Geschichte im Bauernhaus

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Schalksmühle - Er kennt jeden Balken und weiß genau, wie sie mit Holzstiften miteinander verbunden sind und so das stabile Fachwerk für das Bauernhaus Wippekühl bilden: Hans-Peter Loch nahm sich gestern am Tag des offenen Denkmals im historischen Gebäude hoch über dem Volmetal viel Zeit, um interessierten Besuchern die Instandsetzung und heutige Nutzung des Denkmals zu erklären.

Ihm standen seine Kolleginnen und Kollegen vom Verein für Geschichte und Heimatpflege in nichts nach. Vorsitzender Helmut Quenzel stellte sich gerne in der gemütlichen Ecke des Denkmals am Holzfeuer dazu, um den Gästen vom bäuerlichen Leben in früheren Zeiten zu berichten. Dazu passend gab es im Haus zahlreiche Ausstellungsstücke wie Einrichtungsgegenstände, Hausrat, Feld- und Gartengeräte und Werkzeuge zu sehen. 

Wilhelm Ruhnke, der das Archiv der Gemeinde betreut, zog es gestern bei dem schönen Spätsommerwetter immer wieder hinaus auf den Platz vor dem Bauernhaus. Dort standen drei vorbildlich restaurierte Eicher-Traktoren. Der Senior unter ihnen, ein Eicher ELL 1512 mit gerade mal 16 PS aus dem 1424 Kubikzentimeter großen Einzylinder-Diesel, gehört Steffen Niecke. Eine Nummer größer und mit Baujahr 1964 genau zehn Jahre jünger war der Eicher EM 235 Tiger II von Marius Schmermbeck. Der daneben stehende Eicher Königstiger mit seinen 40 Diesel-PS aus einem Reihen-Dreizylinder, war nur ein Jahr jünger als sein etwas kleinerer Nachbar, sah aber mit dem Frontlader als Anbaugerät doch schon so aus, als würde er auch heute noch auf dem Acker mit seinen modernen Brüdern mithalten können. Besitzer dieses prächtigen Exemplars ist Fred Ruhnke – alle drei Aussteller kommen aus der näheren Umgebung von Schalksmühle. 

Nach den kalten Regentagen nutzten gestern viele Bescuher das offene Denkmal, um sich dort in passender Umgebung und unter sachkundiger Anleitung in die gute alte Zeit entführen zu lassen. Zu sehen gab es beispielswesie sämtliches Gerät aus der Schusterwerkstatt, die Otto Lützenburger vor vielen Jahren in Heedfeld betrieben hat. Dazu kamen zahlreiche Werkzeuge – darunter der große Tisch mit vielen verschiedenen Hammermodellen. 

Ob Kisten-, Latt-, Schuhmacher- oder italienischer Handwerkerhammer: Ein älterer Besucher entdeckte sofort die Exemplare, mit denen er früher gearbeitet hatte. Für das leibliche Wohl sorgte während der Öffnungszeit von 11 bis 16 Uhr der Freundeskreis Bauernhaus mit Bockwurst und Kartoffelsalat, belegten Broten, Kuchen und Getränken. 

Natürlich wurde auf den Archivkreis hingewiesen, der sich unter der Leitung von Bernhardine Holthaus und Reiner Rutenbeck immer donnerstags von 10 bis12 Uhr trifft. Hier können sich die Bürger – ebenso wie im Bauernhaus Wippekühl – über die heimatgeschichtliche Sammlung in der Volmegemeinde informieren. Interessierte an Führung oder Teilnahme melden sich bei Elisabeth Jäger unter Telefon (0 2355) 84 241 im Rathaus. 

Fortgesetzt wurde das Treffen am Bauernhaus Wippekühl ab 16 Uhr mit dem offenen Singen von Volksliedern. Die Leitung lag bei Marlies Plaßmann.

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