Nach Überfall bleibt mulmiges Gefühl

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Domenico Gullotta wurde am Freitag von unbekannten Tätern mit Messer und Pfefferspray bedroht und ausgeraubt.

Dahlerbrück - „Das waren verzweifelte junge Leute, die auf das schnelle Geld aus waren“, sagt Domenico Gullotta. Der Inhaber des italienischen Feinkost-Geschäfts „Bei Domenico“ an der Volmestraße wurde am vergangenen Freitag Opfer eines Raubüberfalls. Der Schreck sitzt ihm noch in den Knochen, auch wenn er die brenzlige Situation recht abgeklärt gemeistert hat.

Gullotta war gerade dabei, Nudelpackungen ins Regal links neben der Eingangstür einzusortieren, als gegen 12.50 Uhr ein junger Mann und eine junge Frau sein Geschäft betraten – bewaffnet mit einem circa 30 cm langen Messer und einer Pfefferspray-Dose. „Der Junge hat nur gesagt: ‘Das ist ein Raubüberfall’, und hat mir das Messer entgegen gehalten“, beschreibt der 62-Jährige die Situation.

Das Messer vor Augen entschied sich Domenico Gullota schnell dazu, nicht in die Offensive zu gehen und sich zu wehren. „Ich hatte nichts, womit ich mich hätte verteidigen können, und flüchten konnte ich auch nicht. Also bin ich einfach an meinem Platz stehen geblieben und habe nichts gesagt“, sagt Gullota.

Während der junge Mann den Ladenbesitzer in Schach hielt, lief die weibliche Räuberin zur Kasse und versuchte sie aufzumachen. „Die war aber ganz aufgeregt und hat gezappelt, so dass sie die Kasse nicht öffnen konnte. Dann haben die beiden die Plätze getauscht und das Mädchen hat mir die Pfefferspray-Dose ins Gesicht gehalten.“

Generell seien die beiden jungen Räuber sehr unsicher gewesen. „Das waren keine Profis, die hätten sich sonst auch nicht mein Geschäft ausgesucht. In einem anderen Laden hätten die viel mehr Beute mitnehmen können.“ Aber gerade, weil die beiden so unruhig gewesen wären, hielt Gullotta es für klüger, sich ruhig zu verhalten. „Solche Leute sind doch unberechenbar.“

Nachdem der männliche Täter das Geld aus der Kasse entwendet hatte – ein geringer Betrag, wie Gullotta sagt – sprühte die junge Frau dem 62-Jährigen Pfefferspray ins Gesicht und flüchtete im Anschluss mit ihrem Komplizen zu Fuß in Richtung Asenbach/In der Lieth. „Das Spray ging zum Glück nicht ins Auge, weil ich meine Brille auf hatte. Aber meine linke Wange hat was abbekommen“, erzählt Gullotta. Als die Räuber auf der Straße waren, lief er zum Fenster, um zu sehen, in welche Richtung die beiden flohen. Dann rief er direkt die Polizei. Da die Täter keine Handschuhe trugen, nahmen die Beamten vor Ort Fingerabdrücke auf.

So ruhig, wie er während des Überfalls war, ist Gullotta nun nicht mehr. Inzwischen installierte er im Ladenlokal und an der Außenwand des Hauses Überwachungskameras. Zudem schließt er um die Mittagszeit die Tür seines Geschäftes ab. „Wenn ich sehe, dass Kunden da sind, schließe ich wieder auf. Aber so fühle ich mich sicherer. Nach so einem Vorfall hat man schon ein mulmiges Gefühl.“

Die Polizei hofft bei der Aufklärung des Falls auf Hinweise aus der Bevölkerung. Die etwa 20-jährigen Täter trugen dunkle, vermutlich schwarze Bekleidung und hatten eine Kapuze über den Kopf gezogen. Beide Räuber sind sehr schlank bis hager, haben eine blasse Gesichtshaut und sind zwischen 1,60 und 1,70 Meter groß. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizeiwache in Halver unter 0 23 53 / 9 19 90 entgegen.

Von Alisa Kannapin

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