Oldtimer IG schraubt an altem Motorrad

Richard Reinke kennt sich mit der Vergaser-Reinigung im Ultraschallbad bestens aus.

SCHALKSMÜHLE ▪ Kaum einen Fuß auf den Boden bekam man am Samstag in der Werkstatt von Rudi Mähler in Heedfeld. Denn dort hatten sich die Mitglieder der Motorrad Oldtimer IG Schalksmühle-Heedfeld zu ihrem Schraubertag versammelt.

„So viel geballtes Wissen wir hier kriege ich nirgendwo“, zeigte sich Birgit Wegener-Kämper am Samstag überzeugt. Die Halveranerin stellte ihre 31 Jahre alte Honda CX 500 C am Schraubertag zur Verfügung. Einige Jahre hatte sie den Chopper vernachlässigt und fuhr stattdessen ihre leichtere Enduro. Doch am Schraubertag sollte die Honda wieder fahrfertig gemacht werden.

Knackpunkt dabei war die Reinigung des Vergasers. „Durch das lange Stehen haben sich die Düsen des Vergasers zugesetzt“, erklärte Rudi Mähler, Vorsitzender der Oldtimer IG. Dazu bauten die Hobbymechaniker zunächst den Vergaser aus. Die einzelnen Teile reinigten sie Stück für Stück im Ultraschallbad. „Das ist eine Erfindung aus den 30er-Jahren“, erklärte Richard Reinke. „Früher hat man sie auch Elektrobürste genannt.“ Per Ultraschall werden darin Schwingungen bis 35 000 Hertz erzeugt. Diese übertragen sich auf die Teile im darüberliegenden Wasserbad. So lösen sich auch die hartnäckigen Verschmutzungen durch eingetrocknete Bezinreste in den filigranen Bohrungen und Düsen, die von außen mit einer Bürste nicht zu erreichen wären. Danach sehen die Teile zwar nicht wie neu aus, funktionieren aber wieder.

„Im nächsten Schritt werden wir den Vergaser wieder einbauen und dann die Zündanlage überprüfen. Dann hoffen wir, dass die Maschine wieder läuft“, gab sich Rudi Mähler zuversichtlich.

Zwischen Kaffee, Kuchen, Würstchen und Brötchen blieb den Motorradfans viel Zeit zum fachsimpeln. Zum Beispiel, wie man den Chopper oder auch die vor der Tür abgestellte Standardversion der Honda CX 500, bekannt unter dem Namen „Güllepumpe“, wieder in Schuss bringen könnte. Tipps für das Lackieren oder zur Reinigung der Chromteile mit Trockeneis wurden ausgetauscht. Dabei überzeugten die Schrauber mit viel Wissen und Professionalität. Richard Reinke erklärt sich das so: „Wir sind von diesem Hobby viel mehr begeistert, als manche Leute, die sich dafür bezahlen lassen.“

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