizisten

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Dahlerbrück - Ein nackter junger Mann sorgte am Dienstagvormittag gegen 10.30 Uhr für einen Polizeieinsatz an der B54 (Volmestraße). Die Art und Weise des Einsatzes zog aber Kritik nach sich.

Nach Polizeiangaben war der offenkundig hilflose 18-Jährige zuvor in einer Behindertenwerkstatt an der Schulstraße als vermisst gemeldet worden. Zeugen griffen ihn kurze Zeit später an der Bundesstraße in Höhe der Firma Mahindra CIE Falkenroth auf und verständigten die Polizei, die ihn „fixierte und dem Rettungswagen übergab“, wie Polizeisprecher Dietmar Boronowski auf Anfrage der Redaktion erklärte. 

Bei einem der Hinweisgeber stieß der Polizeieinsatz allerdings auf Unverständnis. Der Schwelmer Hartmut Grünewald hatte den jungen Mann nach eigenen Angaben zunächst von der Straße gelotst und besänftigend auf ihn eingeredet. „Als die Polizei eintraf und der Name des jungen Mannes nicht unmittelbar klar war, hat ein Beamter ihn mit Handschellen gefesselt und zu Boden geworfen“, schilderte Grünewald unserer Redaktion gegenüber das Geschehen. 

Es habe sich um einen unverhältnismäßigen Einsatz roher Gewalt gehandelt. „Der Mann lag wie ein Häufchen Elend da und schaute mich fragend an, nachdem ich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hatte. Der hat doch niemandem etwas getan“, sagt Grünewald, der sich offiziell bei der Polizei über das Vorgehen beschweren will. 

Zu den genauen Hintergründen des Einsatzes konnte Polizeisprecher Dietmar Boronowski am Dienstag nichts sagen. Aber: „Dem Zeugen stehen natürlich alle Wege der Beschwerdeführung offen. Der Vorgang wird dann selbstverständlich geprüft.“ Dem 18-Jährigen gehe es aber gut, erklärte der Polizeisprecher. Der junge Mann wurde im Klinikum Lüdenscheid untersucht und in die Obhut seiner Mutter gegeben.

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