„Es geht nicht um den Puff – es geht um den TuS“

Die SPD nimmt Stellung zum Erotik-Club.

SCHALKSMÜHLE ▪ Zur aktuellen Diskussion um die Eröffnung eines Erotik-Clubs in Kuhlenhagen nahmen nun für die Schalksmühler SPD-Fraktion Michael Siol und Lutz Schäfer Stellung – im Wortlaut:

„Es ist richtig, dass alle im Rat vertretenen Parteien vom Bürgermeister vertraulich darüber informiert wurden, dass das „Steinbeißer-Gebäude“ verpachtet werden soll. Das war nach den vorliegenden Unterlagen wahrscheinlich am 23. August der Fall. Auch wurde mitgeteilt, dass die Verpachtung oder ein Verkauf an die Betreiberin eines Erotik-Clubs möglich wäre. An den Bürgermeister erging die eindringliche Forderung, alles zu unternehmen, um dieses zu verhindern, auch solle er bei der Suche nach einem geeigneten Pächter behilflich sein. Der Bürgermeister hat in diesem Sinne viele Gespräche mit dem Verpächter geführt. Die öffentliche Diskussion der letztlich vertraulichen Mitteilungen war unmöglich.

Über diese Situation war der TuS Linscheid-Heedfeld von Anfang an informiert, gerüchteweise war dies auch vielen Schalksmühlern bekannt. Wir alle konnten uns schlichtweg nicht vorstellen, dass dieses Szenario Wirklichkeit wird.

Von der Erteilung der Gaststättenkonzession mit Zimmervermietung zur Ausübung der Prostitution informierte die Gemeindeverwaltung am 21. November. Diese Mitteilung hat auch die SPD völlig überrascht. Aus ordnungsrechtlicher Sicht habe man leider keinen Versagungsgrund finden können. Der Bürgermeister bezeichnet dies als Rechtsanspruch und stellt mögliche Schadensersatzansprüche gegenüber der Gemeinde heraus.

Wenn zehn Meter neben dem Vereinsheim und dem Spielfeld eines Sportvereins ein Erotik-Club die Pforten öffnet, kann dies kaum ohne Schaden an dem Verein vorübergehen. Für die SPD steht fest: Es geht nicht primär um den Puff – es geht um den TuS Linscheid-Heedfeld! Der TuS ist ein bedeutendes Kulturgut und ein elementarer Teil des Schalksmühler Höhengebiets.

Die nunmehr eingetretene Situation hat die SPD nicht gewollt! Deshalb haben wir in der Hauptausschusssitzung am Montag klargestellt, dass nunmehr alles zu prüfen ist, um die Inbetriebnahme des „Golden House“ zu verhindern oder schnellstmöglich wieder zu beenden. Wir engagieren uns vor Ort und stehen in engem Kontakt zu unserem Landtagsabgeordneten Gordan Dudas, der seine Hilfe zugesagt hat. Innerhalb kürzester Zeit hat er in Düsseldorf prüfen lassen, ob durch den Erlass einer Rechtsverordnung nach Artikel 297 des Einführungsgesetzes zum Strafgesetzbuch ein Sperrbezirk eingerichtet werden kann. Die Landesregierung kann dies in unserem Falle leider nicht tun, doch Gordan hat uns einen Weg gewiesen, wie wir es als Gemeinderat im Zusammenspiel mit der Bezirksregierung in Arnsberg schaffen können. Nach Meinung unseres Rechtsgutachters besteht eine sehr gute Chance auf Erfolg. Auch für den Fall eines Misserfolgs hat Gordan Dudas seine Hilfe für den TuS fest zugesichert.

Lasst uns aber nicht alles auf die eine Karte setzen! Wir freuen uns, dass der Vorstand des TuS Linscheid-Heedfeld das Vorkaufsrecht auf die Immobilie jetzt bestätigen konnte. Das eröffnet Möglichkeiten.

Der Gemeinderat muss sich natürlich in seiner nächsten Sitzung am 10. Dezember mit der Entwicklung beschäftigen. Wir wollen aber schon jetzt die Weichen in die richtige Richtung stellen und freuen uns welch breite Front aus unterschiedlichsten Gesellschaftsteilen sich innerhalb kurzer Zeit versammelt hat, um dem TuS den Rücken zu stärken. Lasst uns die Ärmel hochkrempeln und den „Erotik-Club“ in Kuhlenhagen verhindern, ja! Aber nicht primär gegen den Puff, sondern für den TuS, für Kultur und für Lebensqualität im Schalksmühler Höhengebiet! Es ist jetzt nicht die Zeit, eine Grundsatzdiskussion über Prostitution zu führen. Wir sind keine hysterischen oder scheinheiligen Spießbürger. Wir beteiligen uns nicht an einer Hetzjagd auf Freier, Prostituierte, Käuferin oder Verkäufer des Grundstücks.

Wir haben uns der Bewegung von vornherein angeschlossen. (...) Ziel der Bewegung ist die Verhinderung der Öffnung eines Bordells in Kuhlenhagen, um das Kulturgut TuS Linscheid-Heedfeld und die Wohnqualität im Höhengebiet zu bewahren. Bringt euch alle ein – gemeinsam, konstruktiv und vernünftig!“

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