Neun Künstler zeigen ihre Freude am Gestalten

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Bürgermeister Jörg Schönenberg eröffnete die Ausstellung der Hobbykünstler im Rathaus. Noch bis zum 20. April sind zu den regulären Öffnungszeiten unter anderem Arbeiten aus Ton und Seide zu sehen. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Beobachtungsgabe, geduldiges Fingerspitzengefühl und Spaß am Gestalten zeigen die Exponate der derzeitigen Ausstellung im Rathaus.

Zur Eröffnung der gemeinsamen Präsentation von neun Künstlern aus Meinerzhagen, Lüdenscheid und Kierspe spielte Marius Martenstein, ein aufstrebendes Talent der Musikschule Volmetal, auf dem Klavier. Bürgermeister Jörg Schönenberg begrüßte Künstler und Gäste im Rathaus-Foyer: „Mit der Regionale gehen wir auf einen gemeinsamen Weg. Die Künstlergemeinschaft hat es uns schon vorgemacht“

Ihre Arbeiten sind mehr als sehenswert. Der Kunstliebhaber findet ausgefallene Werkstücke, beispielsweise bei den Töpferarbeiten von Anne Behr. Nach alter japanischer Raku-Technik fertigt sie ungewöhnliche Kreationen an.

Entgegen dem herkömmlichen Verfahren Keramik zu brennen – langsames Abkühlen im geschlossenen Ofen – brennt sie das glasierte oder unglasierte Gefäß wegen der starken Rauchentwicklung meist im Freien. Bei diesem sogenannten Niedrigbrand werden die rotglühenden Gefäße einzeln mit einer langen Zange bei Temperaturen um 1000 Grad Celsius aus dem Ofen genommen. Anschließend werden sie in einem Behälter mit organischem Brennmaterial, zum Beispiel Sägemehl, luftdicht eingebettet. Der entstehende Rauch, der Sauerstoffentzug sowie die im Brennmaterial enthaltenen Mineralien wirken stark auf Ton und Farbe ein. Abdrücke von Blättern und Gräsern verewigen sich oft in der noch weichen Glasur. Der Brennverlauf lässt sich bei der Raku-Technik nur bedingt steuern, sodass jedes Stück ein unnachahmliches Unikat ist. Ist es still genug, könne man das Craquelieren, das Brechen der Glasur, hören, gibt Künstlerin Behr gerne Auskunft über ihr Hobby.

Nur zweimal im Jahr werden in vier bis fünf Brennöfen die modellierte Werke gebrannt. „Das Öffnen der Tür und danach das Befreien der Stücke aus dem Sägemehl ist jedes Mal wie die Bescherung an Weihnachten“, berichtete Anne Behr mit leuchtenden Augen. Selbst nach 20 Jahren ist sie von diesem Verfahren gleichermaßen fasziniert.

Weiterhin gibt es bei der Ausstellung Blumen- und Schmuckschöpfungen aus feinstem Silberdraht, edle Textilien als Collagen, Schals oder Tücher sowie Krawatten – jeweils mit ausgefallenen Farben und Motiven gestaltet. Außerdem werden Skulpturen, Fotos und Gemälde gezeigt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 20. April zu besuchen, sie ist zu den gewohnten Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich. ▪ jori

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