Persönlicher Austausch wichtig

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Seit dem Beginn des neuen Schuljahres ist Antje Ziehm als Schulpsychologin Ansprechpartnerin für Schüler, Eltern und Lehrer in Schalksmühle. Sie ist die Nachfolgerin von Gert Wehling, der im vergangenen Jahr in Pension ging.

Schalksmühle - Seit Beginn des Schuljahres berät Antje Ziehm als Schulpsychologin Schüler, Eltern und Lehrer aller Schalksmühler Schulen. Zudem bietet sie jeweils mittwochs am Nachmittag eine Familienberatung im Rathaus an.

Von Alisa Kannapin

Antje Ziehm trat die Nachfolge von Psychologe Gert Wehling an, der im vergangenen Jahr in Rente ging. Seitdem hatte die Gemeinde keinen eigenen Schulpsychologen mehr. Die Trägerschaft des Schulpsychologischen Beratungsdienstes hat die Awo Hagen-MK in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schalksmühle inne.

Gut zu wissen

Die schulpsychologische Beratung können Schüler, Eltern und Lehrer aller Schulen in Schalksmühle in Anspruch nehmen. Die Beratung ist freiwillig, anonym und kostenlos. Für die persönliche Kontaktaufnahme steht Antje Ziehm an jedem ersten Mittwoch im Monat an der Grundschule Spormecke und an den drei anderen Mittwochen im Raum 2EG-18 der Verbundschule Löh jeweils von 8.30 bis 14 Uhr zur Verfügung. Telefonisch ist Ziehm unter 0 23 55 / 90 97 17 erreichbar oder per E-Mail an schulpsychologie-schalksmuehle@awo-ha-mk.de.

Als Diplom-Psychologin arbeitete Ziehm zuvor im klinischen Bereich der Kinder- und Jugend-Psychiatrie sowie in der Mutter- und Kind-Beratung. Zudem absolviert sie derzeit eine Weiterbildung mit Fokus auf die Systemische Beratung und Familientherapie.

Oftmals sind es zunächst die Lehrkräfte, die sich mit einer Frage oder einem konkreten Problem an den Schulpsychologischen Dienst wenden. „Sie schildern das Verhalten der Schüler und wir klären zunächst, inwieweit es ausreicht, eine Beratung der Lehrer durchzuführen. Das bedeutet, dass überprüft wird, ob der Blick auf das Kind richtig ist und was im Verhalten dem Schüler gegenüber verändert werden kann“, erklärt Ziehm.

Des Weiteren fungieren die Lehrer auch als Vermittlungsperson, die Eltern gezielt auf das auffällige Verhalten des Kindes ansprechen und an den Schulpsychologischen Dienst verweisen.

Probleme der Kinder und Jugendlichen können beispielsweise Schulangst oder -verweigerung sein, Auffälligkeiten im Unterricht, Schwierigkeiten im Rahmen der Sozialen Kompetenz oder eine Unter- sowie Überforderung innerhalb des Unterrichts. Auch Schwierigkeiten im Elternhaus können zu einem veränderten Verhalten der Schüler führen.

Im Rahmen des Schulpsychologischen Dienstes ist die Herangehensweise an ein Problem vielfältig: „Wenn ein Schüler sowohl in der Schule als auch zu Hause auffällig geworden ist, kann eine Einzelfallberatung stattfinden. Ich komme dann zunächst zu einem Eltern-Lehrer-Gespräch dazu“, erklärt die 48-jährige Ziehm.

Für eine Beratung der Eltern wird ein Gesprächstermin vereinbart, der im Rathaus stattfindet. „Gerade bei schwerwiegenden Problemen ist ein persönliches Gespräch nötig, bei dem man sich ausführlich Zeit nimmt und die Rahmenbedingungen bespricht“, sagt Ziehm. Hierbei klärt sie, was den Eltern bereits an ihrem Kind aufgefallen ist und ob sich das mit den Schilderungen der Lehrer deckt.

Wirklich ausführlich kann sich Antje Ziehm mit den Lehrern aber erst dann über die Probleme des Kindes austauschen, wenn eine Schweigepflichtentbindung von den Eltern unterschrieben wurde. „Ansonsten findet ein anonymer Austausch statt, bei dem keine Namen genannt werden.“

Um den Schüler besser kennenzulernen, kann außerdem ein persönliches Gespräch mit dem Kind vereinbart werden oder eine Hospitation im Unterricht stattfinden. „Hier kommt es darauf an, wie alt der Schüler ist. Während man Jugendliche gut befragen kann, ist das bei jüngeren Kindern natürlich schwieriger.“ Anhand von Tests diagnostiziert Ziehm zudem eine eventuelle Lese- und Rechtschreibschwäche und führt Intelligenztests durch.

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