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Neue Projektentwicklung für Kulturort im MK

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Von: Thomas Machatzke

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Gespannter Blick von der Empore in den Kirchenraum: Judith Bäcker hat „so viele Ideen“ für den neuen Kulturort in der ehemaligen Kreuzkirche.
Gespannter Blick von der Empore in den Kirchenraum: Judith Bäcker hat „so viele Ideen“ für den neuen Kulturort in der ehemaligen Kreuzkirche. © Machatzke, Thomas

Seit Anfang September hat Judith Bäcker ein neues Ziel. Dafür pendelt sie auf der A45 von Schwerte aus mehrmals in der Woche nach Schalksmühle – als neue „Projektentwicklerin Kulturort Kreuzkirche“ im Fachbereich IV (Bildung, Kultur und Sport). Eine „halbe Stelle“ bei der Gemeinde Schalksmühle hat sie, aber eine ganze Aufgabe.

Schalksmühle – „Als ich den Job noch gar nicht hatte, direkt vor dem Vorstellungsgespräch, da bin ich erst einmal zur Kreuzkirche gefahren – morgens um 7 Uhr, habe den Ort auf mich wirken lassen“, erzählt Bäcker, „ich habe sofort gemerkt: Ein toller Ort, ich hatte direkt so viele Ideen. Und dann habe ich mich gefreut, dass sich anschließend im Vorstellungsgespräch herausgestellt hat, dass alles so gut passen könnte…“

Nun ist sie also da, die diplomierte Sozialarbeiterin, die für die Kommune in Schwerte bisher schon so viele Veranstaltungen in der Jugend- und Kinder-Kulturarbeit geplant und organisiert hat. Vorlesetage, Kinoveranstaltungen, Theater und vieles mehr. Ihr „Hausgeschäft“ nennt Bäcker das. Und doch ist das, was nun auf sie wartet, etwas anderes. Eine neue Herausforderung.

Ortstermin in der alten Kirche. Fachbereichsleiterin Anja Wolf schaut sich um, dann sagt sie: „Hier oben haben wir wirklich Glück gehabt mit dem Architekten. Er hat etwas geschaffen, was den Ort besonders macht. Die Kirche in Dahlerbrück ist damit verglichen eher ein schlichtes Bauwerk.“ Judith Bäcker unterstreicht diese Einschätzung. „Selbst wenn man allein hier ist, ist der Ort gemütlich“, sagt Bäcker, „ein großer Raum mit einer tollen Akustik und diesem ganz besonderen Lichteinfall: Ich habe große Lust, hier viele tolle Sachen anzugehen. Alle nach und nach – wir werden das fabelhaft umsetzen.“

Beim Plenum hat sie bereits zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer kennengelernt, gemeinsam mit ihnen Ideen entwickelt. Dazu kam Ende September ein Kartoffelfeuer mit den Nachbarn. Auch da galt es, erste Kontakte zu knüpfen, die Anwohner mit ins Boot zu nehmen. Auch ihre Ideen sollen Berücksichtigung finden. „Ein Anwohner hat angeregt, dass man hier auch einen Tanzkurs machen könnte“, sagt Anja Wolf. Warum eigentlich nicht?

„Es ist doch spannend, dass wir hier nicht einfach nur eine Halle bespielen müssen“, sagt Judith Bäcker, „hier geht es darum, gemeinsam mit den Bürgern vor Ort Ideen zu entwickeln und den Ort mit Leben zu füllen.“ Dass Bäcker anders als viele Schalksmühler „nach hinten“ nichts dem Ort verbindet, also keine eigene Taufe, Konfirmation oder Hochzeit, dass sie dem Ort damit „neutral“ gegenübersteht, findet sie gut. Bäcker stammt ursprünglich aus dem Münsterland, dem kleinen Dorf Dreierwalde. „Dort gibt es eine kleine katholische Kirche“, sagt sie, „wenn ich mir vorstelle, wie es dort wäre, aus der Kirche so etwas Neues zu machen – das wäre schon eine Herausforderung. Vielleicht ist es gut, dass ich hier völlig unvoreingenommen herangehen kann.“

Wobei Bäcker für das 8Giebel-Projekt, also das neue Kulturzentrum, den Charakter als Ort der Begegnung erhalten will, als Ort des nun bürgerschaftlichen Miteinanders. „Die Idee bleibt dieselbe“, sagt sie, „man kommt hier zusammen, um eine gute Zeit zu verbringen.“ Das Miteinander ist ihr wichtig. MVG-Kooperationen mit Nachtbussen, um eine Überforderung der Anwohner bei der Parksituation bei Veranstaltungen zu vermeiden? „Das wird sich alles ergeben und finden“, sagt sie, „wir werden ja auch nicht jede Woche eine Großveranstaltung haben. Und wenn wir von Großveranstaltungen reden, dann von 100 bis 150 Teilnehmern.“ Sie überlegt kurz, dann ergänzt sie: „Wir haben hier eine tolle Lage, und wir wollen auch eine gute Nachbarschaft. Alle sollen am Ende zufrieden sein.“

Alle mitnehmen: In den ersten Wochen hat sich Judith Bäcker im Jugendzentrum vorgestellt, in der Primusschule, hat die Musikschulleiterin getroffen. Und alles über das Dritte-Orte-Projekt gelesen, was es zu lesen gab. „Im Moment ist die größte Aufgabe, mit der zur Verfügung stehenden Zeit zurechtzukommen“, sagt sie. Zweieinhalb Arbeitstage pro Woche sind schnell um, wobei nach Anforderung auch mal flexibel in einer Woche mehr Arbeit anfallen darf. Diese Woche zum Beispiel, wenn am Samstag die NRW-Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und Staatssekretär Klaus Kaiser die Kreuzkirche besuchen werden. Darauf freut sie sich natürlich besonders.

Aber eben auch auf die Umsetzung der Ideen aus dem Plenum. „Wir müssen da jetzt die nächsten Schritte festlegen und Verantwortlichkeiten verteilen“, sagt Bäcker, „es gilt, dran zu bleiben.“ Und ganz nebenbei lernt sie das Rathaus kennen und kümmert sich an der Kreuzkirche um den Müll, die Heizung und die Reinigung. „Ein Gemischtwarenladen“ sei es im Moment, sagt die Projektleiterin. Daran wird sich wohl so schnell nichts ändern. Es gibt ja noch so viel zu tun in der alten Kirche, bis diese der Kulturort sein wird, den sich nun alle wünschen. Judith Bäcker wird’s anpacken…

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