Züge fahren erstmal nicht

Pendler genervt: Massive Schäden an Gleisen legen Bahnverkehr im Volmetal lahm

Gleise einer Bahnstrecke
+
Auf Streckenabschnitten wie kurz hinter der Einmündung zur Asenbach wird so schnell kein Zug fahren: Die Abbruchkante des weggespülten Hangs liegt unmittelbar an den Gleisen.

Pendler und Reisende, die rund um Schalksmühle auf die Bahn angewiesen sind, müssen nach wie vor Geduld aufbringen und einige Unannehmlichkeiten hinnehmen – und das auch wohl noch für eine längere Zeit. Denn dabei geht es nicht um kurzfristige Beeinträchtigungen durch Streiks, sondern um Bahntrassen, die das Hochwasser im Juli nahezu komplett zerstört hat.

Schalksmühle – Wie lange es noch dauert, bis die Regionalbahn 52 zwischen Lüdenscheid und Hagen wieder auf den Gleisen durchs Volmetal fährt, kann die Deutsche Bahn noch nicht beantworten. Eine Sprecherin der Bahn teilt auf Anfrage der Redaktion mit: „Für konkrete Prognosen zur Inbetriebnahme oder einer Schadenssumme braucht es zunächst weitere Bestandsaufnahmen und detaillierte Planungen für Reparaturen der Infrastruktur.“ Gerade die Verbindung durch das Volmetal wurde durch das Hochwasser schwer getroffen – die Gleise führen unmittelbar an der Volme entlang.

Einige Verbindungen seien nach den schweren Unwettern in Nordrhein-Westfalen bereits wieder in Betrieb genommen worden. „Mitarbeiter und Spezialfirmen haben Schäden an der Infrastruktur vielerorts zunächst behelfsmäßig behoben, damit die Züge schnellstmöglich wieder rollen“, erläutert die Sprecherin. Für die Trasse rund um Schalksmühle kommt das jedoch nicht in Frage: „Hier kam es durch das Unwetter zu erheblichen Gleisüberspülungen und Gleisunterspülungen. Außerdem hat die Flut erhebliche Hangrutsche an der Volme in der Nähe der Bahnanlagen ausgelöst.“ Wegen der massiven Zerstörungen seien erhebliche Erneuerungsarbeiten notwendig. So viel kann die Bahnsprecherin zum jetzigen Zeitpunkt sagen: „Unsere Mitarbeiter arbeiten mit Hochdruck an der Reparatur der Infrastruktur. Bis dahin setzen wir alles daran, mit Bussen im Schienenersatzverkehr bestmöglich unsere Kunden zu bedienen.“

Was „bestmöglich“ in diesem Zusammenhang heißt, darüber gehen die Meinungen auseinander. In der Redaktion gibt es immer wieder Beschwerden von Fahrgästen über eine „nicht erträgliche Situation“ beim Schienenersatzverkehr zwischen Lüdenscheid und Hagen. Dazu teilt die Bahnsprecherin mit: „Hier setzen wir in den Hauptverkehrszeiten auch Direktbusse ohne Zwischenhalt ein, um die Pendler schnellstmöglich ans Ziel zu bringen. Andere Verbindungen verkehren mit allen Zwischenhalten, analog zum Zugverkehr.“ Diese Angebot werde auch von den Fahrgästen genutzt.

Und das wohl eher, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt: Ein Leser, der regelmäßig Zug fährt, schreibt: „Da werden die ältesten Fahrzeuge eingesetzt, die der Markt hergibt. Ist dann auch noch die Autobahn nach Hagen dicht, kann man seinen Anschluss vergessen. Freitags zu fahren, geht fast gar nicht mehr, da auch die Landstraße ab Rummenohl noch immer nicht befahrbar ist.“

Ob das noch Wochen oder doch eher Monate so weitergeht, bleibt abzuwarten, dazu heißt es allgemein bei der Bahn: „Die Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten an Gleisen, Brücken, Oberleitungsmasten, Bahnübergängen sowie Stellwerken, Bahnhöfen und Technik laufen in den kommenden Wochen und Monaten ununterbrochen weiter – auch an Strecken, die bereits wieder für den Zugverkehr frei gegeben sind.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare