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Nach Stilllegung: Sanierung an Kläranlage im MK läuft 

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Viele Arbeiten sind bereits erfolgt: Der neue Schraubenschaufler ist nun ein zentrales Element der Faulbehälterinstallationen
Viele Arbeiten sind bereits erfolgt: Der neue Schraubenschaufler ist nun ein zentrales Element der Faulbehälterinstallationen (rechts). © Ruhrverband

Im Jahr 2020 musste der sogenannte Faulbehälter auf der Kläranlage Schalksmühle stillgelegt werden. Nach fast vier Jahrzehnten tauchten immer häufiger Störungen auf. Anderthalb Jahre später hat der Ruhrverband, der für das Schalksmühler Abwasser zuständig ist, eine entsprechende Sanierung durchgeführt.

Schalksmühle – Immer wieder gab es Probleme mit dem alten Faulbehälter der Kläranlage. Immer wieder gab es Störungen, die nur mit großem Aufwand beseitigt werden konnten. 2020 entschied man sich also dazu, diesen Teil der Anlage still zu legen. Das teilt Markus Rüdel als Pressesprecher des Ruhrverbands am Freitag mit. „Ein vermehrtes Aufkommen von Fremdstoffen und die Bildung von sogenannten Verzopfungen waren ursächlich für die Störanfälligkeit“ in dem 2500 Kubikmeter Klärschlamm fassenden Behälter. Verzopfungen entstehen vor allem durch „im Faulschlamm enthaltenes Rechengut“. Das können Hygienetücher oder feuchtes Toilettenpapier sein – beides sollte normalerweise nicht in der Toilette heruntergespült werden. Die Rechenanlage konnte diese Dinge nicht mehr ausreichend zurückhalten. Eine Neuinstallation musste also her.

Während der Sanierungsmaßnahme wurden zunächst die einzelnen Aggregate der Schlammbehandlung geprüft. Das Ergebnis: Der Schraubenschaufler – eine Art Rohrpumpe, die für die kontinuierliche Durchmischung im Faulbehälter zuständig ist – musste ebenso erneuert werden wie die beiden Heizschlammumwälzpumpen, die Schlammrohrleitungen im Rohrleitungsschacht, die Absperrorgane sowie der Wärmetauscher.

Arbeiten laufen seit Mitte 2021

Um das alles umzusetzen, wurde der Faulbehälter zunächst entleert. Zwischen Juli und September 2021 wurde der Faulschlamm dafür zunächst mit einer mobilen Zentrifuge entwässert und für den Transport zur thermischen Verwertung in die Wirbelschichtfeuerungsanlage Elverlingsen, ein gemeinsames Tochterunternehmen des Ruhrverbands und der Mark-E, vorbereitet. Der Sand und das Rechengut wurden im Müllheizkraftwerk Essen-Karnap entsorgt. Insgesamt sind rund 79 Tonnen Rechengut und rund 670 Tonnen entwässerter Schlamm – das entspricht circa 171 Tonnen Trockenrückstand – angefallen. Der täglich produzierte Faulschlamm wurde zur Kläranlage Rahmedetal transportiert.

Erst danach konnte es an die eigentlich Sanierung gehen, die insgesamt rund 680 000 Euro gekostet haben. Es wurde unter anderem ein Gerüst im Inneren des Behälters aufgestellt, professionelle Industriekletterer kamen ebenfalls zum Einsatz. Sie sicherten das Mischersteigrohr. Auch mehrere Kräne mussten für die Installation des Schraubenschauflers angefordert werden. „Die umfangreichen Arbeiten erforderten eine sehr hohe Präzision“, fasst Markus Rüdel zusammen.

Voraussichtlich werden diese Arbeiten noch in diesem Monat abgeschlossen. Um die Störanfälligkeit der Kläranlage durch die bereits erklärten Verzopfungen künftig zu reduzieren, wird die Rechenanlage derzeit maschinen- und elektrotechnisch erneuert. Die Wiederinbetriebnahme des Faulbehälters inklusive der Inbetriebnahme der neuen Rechenanlage ist für Ende Juli 2022 geplant.

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