„Pflege an der Volme“

Pflegedienst setzt auf E-Mobilität und rüstet um

Foto von einem Mann im E-Auto
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Pflegedienst-Chef Hendrik Gräff und der e-up: „9,2 Kilowattstunden pro 100 Kilometer hat er von Wolfsburg nach Schalksmühle gebraucht, das sind weniger als drei Euro auf 100 Kilometern. Für unseren alltäglichen Bedarf ist das sehr sinnvoll und effizient.“

Die ersten beiden e-up-Modelle sind schon da, drei weitere folgen am Wochenende: Der Pflegedienst „Pflege an der Volme“ setzt auf E-Mobilität, rüstet seine Fahrzeugflotte nach und nach um.

Schalksmühle – Zu einem ambulanten Pflegedienst gehört nicht nur gutes Personal, es gehört auch eine nicht zu unterschätzende Fahrzeugflotte zur Grundausstattung, denn die Pflegerinnen und Pfleger sind ja praktisch den gesamten Tag unterwegs. Mit etwa 30 Fahrzeugen operiert zum Beispiel der Schalksmühler Pflegedienst Pflege an der Volme – und strebt den kontinuierlichen Umbau seines Fuhrparks auf E-Mobilität an. Demnächst werden bereits acht Fahrzeuge mit E- oder Hybrid-Technologie unterwegs sein.

Die ersten beiden VW-Modelle e-up hat Hendrik Gräff bereits in der vergangenen Woche in der Autostadt Wolfsburg abgeholt, am Samstag sollen drei weitere Autos dieses Modells folgen. Dazu hat der Pflegedienst einen vollelektronischen VW ID.4 sowie einen VW Passat und einen Audi Q5 mit Hybrid-Technologie im Einsatz.

Auf die e-up-Fahrzeuge hat Gräff ein Jahr warten müssen. Und gerne würde er noch weitere bestellen, doch das Fenster ist geschlossen. „Nicht mehr bestellbar“, sagt Gräff und findet das sehr schade, denn für die Arbeit des Pflegedienstes sei der e-up das ideale Fahrzeug. Er hat selbst einen von Wolfsburg nach Schalksmühle gefahren. Die 83 PS haben ihn ohne Zwischenstopp fürs Laden 330 Kilometer weit sicher an die Volme zurückgebracht. Gräff ist begeistert: „9,2 Kilowattstunden pro 100 Kilometer hat er gebraucht, das sind weniger als drei Euro auf 100 Kilometer. „Für unseren alltäglichen Bedarf ist das sehr sinnvoll und effizient.“

Pflegedienst setzt auf E-Mobilität und rüstet um

300 Kilometer soll eine Ladung den e-up eigentlich tragen, bei Fahrten im Gemeindegebiet, bei denen man die Fahrzeuge immer wieder zwischenladen kann, also kein Problem. „Selbst wenn es, und davon muss man ausgehen, im Winter deutlich weniger Kilometer für eine Ladung sind“, ergänzt Gräff.

Der Pflegedienst-Chef, der eine hohe Affinität zu Autos und ein damit verbundenes großes Interesse an der E-Mobilität mitbringt, hat Freude an dem Projekt, das durchaus ein Großprojekt ist. Es ist ja nicht mit der Anschaffung von Fahrzeugen getan. Der Pflegedienst schafft auch selbst die Infrastruktur, wird schon bald auf zwölf eigene Ladestationen zurückgreifen können. An der Hälverstraße 33a entsteht ein Zentrum mit acht Punkten (vier Säulen), die nach den Landesförderkriterien – der Pflegedienst hat dies noch vor dem 30. November beantragt – mit bis zu 32 000 Euro (bis zu 8000 Euro pro Säule) bezuschusst werden.

Einen Eigenanteil von 40 Prozent muss der Pflegedienst allerdings auch selbst tragen. Die Enervie verlegt hierfür gerade einen komplett neuen Stromanschluss. Neben diesem Ladezentrum wird es zwei Ladepunkte auf dem Alten Schulhof, einen an der Hälverstraße 27 und einen am Pflegeheim in Muhle geben. Darüber hinaus sollen vor der neuen Wohngemeinschaft am alten Schulhof, die im September fertig werden soll, auch noch öffentliche Ladesäulen installiert werden.

Elektro-Panne-Geschäftsführer Andreas Urban (links) und Pflegedienst-Chef Hendrik Gräff in der Baugrube an der Hälverstraße 33a.

„Das Schalksmühler Stromnetz ist relativ gut ausgebaut“, sagt Gräff, „das macht es leichter, in Lüdenscheid zum Beispiel ist das nicht so gut und deshalb manchmal komplizierter.“ Bei der Umsetzung steht Elektro Panne aus Halver dem Pflegedienst als große Hilfe zur Seite. „Und auch die Enervie unterstützt das Projekt sehr gut“, sagt Gräff.

Sechs vollelektrische Fahrzeuge und zwei mit Hybrid-Technologie sollen für Gräff und den Pflegedienst noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. „Der Plan ist es, die Flotte kontinuierlich weiter umzurüsten“, sagt Gräff, „ich vergleiche die Technologie für die E-Mobilität immer gerne mit den Verbrennungsmotoren von 1920 oder 1930. Diese Technologie ist unaufhaltbar. Sie wird sich noch sehr viel weiterentwickeln, immer besser werden.“

Das Auto ist leise, aber spritzig. Das geht ab wie Schmitz Katze.

Hendrik Gräff über den neuen e-up

Gräff freut sich drauf, wobei er für den Moment keineswegs unzufrieden ist, ganz im Gegenteil. Auch wenn er selbst im täglichen Leben den Hybrid-Q5 fährt, hat er großen Spaß an seiner Fahrt im e-up gehabt. „Das ist so, als ob man in einen Autoscooter einsteigt und damit nach Hause fährt“, zieht Gräff einen interessanten Vergleich, „das Auto ist leise, aber spritzig. Das geht ab wie Schmitz Katze.“ Was er zudem schätzt: Durch die Anbindung des Smartphones ist es quasi vorklimatisiert – im Winter kann der Nutzer es rechtzeitig vor Fahrtantritt mit seinem Smartphone auf Heizbetrieb einstellen, im Sommer vorkühlen.

Durch Hersteller-Rabattierung und die doppelte BAFA-Prämie, dazu durch die Garantie auf den Akku für acht Jahre, hat Gräff gar nicht auf ein Leasing-Modell gesetzt, sondern die e-up-Fahrzeuge direkt für die eigene Flotte eingekauft. Er ist überzeugt vom Modell und hat noch einen Traum im Hinterkopf. „Wenn man dann noch eigenen Solarstrom einspeisen könnte, dann wäre das natürlich der Königsweg“, sagt er, „dann lohnt es sich richtig.“

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