Pascal Krause sorgt für unplanmäßigen Rückflug 

Schalksmühler rettet über den Wolken ein Menschenleben

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Der Schalksmühler Rettungssanitäter Pascal Krause stellt auf einem Air-Berlin-Flug Herzprobleme bei einem älteren Mann fest. Sein Einsatz rettet dem Passagier das Leben.

Schalksmühle/Catania - Leben zu retten gehört für den ausgebildeten Rettungssanitäter Pascal Krause zum Alltag. Doch auf einem Rückflug von Sizilien erlebte der Schalksmühler etwas, das er sicher noch seinen Enkeln erzählen wird.

Der 22-Jährige arbeitet neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit beim Deutschen Roten Kreuz in der Volme-Gemeinde für den Rettungsdienst in Dortmund. Sich für das Leben eines anderen Menschen einzusetzen, ist für ihn „eine Verpflichtung, die selbstverständlich ist“.

Mit dem, was ihm auf dem Rückflug Ende Oktober von Catania, der zweitgrößten Stadt Siziliens, nach Düsseldorf passierte, habe er trotzdem nicht gerechnet. „Wir sind in Italien pünktlich gestartet. Doch kurz bevor wir unsere Reiseflughöhe erreicht hatten, kam in der Kabine die Durchsage, ob medizinisches Personal an Bord wäre. Ich habe mich sofort gemeldet“, erzählt der junge Schalksmühler.

Ein älterer Mann klagte über heftige Bauchschmerzen. Der Rettungssanitäter blieb skeptisch, auch als der Sohn des Passagiers die Vermutung äußerte, dass sein Vater etwas Falsches gegessen habe. „Ich habe den Blutdruck gemessen und mir war sofort klar, dass etwas mit seinem Herzen nicht stimmt.“ Obwohl sich die Maschine bereits über dem Mittelmeer befand, sprach sich Krause auf Nachfrage des Flugpersonals dafür aus, nach Catania zurück zu fliegen. „Alleine aufgrund des Höhendrucks war das notwendig.“ Am Boden wurde der Mann direkt von einem Notarzt und weiterem medizinischen Personal in Empfang genommen. 

Pascal Krause und die Mutter seiner Freundin stehen nach der unplanmäßigen zweiten Landung im sizilianischen Catania vor der Air-Berlin-Maschine auf dem Rollfeld.

Seine Entscheidung, für den Rückflug zu plädieren, wird der junge Retter nie bereuen. „Kurz vor der Landung in Düsseldorf, wir hatten mittlerweile drei Stunden Verspätung, wurde mir mitgeteilt, dass der Mann tatsächlich einen Herzinfarkt hatte und auf der Intensivstation betreut wurde.“ 

Dass er trotz der Beschwerden, die der Patient äußerte, ein Problem mit dem Herzen vermutete, lässt sich auf die berufliche Routine des Rettungssanitäters zurückführen. Krause: „Bei einem Herzinfarkt sind Rücken-, Schulter- oder Armschmerzen auf der linken Seite typisch. Bauchschmerzen kommen dabei eher selten vor.“ 

Alleine die Tatsache, dass es der letzte Flug von Air Berlin nach Catania war, ist erinnerungswürdig. Doch dass Krause auf seinem bis dahin erst vierten Flug ein Leben rettete, wird ihm für immer im Gedächtnis bleiben. „Ich war froh, dass wir nach Italien zurückgeflogen sind. Hätten wir das nicht gemacht, dann hätte ich den Mann reanimieren müssen.“ Trotz seines Berufs ist so eine Situation für ihn nicht alltäglich. Dass er das Leben des Mannes retten konnte, fühle sich gut an. Dennoch wünscht Krause sich beim nächsten Mal einen ruhigeren Flug.

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