Zahlreiche Ehrengäste beim Neujahrsempfang

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Mit seiner Satire über den alltäglichen Wahnsinn innerhalb und außerhalb der Gemeinde brachte Kabarettist Bernd Gieseking die Besucher am Sonntag beim Neujahrsempfang im Rathaus zum Lachen.

Schalksmühle - „Wer glaubt, sich in Europa mit Kleinstaaterei, neuen Grenzbefestigungen zwischen EU-Staaten und Abschottung gegen weltweite Probleme schützen zu können, verkennt die Realität und versündigt sich an der Zukunft unserer Gesellschaft.“ Mit diesen Worten bezog Bürgermeister Jörg Schönenberg beim 39. Neujahrsempfang der Gemeinde Schalksmühle am Sonntag klar Stellung.

Für ein starkes Europa, eine friedenssichernde Nachbarschaft mit Russland, wirtschaftliche Kooperation mit China und dem übrigen Asien sowie eine auf Augenhöhe gestaltete kooperative Entwicklungspolitik mit Afrika sprach er sich in seiner Rede aus. 

Zahlreiche Ehrengäste, Vertreter der Nachbarkommunen, aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Institutionen hieß Schönenberg beim Empfang im voll besetzten Ratssaal willkommen. Ein besonderer Gruß ging an die Sternsinger, die Spenden für Projekte gegen die Kinderarbeit in Indien einsammelten, und an die Mitglieder des Fördervereins des Musikschulbezirks Schalksmühle, die der Veranstaltung anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums mit traditioneller Klezmer-Musik einen heiter-besinnlichen Anstrich verliehen. 

Satirischer Jahresrückblick

Den Hauptvortrag des Vormittags übernahm Kabarettist Bernd Gieseking, dessen satirischer Jahresrückblick „Ab dafür!“ in der großen Runde bestens ankam. Sowohl gesamtgesellschaftliche Themen als auch Schalksmühler Projekte und Entwicklungen nahm Jörg Schönenberg bei seinem Wort zum Jahreswechsel in den Blick. „Die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts können nur in der Gemeinschaft eines vereinten Europas gemeistert werden“, betonte er. Umso notwendiger sei die rasche Bildung einer handlungsfähigen Regierung in Berlin. 

Im Detail ging er in seiner Ansprache auf die positive Entwicklung der Bildungseinrichtungen in der Kommune, die Fortführung der Regionale-Projekte, Leader und den Feuerschutz ein. „2017 konnten wir erstmalig in der Geschichte unserer Gemeinde eine Steuersenkung für das Haushaltsjahr 2018 beschließen“, zog er zudem in Sachen Finanzen ein positives Resümee. 

39. Neujahrsempfang in Schalksmühle

Themen wie Breitbandversorgung, Integration von Flüchtlingen, Erstellung eines Einzelhandelskonzepts und Ärzteversorgung seien Themen, die die Gemeinde 2018 beschäftigen würden. Wenn die Kommune als Gemeinschaft weiterhin zusammenstehe, seien die Zukunftsaufgaben zu meistern. 

Treffsicher legte Bernd Gieseking bei seiner Satire den spitzen Finger in offene Wunden. Das Wahljahr 2017 bot ihm zum Wundern, Staunen, Ärgern und befremdlichen Kopfschütteln ein weites, dankbares Betätigungsfeld. Angefangen bei der Wahl zum Bundespräsidenten bis zur Wahl in Nordrhein-Westfalen und der Bundestagswahl nannte er Nonsens, Peinlichkeiten, Ärgernisse und Gefahren beim Namen. 

Schelte für die sächsische Justiz 

Diktatoren wie Kim Jong-un, Trump und die AfD abzuwatschen, lag ihm besonders am Herzen. Mit den Worten: „Vielleicht sollten wir den Sachsen geben, was die Katalanen fordern“, setzte es überdies für die sächsische Justiz, die den Verkauf von Galgen für Merkel und Gabriel erlaubt, herbe Schelte. Auch der Diesel-Skandal („Das ist Betrug“), der Streit um die deutsche Glyphosat-Zustimmung in der EU und veränderte Rezepturen bei Maggi und Nutella ließen sein Blut hochkochen. 

Nichts als selbstverständlich zu betrachten, sondern einander mit mehr Wertschätzung zu begegnen, forderte Pastor Fred Ritzhaupt von der Freien evangelischen Gemeinde abschließend bei seinem Wort zum Tage ein. 

In der Besetzung Anne Blasius (Cajon), Kathrina Frisch (Querflöte), Uwe Lal (Geige, Gitarre und Gesang), Monika Rüth (Querflöte) und Sabine Trienke (Akkordeon) verliehen die Musiker des Fördervereins der Musikschule des Bezirks Schalksmühle der Veranstaltung, die in ein gemütliches Beisammensein mündete, außerdem einen würdigen musikalischen Rahmen.

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