Ostfriesische Klänge in Heedfeld mit dem "singenden Wattführer"

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Albertus Akkermann (links) und Klaus Sandmann beim Konzert in der Heedfelder Kirche.

Heedfeld - Mit seinen „Liedern und Geschichten von der Küste“ unterhielt der „singende Wattführer“ Albertus Akkermann am Sonntag sein Publikum beim Benefizkonzert für die Stiftung Hülscheid-Heedfeler Kirchen im Gotteshaus in Heedfeld.

Nach dem eineinhalbstündigen Programm und mehreren Zugaben wurde der Wattführer und Musiker von der Insel Borkum von den Zuhörern mit stehenden Ovationen verabschiedet. Durch einen Auftritt in einer WDR-Fernsehsendung war Klaus Sandmann, Vorsitzender des Stiftungsrates der Hülscheid-Heedfelder Kirchen, auf den singenden Ostfriesen aufmerksam geworden, der mit Akkordeon und Gesang bei dem von ihm geführten Wattwanderungen für eine besondere Stimmung sorgt. Nach einem Auftritt Akkermanns im „Alten Leuchtturm“, dem Haus des heimischen Evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg auf der Nordseeinsel, gewann Sandmann den Wattführer für das Benefizkonzert im Höhengebiet.

Akkermann präsentierte in Heedfeld durchweg Lieder mit selbst komponierten Melodien und Texten, die er in die niederdeutsche Sprache übersetzt hatte. Er eröffnete das Programm mit einem von ihm vertonten Gedicht zum Thema „Heimat“ von Klaus Groth und einen Song vom „End‘ vom Regenbogen“. Stimmgewaltig brachte er zu seinen Akkordeonklängen auch Lieder mit Melodien bekannter Songwriter rüber. So endete seine Geschichte von der Sturmflut über die Weihnachtstage 1717, bei der viele Menschen ums Leben kamen und die Überlebenden in der hochgelegenen Borkumer Kirche für ihre Rettung beteten, mit Leonard Cohens „Hallelujah“.

Ausflüge in die Welt der Chansons, die einen Kontrast zu dem uralten Volkslied „Dat du min Leiwsten büs“ bildeten, unternahm er mit Serge Gainsbourgs „L’accordéon“ und Jacques Brels „Amsterdam“, mit dem er das Treiben der Matrosen beim Landgang in der Hafenstadt beschrieb.

Mit einem Lied über das Meer von Rio Reiser, einem als Protest gegen die Abschaffung der plattdeutschen Sprache geschriebenen Stück über die „Genever-Marie“ und einem Lied über das Heimweh von Sven Regener kehrte Akkermann schließlich in seine Heimat zurück. Der Song vom letzten Wal, der 1967 auf Borkum gesichtet wurde und den alle in der Kirche mit dem Refrain „Schieb den Wal zurück ins Meer“ besangen, der Shanty „What shall we do with a drunken sailor“, bei dem Akkermann als Vorsänger und sein Publikum als Chor auftraten, sowie das traditionelle schottische Volkslied „Loch Lomond“ waren weitere stimmungsvolle Höhepunkte des Konzerts in der Heedfelder Kirche.

Mit einem von Akkermann ins Plattdeutsche übersetzten „Rausschmeißer“ aus Irland klang die Veranstaltung schließlich aus.

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