Neugierde kommt gut an

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Sedrick Schwarzer (rechts) macht ein Praktikum beim Schalksmühler Heizungsbau- und Sanitärbetrieb Heinemann und schaut dabei Geselle Falko Gehlhaar bei der Arbeit über die Schulter.

Schalksmühle - Die Lehrwerkstatt des Unternehmens Schnöring ist momentan etwas voll. Denn nicht nur die regulären Auszubildenden des Schalksmühler Metallverarbeiters lernen dort. Auch drei Verbundschüler schauen dem Ausbilder René Babilon derzeit im Rahmen eines Betriebspraktikums über die Schulter.

Von Alisa Kannapin

Seit Montag absolvieren die Schüler der zehnten Jahrgangsstufe der Verbundschule in der Volmegemeinde und in der Umgebung ihr zweites Betriebspraktikum. Doch die Zehntklässler Patrick Abdullahu, Robin Klinker und Daniel Naber sollen bei Schnöring nicht nur zuschauen, sondern auch viel selbst machen.

„Die Jungs durften sich alle ein Projekt aussuchen, das sie in den ersten zwei Praktikumswochen umsetzen“, erklärt Werkzeugmechaniker und Ausbilder René Babilon. Durch die praktische Arbeit würden die Jugendlichen alle Maschinen einmal kennenlernen. „Und sie erhalten schon einmal einen Eindruck von der ersten Prüfung innerhalb der Lehre. Denn da müssen sie eine ähnliche Arbeit abliefern.“

Robin Klinker erstellt eine Dampfmaschine, die mit Druckluft angetrieben wird. Dazu muss er eine Grundplatte fräsen und einen zylinderförmigen Stab auf Maß drehen. Die Arbeit bei Schnöring hat dem 16-Jährigen bereits nach zwei Tagen Praktikum so gut gefallen, dass er sich direkt für eine Lehrstelle bewarb. „Ich hatte mir vorher überlegt, dass ich gerne entweder etwas mit Holz oder im Bereich Werkzeugbau machen möchte. Daher habe ich mein erstes Praktikum bei einem Zimmerer gemacht, was mir dann aber nicht richtig zugesagt hat. Die Arbeit hier macht mir hingegen viel mehr Spaß“, sagt Robin.

Die Atmosphäre im Betrieb sei gut und mit den Maschinen zu arbeiten gefalle ihm auch. „Arbeiten ist sowieso besser als Schule. Ich kann mich mehr bewegen und praktisch Dinge umsetzen“, erklärt Robin, der zu Hause auf dem Hof seiner Eltern auch viel mit anpackt und gerne handwerklich arbeitet.

Auch Robins Mitschüler Daniel ist von seinem Praktikumsbetrieb so angetan, dass er eine Bewerbung einreichte. Der 16-Jährige wurde dem Unternehmen Schnöring zudem von der SIHK empfohlen, wo er freitags und samstags an dem Projekt „Schüler fit für die Ausbildung“ teilnimmt. „Da lernt man schon einmal Grundkenntnisse, die für die spätere Ausbildung wichtig sind“, erklärt Daniel. Er findet die Schulpraktika sinnvoll, weil man so die Berufe richtig kennenlernen könne.

„Bürojob wäre gar nichts für mich“

So sieht es auch Sedrick Schwarzer, der beim Schalksmühler Heizungsbau- und Sanitärbetrieb Heinemann sein Praktikum absolviert. Dort begleitet er den Gesellen Falko Gehlhaar auf die Baustellen. „Die Abwechslung gefällt mir besonders an dem Beruf. Jede Baustelle ist anders und man lernt viele Menschen kennen. Ein Job im Büro wäre gar nichts für mich“, erzählt Sedrick. Durch seine Neugier konnte der 16-Jährige auch bei Falko Gehlhaar punkten. „Sedrick fragt viel und packt mit an. Das macht nicht jeder Praktikant, von daher ist das sehr positiv“, sagt Gehlhaar.

So darf Sedrick auch schon verschiedene kleinere Aufgaben wie Gewinde andichten erledigen. Ansonsten durfte er Falko Gehlhaar auch schon bei der Erneuerung einer Wasserleitung, der Endmontage eines Badezimmers und bei einer Kesselsanierung unterstützen. Sedrick: „Der Job macht Spaß. Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, nach dem Abschluss eine Lehre in diesem Bereich zu machen.“

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