Viele Veränderungen

Interview mit Pfarrer Beckmann: Termindruck an Weihnachten

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Pfarrer Torsten Beckmann der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück hat an Weihnachten alle Hände voll zu tun. Allein an Heiligabend stehen vier Gottesdienste in seinem Kalender.

Schalksmühle - Durch den Weggang von Pfarrer Dirk Pollmann, der seit Beginn des Schuljahres als Kreisschulpfarrer am Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg in Halver tätig ist, hat sich in der Gemeindearbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück einiges verändert.

Der bislang gravierendste Einschnitt ist der Wegfall einer Pfarrstelle. Für die rund 3000 Gemeindemitglieder ist nunmehr Torsten Beckmann als alleiniger Pfarrer zuständig. In der ohnehin stressigen Vorweihnachtszeit ist der Terminkalender des Pfarrers dadurch zwangsläufig noch voller. Über Weihnachten, Termindruck, angedachte Kooperationsräume im Kirchenkreis und persönliche Wünsche für 2019 sprach AA-Mitarbeiterin Monika Salzmann mit dem Theologen.

Die Weihnachtszeit ist für Pfarrer ja immer eine arbeitsreiche Zeit. Durch den Weggang von Pfarrer Pollmann ist es für Sie nicht einfacher geworden. Wie managen Sie die vielen Termine? 

Torsten Beckmann: Es ist sicherlich so, dass man Veränderungen bemerkt. Es wäre auch komisch, wenn es nicht so wäre. Es fallen zusätzliche Termine an, vor allem mehr Amtshandlungen, also Kasualien. Auch sind Gruppen und Kreise, die begleitet werden wollen, dazugekommen. Gerade jetzt in der Adventszeit bin ich als Pfarrer gefragt, bei den Adventsfeiern die Andacht zu halten oder die komplette Feier zu leiten wie beim Seniorennachmittag. Zudem ist die Frauenhilfe mit ihren Kreisen dazugekommen. Ich habe vorher schon die Gruppen in der Kreuzkirche betreut. Um die Gruppen in der Erlöserkirche hat sich Pfarrer Pollmann gekümmert. 

Vier Predigten an Heiligabend: Wie bewältigen Sie das? Gibt es in den Abläufen der Gottesdienste dadurch irgendwelche Veränderungen? 

Beckmann: Früher waren es an Heiligabend für mich mindestens drei Gottesdienste, jetzt sind es vier direkt hintereinander. Die Grundüberlegung war, an einem Tag, an dem traditionell der Gottesdienstbesuch so gut ist wie an keinem anderen Tag im Jahr, in allen drei Kirchen einen Gottesdienst anzubieten. Das beginnt um 14 Uhr mit einem Familiengottesdienst in der Christuskirche in Dahlerbrück. 

Danach fängt um 15 Uhr ein Familiengottesdienst in der Kreuzkirche an. Ich bleibe dann in der Kreuzkirche, wo um 16.30 Uhr die Christvesper beginnt, und anschließend muss ich zügig zur Erlöserkirche zur großen Christvesper um 17.30 Uhr. Gegen halb sieben ist schon Feierabend, so schlimm ist das also gar nicht. Den Gottesdienst um 23 Uhr in der Erlöserkirche übernimmt Pfarrer Pollmann. Das ist schon eine Entlastung. Es ist wichtig, dass auch die Familie zu ihrem Recht kommt. Wobei die Familie auch bei den Gottesdiensten dabei ist, vor allem meine Frau, die jedes Jahr das Krippenspiel in der Kreuzkirche schreibt und leitet. 

Wann fängt für Sie und Ihre Familie Weihnachten an? Wie feiern Sie selbst? 

Beckmann: Zunächst einmal feiern wir die Gottesdienste ganz bewusst mit, auch wenn wir beteiligt sind und das auch Arbeit ist. Das ist der Auftakt für das, was in der Familie weitergeht. Wir feiern eigentlich ganz traditionell. Wir essen zusammen zu Abend, dann gibt es eine Bescherung im Familienkreis, wir hören ein bisschen weihnachtliche Musik und sitzen beisammen. Weihnachten ist für uns ein Fest der Familie. 

Wie gestaltet sich Ihr Dienst als alleiniger Pfarrer der Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück? Mussten Sie bereits Abstriche machen? Wie wichtig sind die Ehrenamtlichen? 

Beckmann: Die Hilfe der Ehrenamtlichen war ja schon immer da. Es ist gar nicht möglich, Gemeindearbeit ohne Ehrenamt zu machen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir eine große Zahl von Ehrenamtlichen haben, die sich um die Gruppen kümmern und für den äußeren Rahmen sorgen. Für mich besteht die Kernaufgabe darin, die Andacht zu halten. Insgesamt ist die Arbeit mehr geworden, weil für mich die Gruppen und Kreise zugenommen haben. 

Die Termindichte ist größer geworden. Manches bleibt liegen, was früher schneller erledigt war. Ich bin jetzt nicht mehr so häufig im Krankenhaus. Früher hab ich es geschafft, einmal in der Woche ins Krankenhaus zu fahren und meine Runde zu machen. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Auf Anfrage oder sporadisch, wenn’s zeitlich gerade passt, mache ich aber noch Besuche im Krankenhaus. Geburtstagsbesuche oder sonstige Hausbesuche haben ja nach der Pfarrstellenreduzierung zugenommen. Ansonsten muss man abwarten, wie sich alles einspielt. Das ist ja noch eine junge Entwicklung. 

Ist immer noch angedacht, einen Jugendreferenten einzustellen? 

Beckmann: Angedacht ist das auf jeden Fall. Da versuchen wir auch, im Zuge der Kooperationsräume mit der Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld eine gemeinsame Lösung zu finden. 

Gibt es zu den Kooperationsräumen des Kirchenkreises bereits weitere Ideen Ihrerseits?

Beckmann: Wir sind im Gespräch mit der Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld. Das ist der naheliegende Partner. Wenn man einen Jugendreferenten einstellen würde, könnte jede Gemeinde einen prozentualen Anteil übernehmen. Es wäre eine sinnvolle Möglichkeit, sich personell zu verstärken. Wir haben vereinbart, zweimal im Jahr zu Sitzungen zusammenzukommen und zu schauen, welche gemeinsamen Projekte machbar sind. Das ist ein sehr offenes und herzliches Miteinander. Dazu gehört auch, dass man sich pfarramtlich unterstützt und die Vertretung übernimmt, wenn einer im Urlaub ist. 

Gibt es auch Überlegungen, sich mehr in Richtung Ökumene zu öffnen?

Beckmann: Auf der Ebene der Hauptamtlichen haben wir die Kontakte bereits seit einiger Zeit intensiviert. Flankierend dazu gibt es den Arbeitskreis Ökumene, der in diesem Jahr die ökumenischen Gesprächsabende durchgeführt hat. Diese Abende sind auch für 2019 geplant. Darüber hinaus gibt es Überlegungen zu ökumenischen Gottesdiensten, etwa beim autofreien Volmetal oder am Buß- und Bettag. 

Was sind Ihre persönlichen Wünsche an das neue Jahr? 

Beckmann: Ein wichtiger Wunsch ist, dass ich fit und vital bleibe, um die Aufgaben in der Gemeinde mit Freude erfüllen zu können. Als Pfarrer wünsche ich mir sicherlich auch, dass die Gemeindearbeit Früchte trägt, Menschen den Glauben an Jesus für sich entdecken, in der Gemeinde eine Heimat finden und gerne kommen.

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