Pilot-Bauprojekt am Ramsloh ist fertig

+
Über eine Länge von rund 240 Metern wurden der Bachverlauf der Wilfesche neu modelliert und mit Rundhölzern einzelne Etagen angelegt.

Schalksmühle - Gemächlich plätschert das Wasser des Baches Wilfesche die Etagen der Anlage hinunter, über Baumstämme, Geäst und Weiden-Stecklinge hinweg. Doch mit der naturnahen Umgestaltung des Bachbettes – ein Pilot-Projekt in der Region – kann die Wilfesche nun auch deutlich größere Wassermengen fassen.

Von Alisa Kannapin

Wo früher tiefe Gräben die Wiese am Ramsloh wie in zwei Abschnitte aufteilten, ergibt sich nun wieder ein nahezu ebenes Bild. Nötig wurde die Baumaßnahme unterhalb des Gewerbegebietes, da die Wilfesche durch Wassermengen, die aus dem Stauraumkanal in der Straße Gewerbering bei starkem Regen in den Bach abgeleitet werden, stark ausgespült war. Streckenweise war das Gelände mehrere Meter tief ausgehöhlt und wies Erosions-Schäden auf.

Die Bezirksregierung Arnsberg und die Untere Wasserbehörde des Märkischen Kreises forderten die Gemeinde auf, das Bachbett auszubauen. In diesem Zuge sollte auch das Umfeld rund um die Einleitungsstelle, für die der Ruhrverband zuständig ist, verbessert werden.

Die Baumaßnahmen sind nun abgeschlossen und am Dienstag machten sich Vertreter der Gemeinde, der Bezirksregierung Arnsberg, des Ruhrverbandes und der Unteren Wasserbehörde des Kreises ein Bild von der neuen Anlage. Bei diesem ingenieurbiologischen Gewässerausbau handelt es sich in der Region um ein Pilot-Projekt, das bei den Vertretern der Behörden auf Zustimmung stößt.

Stand zunächst zur Diskussion, ein Regenrückhaltebecken zu bauen, einigte sich die Gemeinde schließlich mit den Behörden und dem Ruhrverband darauf, möglichst wenig in die Natur einzugreifen und das Bachbett über eine Länge von rund 240 Metern in Form einer Etagen-Anlage neu zu modellieren. Dieses Verfahren wird laut Ruhrverband vor allem im Hochgebirge angewandt.

Ende November begann das beauftragte Unternehmen Feldhaus mit den Arbeiten an der Wilfesche. Um an das Gewässer zu gelangen, wurden Bäume gefällt und der ausgespülte Graben nach beiden Seiten hin mit einem 26 Tonnen schweren Bagger geebnet. So kann sich der Fluss bei großen Wassermengen nun weiter ausbreiten.

Oberhalb der Einleitungsstelle ließ der Ruhrverband eine durchlässige Gabionenwand installieren und mehrere große Steine aufschütten, die das einstürzende Wasser brechen und Energie herausnehmen sollen.

Die einzelnen Etagen des Bachbettes legte das Bauunternehmen mit Rundholzschwellen an und füllte die Treppen mit Fichtenästen in der sogenannten Gitterbuschbau-Technik an. Dabei werden die Äste jeweils quer und mit der Fließrichtung geschichtet und mit Bodenmasse verfüllt. Zusätzlich wurden die Treppen mit 1500 Weidensteckhölzern bestückt. „Die Wurzeln der Weiden verfestigen den Boden und es bildet sich ein Weidenhain“, erklärte Ludger Rullich, Projektleiter des Ruhrverbands.

Neben dem Bachbett wurden abschließend 100 Erlen gepflanzt und die Böschungen eingesät. Zusätzlich soll das Gewässer eingezäumt werden, damit es durch Viehtritt nicht zerstört wird. Die Gemeinde kostete die Gesamtmaßnahme rund 72 000 Euro.

Paul Schliepkorte von der Bezirksregierung erteilte eine fünfjährige Genehmigung der Anlage. Die Entwicklung des Bauwerks muss jedes Jahr dokumentiert werden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare