Pfarrei muss künftig sparen

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Pfarrer Claus Optenhöfel im Gespräch mit den interessierten Gemeindemitgliedern.

Schalksmühle - Mit Auszügen aus dem „Wort des Bischofs zum 1. Januar 2015“ stimmte Michael Meurer vom Bischöflichen Generalvikariat in Essen die heimischen Katholiken am Dienstagabend bei einer Gemeindeversammlung der Kirchengemeinde St. Thomas Morus auf Veränderungen ein.

„Es geht nicht vorrangig um Geld, Strukturen, Gebäude: Ressourcen haben eine dienende Funktion! Es geht um die Frage: Wie können wir auch künftig eine lebendige Kirche sein?“, fragte Meurer.

Im Beisein von Pfarrer Claus Optenhöfel (Pfarrei Christus König) und Ulrike Biesenbach (Vorsitzende des Gemeinderates) ging Meurer sowohl auf die Situation vor Ort als auch auf den gerade angelaufenen Pfarreientwicklungsprozess im Bistum ein.

Vor Ort wird Pastor Clemens Rogge (Meinerzhagen) das Pastoralteam ab dem 1. Juli verstärken. Wie Claus Optenhöfel ausführte, wird er mit einer halben Stelle in Schalksmühle und einer halben Stelle in Altena/Nachrodt-Wiblingwerde tätig sein. „Er wird in der gesamten Pfarrei eingesetzt“, erklärte der Pfarrer. Zwar werde er in Schalksmühle wohnen, aber nicht explizit für die Gemeinde zuständig sein. „St. Thomas Morus wird eine Gemeinde ohne Pastor sein.“ In vielen Details sei noch nicht klar, wie seine Arbeit aussehen werde. Mit einer halben Stelle werde manches weniger. „Was mal war, ist einfach auch nicht mehr so.“

Auf die Frage, warum Clemens Rogge nicht Pastor in Schalksmühle werden könne, antwortete Optenhöfel: „Das ist eine Grundtendenz im Bistum.“ Das Bistum wolle nicht mehr einen Pastor in einer Gemeinde. „Wir brauchen eine starke Vernetzung im Team.“

Vor voll besetzten Rängen informierte Michael Meurer im weiteren Verlauf des Abends über Details des Pfarreientwicklungsprozesses. Er ging auf das Zukunftsbild der Kirche – wonach Kirche „berührt, wach, vielfältig, lernend, gesendet, wirksam und nah“ sein soll –, zurückgehende Katholikenzahlen und die Abnahme des aktiven pastoralen Personals ein. Laut Statistik waren 1990 noch 635 Priester im aktiven Dienst, heute liegt die Zahl bei 230 – mit abnehmender Tendenz. Vorausgesetzt, alles ginge so weiter wie bisher, werde das verfügbare Bankguthaben im Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid 2020 aufgebraucht sein. In der Pfarrei sei die Katholikenzahl von 2003 bis 2014 um 10 Prozent, die der Gottesdienstfeiernden um 25 Prozent zurückgegangen.

Rund 30 Prozent bis 2020 einsparen

Auf St. Thomas Morus bezogen sei in diesem Zeitraum ein Rückgang um 9 Prozent bzw. 13 Prozent zu verzeichnen. Um dem Anspruch ausgeglichener Haushalte gerecht zu werden, „bedarf es in der Pfarrei bis 2020 einer Kostenreduktion von circa 30 Prozent, bis 2030 um circa 45 Prozent gegenüber 2015.“ Im Bistum liege kein Masterplan vor, es gehe vielmehr um Entscheidungsvorschläge vor Ort. Notwendig seien Vertrauen, Partizipation und Transparenz. Drei Phasen (sehen, urteilen und handeln), um bis 2018 ans Ziel zu gelangen, sprach Meurer an.

Rege kamen die Gläubigen darüber hinaus über Fragen wie „Was zeichnet die Gemeinde St. Thomas Morus aus?“ miteinander ins Gespräch.

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