Rat nimmt Tempo-30-Zonen in den Blick

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Wird im Eingangsbereich der Ortschaft Winkeln das vorgeschriebene Tempo 30 häufig nicht eingehalten? Das sollen Geschwindigkeitsmessungen in den kommenden Wochen klären.

Schalksmühle - Wird im Eingangsbereich der Ortschaft Winkeln das Geschwindigkeitslimit in der Tempo-30-Zone häufig nicht eingehalten? Ja, meint die UWG und stellte deshalb einen Antrag an den Gemeinderat, über verkehrsberuhigende Maßnahmen nachzudenken.

Nein, erklärten dagegen Anwohner, die sich während der Ratssitzung am Montag zum offensichtlich umstrittenen Vorhaben der Wählergemeinschaft äußerten. 

Nach intensiver Diskussion ist nun zunächst die Verwaltung gefordert – und das nicht nur in Winkeln. In Winkeln gebe es kein Raserproblem und mögliche Pflanzkübel, die laut UWG-Antrag neben der Fahrbahn als optische Einengung entstehen sollen, seien für die Landwirtschaft im Ort ohnehin nicht tragbar, weil dies im Begegnungsverkehr mit landwirtschaftlichen Maschinen ein Ausweichen in diesem Bereich unmöglich mache, erklärten die Anwohner im Rahmen der Fragestunde für Einwohner. 

UWG-Fraktionsvorsitzender Klaus Nelius hatte den Antrag mit Klagen anderer Anwohner begründet, dass die Tempo-30-Zone von vielen Autofahrern missachtet würde. Die deutlich höheren Geschwindigkeiten könnten zu einer Gefährdung speziell für Familien mit kleineren Kindern führen. „Unser Ziel war es keineswegs, einen Keil in die Bürgerschaft zu treiben“, sagte Ortwin Schmidt von der UWG. Fraktionskollege Bernd Müller sprach von „extrem unterschiedlichen Bürgerpositionen“. In Gesprächen gelte es nun möglichst eine einvernehmliche Lösung zu finden. 

„Wir haben in Schalksmühle kein Raserproblem wie in Großstädten. Es gilt hier nichts zu dramatisieren“, sagte André Krause (CDU). Lutz Schäfer, Fraktionsvorsitzender der SPD, forderte zunächst Geschwindigkeitsmessungen vornehmen zu lassen, um handfeste Ergebnisse vorliegen zu haben. Dies allerdings nicht nur in Winkeln, sondern möglichst in allen Tempo-30-Zonen in den Schalksmühler Ortschaften. „Vielleicht haben wir auch in anderen Bereichen Probleme“, sagte Schäfer. 

Prüfauftrag an die Verwaltung

Diesen Prüfauftrag an die Verwaltung, verbunden mit der Beauftragung eines externen Büros sowie unter Einbeziehung der Straßenverkehrsbehörde des Kreises sowie der Polizei, unterstützten die anderen Parteien in Gänze nicht. „Ohne konkrete Hinweise aus der Bürgerschaft halte ich eine Kontrolle in ganz Schalksmühle nicht für sinnvoll, da können wir unsere vorhandenen Ressourcen sicherlich besser einsetzen“, sagte Jan Schriever, Fraktionsvorsitzender der FDP. 

Alle Fraktionen einigten sich schließlich einstimmig auf den Prüfauftrag an die Verwaltung, mit gemeindlichem Equipment Geschwindigkeitsmessungen an drei Stellen im Gemeindegebiet durchzuführen: in Winkeln, Rölvede – ein Anwohner hatte in unserer Zeitung über Verkehrsprobleme bei Staus auf der A 45 und zu hohen Geschwindigkeiten des dann starken Durchgangsverkehrs berichtet – und Everinghausen. 

Weil allein für die Messungen laut Anja Wolf, Fachbereichsleiterin Bürgerdienste der Verwaltung, ein Zeitraum von etwa sechs Wochen erforderlich ist, wird es in der nächsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses, der sich als zuständiger Fachausschuss als erstes Gremium inhaltlich mit dem ergänzten UWG-Antrag befassen wird und für den 26. Juni terminiert ist, wohl zunächst nur einen Zwischenbericht aus der Verwaltung geben.

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