Ohne Pächter: Golfer schmieren Brötchen selbst

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Für Lilli Albayrak geht’s jeden Morgen mit Brötchenschmieren los. Der Golfclub hat sie vom bisherigen Pächter übernommen – und die Mitglieder greifen ihr zurzeit unter die Arme. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Brötchen schmieren, Bier zapfen und Kuchen servieren – das sind nicht wirklich die Aufgaben einer Clubmanagerin. Doch Svenja Reinhold-Barnes vom Golfclub (GC) Gelstern bleibt zurzeit nichts anderes übrig.

Seit Anfang des Monats gibt’s im Restaurant der Anlage keinen Pächter mehr. Aber aufs Essen verzichten? Für die Golfer undenkbar. „Wir wollen unsere Gäste auch weiterhin verwöhnen“, macht Svenja Reinhold-Barnes deutlich. Sie hätte grundsätzlich einen Plan A und auch meistens einen Plan B in der Tasche. Und so beschäftigen sie die Angestellte des alten Pächters Sascha Martinez, Lilli Albayrak, auch weiterhin. Neben der Clubmanagerin greifen ihr Kerstin Preil und Christoph Schlösser unter die Arme.

Morgens um zehn geht’s los, dann steht Brötchenschmieren auf dem Programm. Dazu gibt es Kaffee, Säfte und Kuchen im Angebot. Ergänzt werden die Snacks durch ein Tagesgericht – das lassen sich die Golfer allerdings liefern. „Wir können natürlich nicht das gleiche leisten, wie ein Gastronom“, sagt die Managerin des GC. Aber von Tag zu Tag wüchsen sie an der Herausforderung, probierten sogar ab und zu neue Suppenrezepte aus. „Das klappt wirklich sehr gut. Uns fehlt es an nichts“, waren sich Monika Paschen, Karola Orth, Inge Hunecke und Corinna Meyer (Foto) einig. Sie ließen es sich in der Sonne mit kühlen Getränken gut gehen

Aber so gut die Verköstigung auch klappt, eine Dauerlösung ist sie nicht. Das ist auch nicht nötig, denn längst hat sich ein neuer Pächter gefunden. „Und was für einer“, meint Svenja Reinhold-Barnes. Auf einer Internetplattform machte sie auf die Problematik aufmerksam. Dass sich dann der Dortmunder Koch Sascha Heitfeld meldete, damit hatte sie nicht gerechnet. Er hat sich durch diverse Auszeichnungen und Top-Ten-Platzierungen einen Namen als Spitzengastronom gemacht.

Und während bislang nur die Clubgastronomie im Fokus stand, soll es künftig auch ein à-la-Carte-Essen geben. Sascha Heitfeld soll, so hofft die Clubmanagerin, der Spagat zwischen dem Frikadellenbrötchen und dem schicken Mehr-Gänge-Menü gelingen. „Es gibt Leute, die reisen ihm hinterher. Genau das erhoffen wir uns natürlich auch.“ Das Restaurant soll also einen Wandel erleben. Auch optisch: Das Inventar bleibt – Heitfeld wird aber mit Deko neue Akzente setzen. Die Golfer hoffen, dass durch das neue Konzept auch in den nahenden Wintermonaten zahlreiche Gäste zum Restaurant des Golfclub Gelstern kommen. ▪ Lisa-Marie Weber

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