Parhelia Quartett überzeugt mit Weltmusik

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Das Dortmunder Parhelia Quartett spielte am Sonntag ein mitreißendes Konzert in der Katholischen Kirche St. Thomas Morus. Mal streichelten stimmungsvolle Balladen die Seele, mal riefen überschäumend fröhliche Tanzstücke sprichwörtlich aufs Tanzparkett.

Schalksmühle - In vielerlei Sprachen, vielen Stilen, Rhythmen und landestypischen Idiomen erzählte das Parhelia Quartett am Sonntag in der Katholischen Kirche St. Thomas Morus berührende musikalische Geschichten über das Leben, die Liebe, die Hoffnung, Sehnsucht und Gefühle.

Ein mitreißendes Konzert, das einer sinnlichen Reise durch Länder und Landschaften glich, erlebten die Besucher beim Gastspiel des vierköpfigen Ensembles aus Dortmund und seinen „Sounding Landscapes“ (Klingende Landschaften) zum Träumen, Genießen und Abtauchen in die farbige Welt der Klänge. „Es geht darum, die Welt in all ihrer Vielfalt wahrzunehmen“, sagte Pfarrer Thorsten Rehberg in seiner Begrüßung. Es gelte, „Landschaften mit unseren Sinnen zu erfahren“.

Weltmusik mit klassischen Elementen, Lieder und Melodien aus aller Welt brachte das spielfreudige Ensemble – bestehend aus Freya Deiting (Violine), Sandra Wilhelms (Gitarre), Misa Plavsic (Kontrabass) und Elke Nappers (Gesang und Flöte) – seinen begeisterten Zuhörern in der gut besuchten Kirche mit.

Vokal und instrumental ging die Reise in alle Himmelsrichtungen – von Irland nach Spanien, von Ungarn nach Italien, von Griechenland nach Argentinien und wieder zurück. Gesangs- und spieltechnisch zogen die vier „Parhelia(s)“ – durchweg klassisch vorgebildet – alle Register ihres herausragenden Könnens und erfreuten mit einem runden, homogenen Ensembleklang.

Darüber hinaus zeigten sie für die Folklore der Länder, in denen sie Halt machten, ein feines Gespür. Ob es dabei um die Musik sephardischer Juden aus Spanien mit ihrer typischen Mischung aus Traurigkeit und Fröhlichkeit ging wie im Lied „Cuanro el rey Nimrod“ oder um die Leidenschaftlichkeit des Tango Nuevo à la Astor Piazzolla wie bei „Yo soy Maria“ und „Che Tango Che“: Stets zeugte die Darbietung von großer Authentizität und bemerkenswerter Musikalität.

Ebenso bunt wie die Mischung aus Ländern und Landstrichen, die Freya Deiting, Sandra Wilhelms, Misa Plavsic und Elke Nappers in ihrem klangfarbenreichen Programm bereisten, kam der Mix aus gefühlvollen, temperamentvollen, traurigen, kecken und humorvollen Weisen daher.

Mal streichelten stimmungsvolle Balladen die Seele, mal riefen überschäumend fröhliche Tanzstücke sprichwörtlich aufs Tanzparkett. Am feurigen rumänischen Tanzlied „Rumania“ fand das Publikum derart Gefallen, dass es beim Zugabenreigen ganz oben auf der Wunschliste stand.

Einfühlsam baute Misa Plavsic am Kontrabass das groovige Fundament der Lieder, über dem die Melodieinstrumente schwelgen, schmachten, sich in die Lüfte emporschwingen oder ihrer Traurigkeit freien Lauf lassen konnten.

Ausdrucksstark führte Elke Nappers mit ihrer schönen, klaren Stimme, die zum Lachen und Weinen bringen konnte, mal mit der Gitarre, mal mit der Geige, dann wieder mit allen Instrumenten betörende Dialoge. Brillant brachte Sandra Wilhelms spanische Gitarrentechnik zur Geltung. Freya Deiting kostete die spieltechnischen Möglichkeiten der Geige virtuos bis zur Neige aus. Klasse, dieses Quartett.

Von Monika Salzmann

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