Naturerlebnis mit Happy End für Wildschweine

SCHALKSMÜHLE ▪ Gegen 7.30 Uhr war die Jagd vorbei. Rund 30 Jäger des Hegerings Schalksmühle-Hülscheid trafen sich am Sonntag in der Willy-Engel-Hütte am Reuelsiepen, um gemeinsam zu frühstücken und ein Resümee zu dem zuvor durchgeführten Fuchsansitz zu ziehen.

Die Strecke bestand aus zwei Füchsen und einer Krähe, ein ebenfalls in dieser Nacht erlegtes Wildschwein war aufgrund der milden Temperaturen von um die 17 Grad nicht zur Hütte transportiert, sondern gleich aufgebrochen und in die Kühlung verfrachtet worden.

Bei frischem Kaffee und belegten Brötchen stimmten die Bläser des Hegeringes der Reihe nach die traditionellen Signale „Fürstengruß“, „Fuchs tot“, „Schwein tot“, „Jagd vorbei“ sowie das „Halali“ an –  und das im strömenden Regen, nachdem die Waidmänner zuvor die Jagd vollständig trockenen Fußes hinter sich gebracht hatten.

Enthusiastische Erzählungen über die Erlebnisse während des Fuchsansitzes, der in der Nacht gegen 3.30 Uhr an verschiedenen Orten in den insgesamt zehn Revieren des Hegerings Schalksmühle-Hülscheid gestartet war, machten die Runde.

Von dem wohl packendsten Erlebnis berichtete Jäger Oliver Schütz, der eine Rotte von vier Wildschweinen an der Spormecke sichtete, jedoch leider nicht zum Schuss kam, da kein Kugelfang vorhanden war. „Der Jäger darf nur dann schießen, wenn sich hinter dem Wild gewachsener Boden befindet, der die Kugeln abfangen kann“, so Oliver Schütz. Als sich der Jäger dann vom Friedhof her an die Tiere heranpirschen wollte, entdeckte er eine weitere Rotte mit acht Tieren, doch auch hier gab es keinen Kugelfang und Schütz zog sich ein wenig enttäuscht, aber fasziniert von seinen Beobachtungen, zurück. Somit hatten zumindest diese Wildschweine noch einmal Glück gehabt.

Den traditionellen Fuchsansitz führen die Jäger des Hegeringes Schalksmühle-Hülscheid zweimal im Jahr durch. Dabei wird hauptsächlich auf Sauen sowie den Fuchs als Überträger des Fuchsbandwurmes und der Tollwut angesetzt, wobei die Tierseuche allerdings in den heimischen Revieren derzeit als ausgerottet gilt. Dennoch sind die Jäger auch von Seiten der Behörden angehalten, den Fuchs angemessen zu bejagen, damit sich die gefürchtete Krankheit nicht eines Tages erneut Bahn brechen kann. Für das Naturerlebnis, das bei den meisten Teilnehmern im Mittelpunkt stand, fand einer der Waidmänner schließlich die passenden Worte: „Was gibt es schon Schöneres als die Ruhe und den Frieden im Wald am frühen Morgen?“

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