Kitas in Schalksmühle

Neustart im Juni: So planen die Kitas die Rückkehr in den Alltag

Kindertagesstätte Kita in Schalksmühle
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Auch die DRK-Kita Kinderwelt am Mathagen setzte zuletzt auf Gruppen-Settings. Mit der Rückkehr zum Regelbetrieb am 7. Juni soll die strikte Gruppentrennung aufgehoben werden. Das birgt Risiken.

Die Rückkehr zum Regelbetrieb in den Kitas und ihre Folgen: In Schalksmühle begrüßt man den Schritt einerseits, ist andererseits aber auch skeptisch.

Schalksmühle – Die neue Coronaschutzverordnung des Landes macht es möglich: Ab dem 7. Juni kehren die Kitas in ganz Nordrhein-Westfalen in den Regelbetrieb zurück. Auch die Einrichtungen in der Volmegemeinde.

Nun sind die Kitas – zum Beispiel am Wansbeckplatz, in Heedfeld und auch am Mathagen – auch aktuell bereits mit rund 90 bis 95 Prozent ordentlich ausgelastet. Doch anzunehmen, dass die Rückkehr der übrigen Jungen und Mädchen keinen großen Unterschied machen würde, ist ein Trugschluss. Der Teufel steckt wie so oft im Detail.

„Ich mache mir schon Sorgen, ob das so gut ist“, sagt Ulrike Hesse, Leiterin der Kita am Wansbeckplatz, „ich habe Bedenken, weil mit der Rückkehr zum Regelbetrieb ja auch die Gruppen wieder gemischt werden dürfen.“ Eine Sorge, die auch Marion Wehner, Leiterin der DRK-Kita Kinderwelt am Mathagen, teilt. „Wenn die Gruppen-Settings aufgehoben werden, dann dürfen alle wieder miteinander spielen“, sagt Wehner, „das heißt aber auch: Wenn dann ein Corona-Fall auftritt, dann müsste man entsprechend die gesamte Kita schließen.“

Neustart im Juni: So planen die Kitas die Rückkehr in den Alltag

In den vergangenen Wochen, in denen durchaus viele Kinder in den Kitas begrüßt wurden, war es so, dass die Gruppen an den unterschiedlichen Standorten jeweils unterschiedliche Eingänge benutzt haben. Die Kinder wurden von den Eltern an diesen Eingängen abgegeben, verblieben die komplette Zeit innerhalb ihrer Gruppe. „Und auch nur bis 14 Uhr“, wie Ulrike Hesse betont. „Die Zeit zwischen 14 Uhr und 16 Uhr haben wir genutzt, um zum Beispiel die Spielgeräte zu desinfizieren. Wenn die Kinder nun im Regelbetrieb wieder bis 16 Uhr da sind, wird dies nicht mehr so geschehen können.“

Ein Modell, das sich in der Corona-Zeit mit all ihren Risiken bewährt hat: Am Wansbeckplatz hatte man zuletzt eine Gruppe schließen müssen, die am Freitag wieder öffnet, aber eben nicht die komplette Kita. Mit der Rückkehr in den Regelbetrieb wird die Flanke, über die sich das Virus verbreiten könnte, wieder offener sein. Nutzen wieder alle Kinder einen Eingang? Dürfen auch Eltern wieder in die Kita? Es sind Fragen, die bis zum 7. Juni zu klären sind.

„Wir stehen dem Ganzen sehr offen gegenüber, aber man muss jetzt natürlich auch noch die weitere Entwicklung abwarten“, sagt Silke Haas, stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte der evangelischen Kirche in Heedfeld. „Dass es bei uns nur noch einen Eingang gibt und auch die Eltern wieder reindürfen auf die Flure, finden wir eigentlich zu früh.“ Auch in Heedfeld ist man sich im Team noch nicht schlüssig, was nun der richtige Weg sein könnte.

Die Zeit zwischen 14 Uhr und 16 Uhr haben wir genutzt, um zum Beispiel die Spielgeräte zu desinfizieren. Wenn die Kinder nun im Regelbetrieb wieder bis 16 Uhr da sind, wird dies nicht mehr so geschehen können.

Ulrike Hesse (Leiterin Kita Wansbeckplatz)

Klar ist aber: Ein bisschen Skepsis bleibt, zumal die Urlaubszeit im Juni auch die Personallage in den Kitas nicht besser macht. Die Gruppen werden wieder voller, doch ob es mit Urlauben und Krankheitszeiten dann noch möglich ist, weiterhin Gruppen so zu besetzen, dass sie theoretisch getrennt werden könnten, das sieht Marion Wehner nicht. „Das schaffen wir personell gar nicht“, sagt Wehner, und Ulrike Hesse pflichtet ihr bei.

„Das Gute ist diesmal, dass die Maßnahmen nicht vom einen auf den anderen Tag umgesetzt werden müssen. Ich bin froh, dass wir diesmal in Ruhe Zeit haben, alles vorzubereiten“, sagt Hesse, „wir werden das mit unserem Träger durchsprechen. Auch, wie die Dinge personell umzusetzen sind.“

Marion Wehner hofft, dass die Eltern und Kinder bei den freiwilligen Tests gut mitziehen und so helfen, das Corona-Risiko zu minimieren. Sie hat mit den Schulöffnungen auch mit diesem Schritt in den Kitas gerechnet. „Ich finde es eigentlich auch gut, dass nun alle Kinder zurückkommen“, sagt Wehner, „auch die Eltern sind glücklich darüber. Es geht für alle zurück in ein geregeltes Leben. Das ist der große Vorteil.“

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