Radfahrer müssen sich im Höhengebiet unterordnen - das sorgt für Irritation

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Freie Wahl: Radfahrer und Fußgänger können sich den Gehweg von der Spormecke bis Ramsloh teilen.

Schalksmühle – Sei es als Mitglied im Zukunftsnetz Mobilität NRW, als Ausrichter der Europäischen Mobilitätswoche oder bei der Aufstellung eines Verkehrsentwicklungsplans: Das Thema Fahrradfreundlichkeit ist in Schalksmühle immer wieder im Fokus. Jetzt sorgt eine Sache allerdings für Irritationen. 

Dabei geht es darum, dass die vorhandene Kennzeichnung eines gemeinsamen Rad- und Fußwegs am Gewerbering und auch von Ramsloh bis zur Spormecke in einen Fußweg geändert wurde, der für die Nutzung durch Fahrradfahrer freigegeben ist. 

Eine Bürgerin meinte dazu im Gespräch mit unserer Zeitung: „Nur eine Kleinigkeit? Aus meiner Sicht nicht, da dies mit sich bringt, dass der Weg von Fahrrädern offiziell nur noch in Schrittgeschwindigkeit befahren werden darf und somit faktisch nicht mehr zur Verfügung steht. Radfahrer müssen bei normaler Geschwindigkeit auf die Straße ausweichen. Angesichts der Bemühungen, die Fahrradinfrastruktur zu verbessern, kommt mir das wie ein Schildbürgerstreich vor, zumal wir ja nun wirklich nicht über ein Überangebot an Radwegen klagen können.“ 

Das Ordnungsamt hat eine Antwort

Warum geht die Gemeinde diesen Weg, der auf den ersten Blick kontraproduktiv für Fahrradfreundlichkeit wirkt? Auf Nachfrage beim Ordnungsamt ist zu erfahren, dass ein Radfahrer sich beim Straßenverkehrsamt beschwert habe, dass es auf dem vorher vorhandenen gemeinsamen Geh- und Radweg immer wieder zu gefährlichen Situationen mit Lkws in den Ausfahrtbereichen des Gewerbegebiets Richtung Stallhaus kommen würde. Ausweichmöglichkeiten bieten sich einem Radfahrer nicht, da er diesen Weg benutzen muss. Zudem gebe es häufig unklare Situationen an den dortigen Querungshilfen. 

Bei einem Ortstermin habe das Straßenverkehrsamt den Vorschlag gemacht, dort einen Gehweg mit der Möglichkeit zur Nutzung durch Radfahrer zu installieren, erklärt die Leiterin des Ordnungsamtes, Silvia Gonzalez. Während vorher beide Parteien gleichberechtigt waren, haben nun die Fußgänger Vorrang. Dem Radfahrer stehe es frei, so die Gemeindemitarbeiterin weiter, den Gehweg oder die Straße zu nutzen. Etwa im Bereich der Einfahrten könne so ein Radfahrer auf der Straße von Lkw-Fahrern besser wahrgenommen werden als auf dem Gehweg. „Somit wird die Situation entschärft.“ 

Die Sicherheit aller steht im Fokus

Ein Aspekt, der dazu führte, dass auch zwischen Ramsloh und Spormecke anders ausgeschildert wurde, sei die Sicherheit der Schüler, betont Silvia Gonzalez. Diese seien dazu angehalten, den Schulweg zu Fuß zu absolvieren. Durch die neue Beschilderung seien sie nun besser geschützt. Die Schrittgeschwindigkeit für die Radfahrer sei ein Nachteil. Aber nun hätten sie eine Wahlmöglichkeit. 

Silvia Gonzalez: „Wir haben nicht vor, Radfahrer im Gemeindegebiet schlechter zu stellen. Sie werden unter anderem beim Verkehrsentwicklungsplan stark fokussiert. Wir müssen aber schauen, dass wir beide Seiten schützen.“ Dazu wären gesonderte Radwege gut. Diese müssten allerdings an die teilweise sehr schmalen Gehwege angebaut werden.

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