Neue Schiedsfrau für Schalksmühle

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Renate Klinker wird bald – das Ernennungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen – in Schalksmühle als Schiedsfrau bei Streitigkeiten vermitteln.

Schalksmühle - Streitigkeiten – beispielsweise unter Nachbarn – müssen nicht gleich vor Gericht landen. Kostensparend und oft schneller ist eine außergerichtliche Schlichtung, vermittelt durch Schiedsleute. In Schalksmühle nimmt womöglich schon in wenigen eine neue Schiedsfrau diese ehrenamtliche Tätigkeit auf.

Die 58-jährige Renate Klinker erfuhr aus der Zeitung, dass die Gemeinde Schiedsleute suchte. „Ich hab mich dann schriftlich per E-Mail beworben und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen“, sagt sie. Durch Beschluss des Gemeinderats wurde sie dann für das Schiedsamt vorgeschlagen.

Noch läuft das Verfahren allerdings, die Ernennung zur Schiedsfrau durch das Amtsgericht ist noch nicht offiziell, betont Klinker. Mitte bis Ende November werde sie, wenn der Prozess abgeschlossen ist, Nachfolgerin von Wolfgang Zander im Schiedsamtsbezirk II. Entsprechende Schulungen und eine Anleitung für die Tätigkeit wird sie bis dahin noch erhalten.

Streitparteien wieder auf Sachebene bringen

„Die Anlässe für Streitigkeiten sind oft nüchtern, aber die Gefühle oft sehr hoch in Wallung, man ist frustriert, verärgert“, sagt Klinker. Ein Schiedsmann oder eine Schiedsfrau könne dann als Außenstehender besser dabei helfen, das Ganze wieder auf die Sachebene zurückzubringen. „Man versucht, Wege aufzuzeigen, aber letztendlich müssen Leute sie dann selbst gehen. Wir sind nur Vermittler.“

Klinker stammt ursprünglich aus Erwitte, Kreis Soest, und lebt seit 38 Jahren in Schalksmühle. Sie war in den letzten zwölf Jahren im Seniorenhaus Muhle in der Hauswirtschaft tätig. Seit dem 1. Juli ist sie als Hausdame bei PuG beschäftigt. Ihre berufliche Qualifikation ist Staatlich geprüfte Wirtschafterin mit abgelegter Meisterprüfung.

Ehrenamtliche Tätigkeiten hält sie für wichtig für eine funktionierende Gesellschaft – ob Feuerwehr, Rotes Kreuz, Sport- oder Schützenverein. Durch ihre beruflichen und privaten Tätigkeiten habe sie immer viel Kontakt zu Menschen verschiedenster Altersgruppen gehabt und sich in der Kommunikation- und Konfliktbewältigung weitergebildet. Sie führte auch einige Jahre eine ehrenamtliche Tätigkeit beim Kinder- und Jugendtelefon aus.

Empathisch sein und gut zuhören können

Man müsse als Schiedsperson empathisch sein, gut zuhören können, aber auch verschwiegen sein, was die Inhalte der Schlichtungsverfahren angeht, sagt Klinker. Diese Fähigkeiten besitze sie, aber ebenso natürlich Schwächen und Fehler, wodurch sie sich aber gut in Streitparteien hineinversetzen könne. Vor allem diese Erfahrung wolle sie, zusammen mit allem, was sie durch ihr berufliches und privates Engagement gelernt habe, in das Amt als Schiedsfrau einbringen.

Das Schiedsamt

„Die Aufgaben des Schiedsamts nehmen Schiedsfrauen und Schiedsmänner (Schiedspersonen) wahr. Sie werden vom Rat der Gemeinde auf die Dauer von fünf Jahren gewählt und nach der Wahl von der Leitung des Amtsgerichts bestätigt. Ihr Amt versehen die Frauen und Männer, die regelmäßig zwischen 30 und 70 Jahre alt und ihrer Persönlichkeit nach zur Streitschlichtung besonders befähigt sind, ehrenamtlich. Meistens findet die Schlichtungsverhandlung in ihrer Privatwohnung statt. Durch ihre Anteilnahme an den zu verhandelnden Sachen, durch die Bereitschaft, den Beteiligten zuzuhören und auf ihr Vorbringen einzugehen und durch die Herstellung einer ruhigen und entspannten Atmosphäre schaffen die Schiedspersonen die Voraussetzung dafür, dass die Parteien sich einigen und den sozialen Frieden wiederherstellen.“- Quelle: Justizministerium NRW

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