Gefahren von Alkohol am Steuer

Nach tragischem Unfall: Initiative „Go pink for Life“ findet auch in Schalksmühle Unterstützung

Schalksmühle Luttach Südtirol
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Bei Unfall im Südtiroler Luttach sterben sieben Menschen. einer kam aus der Region

Nach einem tragischen Unfall weitermachen - das ist nicht leicht. Mit einer Initiative hilft sich eine Schalksmühlerin mit ihrer Familie, um den Tod ihrer Schwester zu verarbeiten - und Menschen aufzuklären über die Gefahren von Alkohol am Steuer.

Schalksmühle – Am 5. Januar rast ein betrunkener Autofahrer im Südtiroler Luttach in eine Gruppe Touristen. Mit zwei Promille Alkohol im Blut und überhöhter Geschwindigkeit reißt er sieben junge Menschen aus ihrem Leben. Eine von ihnen war Janine Benecke. Sie wurde nur 22 Jahre alt.

„Es ist immer noch ein Schock für uns“, sagt Sandra Wemhoff aus Schalksmühle. Sie ist die Stiefschwester von Janine Benecke. „Sie war so ein lebensfroher Mensch. Vor Kurzem hat sie erst eine Krebserkrankung überwunden, und dann fährt sie einfach jemand tot.“ Noch immer ist es schwer für die Schalksmühlerin und ihre Familie, diesen tragischen Unfall zu begreifen.

Initiative: „Don’t drink and drive. Go pink for life“

Janine Beneckes Mutter Martina Nierhoff hat deshalb eine gemeinnützige Gesellschaft gegründet, die sich zum Ziel gesetzt hat, Unfälle wie die in Luttach zu verhindern. „Don’t drink and drive. Go pink for life“ hat sie die Organisation betitelt. „Janine hat Flamingos geliebt. Das waren ihre Lieblingstiere“, erklärt Sandra Wemhoff den Hintergrund für diesen Namen. „Und sie hat deshalb die Farbe pink geliebt. Sie war eben ein richtiges Mädchen. Sie war ganz besonders. Ganz fröhlich.“ Neben dem Spruch ziert auch ein Flamingo das Logo der Kampagne.

Es ist für uns natürlich auch ein Stück weit Trauerbewältigung.

Sandra Wemhoff aus Schalksmühle

Die Wuppertalerin Martina Nierhoff hat mit dieser Aktion bereits für viel Aufsehen gesorgt. Im Fernsehen, Radio und in Zeitungen wurde darüber berichtet. „Es ist für uns natürlich auch ein Stück weit Trauerbewältigung. Man hat das Gefühl, man tut etwas, und man kann damit etwas erreichen“, sagt Sandra Wemhoff, die im Rahmen der Kampagne allen Interessierten aus Schalksmühle und Umgebung als Ansprechpartnerin zur Seite steht.

Mit Flyern, Buttons und Aufklebern will Sandra Wemhoff auf die Gefahren von Alkohol hinterm Steuer aufmerksam machen. Ihre Stiefschwester wurde das Opfer eines betrunkenen Autofahrers.

Aktionen gegen Alkohol am Steuer gibt es bereits einige. Mit der „Go pink for life“-Kampagne soll nicht nur an die Vernunft der Autofahrer appelliert werden, sondern „es sollen auch die Mitmenschen angesprochen werden. Wenn sie sehen, dass jemand etwas getrunken hat, sollen sie sich einmischen“, unterstreicht die Schalksmühlerin. Zivilcourage zeigen und die Menschen ansprechen, bevor sie ins Auto steigen, sei wichtig. „Man kann anbieten, ein Taxi zu rufen oder sich im Notfall an die Polizei wenden“, rät sie. „Wenn damit nur ein einziger Unfall verhindert werden kann, hat es sich schon gelohnt.“

Über Gefahren aufklären

Nicht nur im Internet klären Sandra Wemhoff und ihre Stiefmutter auf der Seite gopinkforlife.de und unter #gopinkforlife über die Gefahren von Alkohol im Straßenverkehr auf, sie leisten auch aktive Aufklärungsarbeit vor Ort. An Schulen, in Kneipen oder auch in Zusammenarbeit mit der Polizei bei Unfallpräventionsprogrammen sind sie dabei. „Jeder kann uns dabei unterstützen“, ruft die Schalksmühlerin zum Mitmachen auf.

„Auf der Internetseite kann man sich anmelden und als Botschafter fungieren.“ Dafür erhält man ein Starterkit mit Flyern, Bierdeckeln, Buttons, Aufklebern und Duftbäumen, um damit anderen diese Kampagne näherzubringen. Wemhoff ist für alle Interessierten direkt über das Kontaktformular erreichbar. „Die Kampagne lebt von den Botschaftern und von Spenden“, erklärt sie. „Wir kämpfen zusammen gegen das Vergessen.“

Vergessen werden soll die Tragödie um den schrecklichen Unfall nicht. Doch kann das Leid, das der Unfallfahrer über so viele Menschen gebracht hat, jemals vergessen oder ihm vergeben werden? „Dieser Mensch hat sich nicht ins Auto gesetzt, um sieben Menschen umzubringen. Es war ein schrecklicher Unfall“, resümiert Wemhoff. „Er hat einfach absolut verantwortungslos gehandelt. Ich selbst habe keinen Groll gegen ihn. Das bringt mir meine Schwester nicht wieder. Für mich spielt dieser Mensch keine Rolle, er hat keinen Platz in meinem Leben. Wir versuchen, den Verlust, den wir erlitten haben, zu verarbeiten. Mit dem Rückhalt aus der Familie und mit der Kampagne.“

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