Tatverdächtiger auf freiem Fuß

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Schalksmühle - Nach der blutigen Auseinandersetzung am 23. Februar zwischen einem 54-jährigen Schalksmühler, der mit einem Rettungshubschrauber schwer verletzt in eine Dortmunder Klinik geflogen wurde, und einem 37-jährigen Mann aus Werdohl, ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft weiterhin in alle Richtungen.

„Der Schalksmühler ist schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt“, sagte Marcel Dilling, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis. In einem gewalttätigen Streit hatte der Werdohler dem 54-Jährigen mit einer Kettensäge massive Verletzungen an beiden Unterarmen mit hohem Blutverlust zugefügt. Geschädigt sind Knochen und Gewebebereiche.

Bei der Auseinandersetzung ging es um einen früheren Hof im Bereich Schnarüm/Römerweg in unmittelbarer Nähe des Autobahnanschlusses Lüdenscheid-Nord. Nach Angaben des Amtsgerichts Lüdenscheid war die Immobilie des Schalksmühlers, der sich zuvor mehrfach gegen das Verfahren gewehrt habe, bereits im August 2015 in einer Zwangsversteigerung einer Frau aus Werdohl zugeschlagen worden. Der Beschluss ist seit Dezember 2015 rechtskräftig. Seitdem weigerte sich der 54-Jährige jedoch, den Hof zu verlassen. „Wann nach dem Urteil ein Antrag auf Zwangsräumung gestellt wird, liegt im Ermessen des Ersteigerers. Ob das in diesem Fall passiert ist, kann ich nicht sagen“, erklärte Amtsgerichts-Direktorin Anke Ditzler.

So war der Schalksmühler nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Hagen auch am Donnerstagmittag in dem Gebäude, als der Werdohler, wohl neuer Miteigentümer des Grundstücks, mit seinem Sohn Demontage-Arbeiten an einem Zaun durchführte und dabei auch eine Kettensäge zum Einsatz brachte. „Der 54-Jährige kam daraufhin aus dem Haus gelaufen und hatte eine Eisenstange in der Hand. In der Folge kam es zu einer Auseinandersetzung und den schweren Verletzungen des Schalksmühlers“, sagte Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli.

Dass es sich bei dem Verletzten um einen früheren Lüdenscheider handelt, der nach Schalksmühle umgezogen ist und Kontakt zur Szene der sogenannten Reichsbürger pflegt, bestätigte die Staatsanwaltschaft am Freitag noch nicht, jedoch eine Beteiligung des Staatsschutzes an den Ermittlungen.

54-Jähriger noch nicht vernehmungsfähig

Der 54-Jährige ist Mitglied der Justiz-Opfer-Hilfe Deutschland. Die Organisation aus Löhne hat es sich zur Aufgabe gemacht, Reichsideologen vor Gericht zu vertreten. Als „König von Preußen“ und „Markgraf des Märkischen Kreises“ unterzeichnet er für die Organisation unter anderem Urkunden, die mit der Ortsbezeichnung Schalksmühle versehen sind. Die Justiz-Opfer-Hilfe soll dafür bekannt sein, Reichsbürgern beispielsweise bei Räumungsklagen unterstützend zur Seite zu stehen.

„Wir werden sicherlich auch die in der Klinik liegende Person vernehmen, sobald ihr Gesundheitszustand entsprechend stabil ist. Das wird aber etwas dauern“, sagte Pauli. Weil in alle Richtungen ermittelt werde, sei eine Notwehraktion mit der Kettensäge durch den 37-Jährigen nicht auszuschließen.

Der Tatverdächtige, der sich nach der Auseinandersetzung widerstandslos von Polizeikräften festnehmen ließ, wurde laut Aussage der Staatsanwaltschaft bereits am Donnerstagnachmittag ohne Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Zur Anfrage, ob es zwischen den Kontrahenten aus Werdohl und Schalksmühle schon vor der blutigen Auseinandersetzungen zu Streitigkeiten und polizeilich bekannten Vorfällen gekommen war, konnte die Staatsanwaltschaft am Freitag nichts sagen.

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