Kreuzkirche als Kultur- und Begegnungszentrum

Dritte Orte: Erster Einblick in das Konzept für die Kreuzkirche

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Die Kreuzkirche soll zu einem Ort der Kultur, Bildung und Begegnung werden.

Schalksmühle -  Bei dem Projekt Dritter Ort ist die Gemeinde Schalksmühle nun einen Schritt weiter. Es geht nun um die Förderphase 2 und damit um die Umsetzung der Idee.

„Ich möchte Danke sagen dafür, dass die Dinge soweit gediehen sind“, sagte Bernd Müller, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Sport. Gemeint war der Fortschritt, den die Konzeptarbeit am Projekt Dritte Orte gemacht hat. Sie wurden den Politikern am Dienstag vorgestellt wurde. 

Bekanntlich hatte die Gemeinde sich mit ihrer Idee, die ehemalige Kreuzkirche von der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück zu übernehmen, um dort ein Kultur-, Bildungs- und Begegnungszentrum zu errichten, um Fördermitteln des Landes NRW erfolgreich beworben. Es ging um Mittel aus dem Förderprogramm „Dritte Orte – Konzeptentwicklung für die kulturelle Infrastruktur im ländlichen Raum“. Bewerbung um Förderphase 2 Mit dem Geld habe man in den vergangenen acht Monaten versucht, gemeinsam mit verschiedenen lokalen Kulturakteuren und Interessierten ein Konzept für die Umnutzung der Kreuzkirche zu entwickeln und sich damit um die Förderphase 2, die Umsetzungsphase, zu bewerben, heißt in einer entsprechenden Vorlage der Verwaltung. 

Corona hat Einfluss auf Planung

Leider sei ein Großteil der geplanten Aktionen zur Beteiligung und Einbindung der Bürgerschaft den Auswirkungen der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Hinzu komme, dass der Fachbereich Bildung, Kultur und Sport seit März intensiv in das kommunale Management der Corona-Auswirkungen eingebunden gewesen sei und nur überschaubare Zeitkontingente in das Dritte-Orte-Projekt einfließen lassen hatte können. Weitere Schritte der Konzeptentwicklung und -konkretisierung seien ab Mitte März 2020 deshalb lediglich im Rahmen von einzelnen Treffen des engeren Kernteams sowie per Telefonkonferenz und E-Mail vorangetrieben worden.

Der erste Konzeptentwurf wurde vorgestellt.

Insgesamt sei das Konzept daher leider noch nicht so weit entwickelt, wie ursprünglich geplant. Vorstellung des Konzeptentwurfs Um bis zum Einsendeschluss, 31. August, das Konzept vollständig vorliegen zu haben, sei man nun mit Hochdruck wieder bei der Sache. Unterstützt wird die Verwaltung vom Büro Projaegt aus Ahaus, dessen Regional- & Projektmanager Michael Führs den ersten Entwurf am Dienstag vorstellte und meinte, dass es jetzt für alle Beteiligten „ans Eingemachte geht“. Zunächst seien bei der Erstellung der Unterlagen bestimmte Bedingungen zu beachten – unter anderem, dass ein schlüssiges Konzept vorliegt und dass die Idee „Dritte Orte“ richtig umgesetzt wurde. 

Bürgerbeteiligung ist den Planern wichtig

Wert werde auch auf die Bürgerbeteiligung und die Entwicklungsfähigkeit des Konzepts gelegt. Diese Punkte und einige weitere seien vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie verfasst worden, sagte der Planer. Dennoch ergeben sich daraus viele Aufgaben für die Verantwortlichen, vor allem im Bereich der Vermittlung in der Öffentlichkeit und dem Wecken von Interessen in der Bürgerschaft. 

Aber auch die Schalksmühler seien jetzt gefordert. Das Projekt brauche weitere freiwillige lokale Akteure. Bislang lägen der Verwaltung acht Willensbekundungen zur aktiven Teilnahme auf dem Schreibtisch. Weitere wären erwünscht. Zweistufige Vorgehensweise Die Gemeinde und die Planer haben vor, das Projekt in zwei Stufen voranzutreiben. In der ersten Stufe soll ein reduzierter Start des Projektes mit der Dritte-Orte-Förderung für die Kirche und das Gemeindezentrum vollzogen werden. Auf der zweiten Stufe soll in naher Zukunft der Endausbau mit Geldern aus der Städtebauförderung geschehen. 

Systematische Kulturarbeit als Ziel

Der Konzeptentwurf stellt, so zeigte es der Projektmanager auf, die spezifische Ausgangslage in Schalksmühle vor. Er geht auf die bislang stark kommunal geprägte Kulturarbeit, die räumliche Distanz zwischen Kultur- und Bildungsprogrammen und die teilweise suboptimalen räumlichen Gegebenheiten ein. Zudem stellt er heraus, dass es in der Gemeinde keine zentrale Kulturadresse gibt. Michael Führs meint, dass man deshalb die Kulturarbeit systematisieren müsse. 

Das Projekt sei ein wichtiger Baustein dafür. In diesem Zusammenhang stellt der Konzeptentwurf deutlich heraus, dass „Dritte Orte“ als Impuls eine „schlanke Kulturentwicklungsplanung“ dienen soll. Mögliches Raumprogramm Bürgermeister Jörg Schönenberg erklärte, dass man zunächst mit einer „kleinen Lösung“ schnell durchstarten werde. Für die „große Lösung“ brache man eine umfangreiche Planung und die Mittel aus der Städtebauförderung sowie aus der Regionale 2025. Das ziehe sich hin. 

Kirchenschiff als Konzertraum

Das Kirchenschiff wird nach einigen Umbauarbeiten (Bühne, Licht, Technik, Bestuhlung) als Kultur-/Konzertveranstaltungsraum dienen. Im Gemeindezentrum stehen drei Gruppenräume, eine Küche, Sanitäranlagen, ein Putzmittelraum und das Eingangsfoyer zur Verfügung. Die Räumlichkeiten eignen sich als Proberäume für die Musikschule. Benötigt werden jedoch insgesamt fünf bis sechs Räume. Diese sollen in der zweiten Umsetzungsphase entstehen. 

Die Lagerräume im Anbau werden auf jeden Fall bereits in der ersten Phase benötigt. Eine Nutzung des Pfarrhauses und des Anbaus (zwei Wohnungen) ist mit den derzeitigen Raumzuschnitten nicht denkbar. Benötigt werden Räume mit mindestens 25 bis 30 Quadratmetern (Proberäume Musikschule) oder sogar 40 bis 50 Quadratmeter (VHS-Räume). Gänzlich fehlt jedoch eine Räumlichkeit für den notwendigen Bewegungsraum (rund 100 Quadratmeter) den sowohl VHS als auch Musikschule (Ballett) benötigen. 

Alle genannten Räumlichkeiten benötigen Raumhöhen von rund drei bis dreieinhalb Metern, was in den vorhandenen Gebäuden nicht gegeben ist. Das Herzstück, also der Empfangs-/Gastro- und Begegnungsbereich wird verschiedenste Funktionen erfüllen, wie etwa Treffpunkt, feste Anlaufstelle, Gastronom, Leseecke, Internet-Café.

Augenmerk auf zentrale Funktionen

Der bisherige Eingangsbereich ist dafür zu klein. Auf diese zentralen Funktionen soll jedoch in diesem Projekt ein besonderes Augenmerk gelegt werden. So werde es auch im Konzept betont, sagte Michael Führs. Entwurf der Finanzierung Bis dahin liegen der Verwaltung noch nicht abschließend alle Informationen hinsichtlich des Punktes „Kosten und Finanzierung“ vor. Die Verantwortlichen schätzen jährlichen Fixkosten für die Gemeinde als Besitzer der Immobilie auf 32 600 Euro. 

Insgesamt könnten sich die Gesamtkosten auf 573 600 Euro belaufen. Es würden sich also Mehrkosten von 11 100 Euro ergeben. Der Ausschuss empfiehlt einstimmig dem Gemeinderat die Umsetzung des Projektes Dritte Orte auf der Grundlage des vorgelegten Konzeptes und der Zustimmung zu einer Bewerbung um weitere Fördermittel in Höhe von 450 000 Euro aus dem Förderprogramm des Landes NRW Dritte Orte und und die Bereitstellung des Eigenanteils in Höhe von 112 500 Euro. Die Mittel sind verteilt auf die drei Jahre (Förderphase).

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