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Nach Zwangspause: Westfälischer Hof wieder geöffnet 

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Von: Monika Salzmann

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Viele Flüchtlinge haben sich gut in Schalksmühle eingelebt. Zum Treffen im Westfälischen Hof kommen sie immer noch gern. © Salzmann, Jakob

Nach mehr als einjähriger Schließung – Corona und einem Wasserschaden im Haus geschuldet – öffnete die Begegnungsstätte Westfälischer Hof am Donnerstag wieder ihre Pforten. Damit gibt es wieder eine wichtige Anlaufstelle im Ort.

Schalksmühle – Groß war die Freude bei den Ehrenamtlichen des Netzwerks Flüchtlingshilfe, das die Begegnungsstätte betreibt, und Flüchtlinge – darunter jüngst eingetroffene Ortskräfte aus Afghanistan –über das Wiedersehen nach langer Zeit.

„Wir hatten ein Jahr und einen Monat zu“, fasste Irmtraud Quenzel von der Flüchtlingshilfe zusammen. Nach dem Lockdown und einer kurzzeitigen Öffnung zwischendurch habe ein Wasserschaden („Das ist ein Versicherungsfall“) die Wiedereröffnung der Begegnungsstätte unmöglich gemacht.

Renovierung wegen Wasserschaden

Von Februar bis August hate die Renovierung gedauert. „Es musste zunächst getrocknet werden.“ Als absehbar gewesen sei, dass wieder geöffnet werden könne, hätten alle – die Flüchtlinge eingeschlossen – mitgeholfen, das Haus auf Vordermann zu bringen. An drei Samstagen sei die Begegnungsstätte gründlich gereinigt worden. „Sogar die Gardinen wurden gewaschen und die Polster gereinigt.“ Das Ergebnis konnte sich am Ende sehen lassen.

Zur Freude aller herrschte am Donnerstag schon kurz nach Öffnung der Türen reger Betrieb. Zutritt war nur unter Einhaltung der 3G-Regel erlaubt. Zur Feier des Tages gab’s ein reichhaltiges Kuchenbüfett.

Das erste Treffen und die allgemeine Wiedersehensfreude nutzten Irmtraud Quenzel und ihre Mitstreiter vom Netzwerk Flüchtlingshilfe dazu, eine Umfrage unter den Geflüchteten zu starten. Während der Schließung seien viele sehr selbstständig geworden, erläuterte sie den Hintergrund. Das sei ausdrücklich zu begrüßen und Ziel von Integration. Zudem hätten viele mittlerweile ihren Führerschein gemacht und – wenn sie arbeiten - ein Auto gekauft. Dadurch seien die Menschen mobiler geworden und nicht mehr wie früher auf die Räumlichkeiten im Westfälischen Hof angewiesen.

Bleibt Treffpunkt für Familien

Auf der anderen Seite sei der Westfälische Hof nach wie vor ein Treffpunkt für die Familien – über den eigenen Kulturkreis hinaus. Den Bedarf, Wünsche und Bedürfnisse abzufragen, sei Ziel der Umfrage. Angedacht sei, die Begegnungsstätte kursmäßig weiterzuführen und auch einmal einen Spieleabend oder ein Frühstückstreffen anzubieten. „Uns schwebt vor, die Begegnungsstätte einmal pro Woche zu öffnen.“ Vorerst sei dies donnerstags von 16 bis 19 Uhr der Fall.

Während der Schließung des Westfälischen Hofs hielt das Netzwerk den Kontakt zu den Flüchtlingen durch verschiedene WhatsApp-Gruppen aufrecht. „Wir haben über Termine des Impfbusses, Neuigkeiten aus den Schulen oder der Gemeinde informiert.“ Selbstredend hätten die Flüchtlinge auch bei Behördengängen und dem Ausfüllen von Formularen Hilfe erhalten.

Mit Stand vom 31. Oktober befanden sich laut Silvia Gonzalez vom Fachbereich Bürgerdienste und Soziales in Schalksmühle 51 Menschen aus zwölf Nationen im Leistungsbezug (Asylbewerberleistungen) und weitere 15 als anerkannte Flüchtlinge beziehungsweise Selbstzahler in den gemeindlichen Unterkünften. Hinzu kommen anerkannte Flüchtlinge, die bereits in eigenen Wohnungen wohnen.

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