1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Schalksmühle

Nach Hochwasser: Feuerwehr im MK kämpft gegen Schimmelpilz

Erstellt:

Von: Thomas Machatzke

Kommentare

Feuerwehr Wandgemälde
Besprechung vor dem Wandgemälde im Hintergrund: Von diesem Bild muss sich die Feuerwehr zumindest im Original verabschieden. © Thomas Machatzke

Die Feuerwehr in Dahlerbrück muss erst einmal ohne ihren Schulungsraum auskommen. Der Grund: Das Hochwasser hat dem Raum doch so zugesatzt, dass er nun komplett saniert werden muss.

Dahlerbrück – Eigentlich hatten die Verantwortlichen im Dahlerbrücker Feuerwehrgerätehaus gedacht, dass man gut davongekommen sei beim Hochwasser im Juli. Komplett glimpflich dann aber eben doch nicht: Ähnlich wie in der Sporthalle am Volmewehr in Hagen-Dahl, deren Hallenboden nun komplett saniert werden muss, ist auch in Dahlerbrück erst spät festgestellt worden, dass nicht alles gut wird: Der Schulungsraum des Komplexes wird nun komplett saniert.

„Draußen hat das Wasser höher gestanden als im Raum, aber es hat eben von Außen gedrückt“, sagt Rainer Lückmann, stellvertretender Einheitsführer der Löschgruppe Dahlerbrück, „und wir waren ja alle im Einsatz. Unsere Sachen konnten wir da nicht retten.“ Der Standartenschrank und auch ein Thekenschrank, die beide durch das Wasser aufgequollen waren, liegen bald auf der Müllkippe.

Doch das alleine war es nicht. „Es ist nicht so, dass im Estrich das Wasser gestanden hätte“, sagt Ralf Bechtel, Leiter des Technischen Bauamtes, „aber es ist auch nach Wochen noch eine Feuchte festgestellt worden.“

Nach Hochwasser: Feuerwehr im MK kämpft gegen Schimmelpilz

Jörg Volkmer, Einheitsführer der Löschgruppe, hatte zunächst noch die Hoffnung gehabt, dass alles wieder trocknen würde, doch diese Hoffnung erwies sich als trügerisch. „Eine Katastrophe“, sagt er, relativiert dies allerdings ganz schnell, „natürlich ist da nun viel zu tun, aber wir bekommen von der Gemeinde ja auch eine Menge Hilfe. Und es ist immer noch ,nur’ ein Schulungsraum. Niemand muss hier schlafen, verliert sein Dach überm Kopf. Das bekommen wir schon wieder hin.“

Am 30. August gab die Gemeinde jedenfalls wegen der weiterhin feststellbaren Feuchtigkeit im Raum Messungen in Auftrag. Bereits am 1. September wurden die Untersuchungen durchgeführt, doch dann war erst einmal Geduld gefragt. „Die Labore sind ja im Moment komplett überlastet“, sagt Bechtel – ähnliche Anfragen gab es aus noch schlimmer betroffenen Gebieten viele.

Die Unternehmen haben nicht auf uns gewartet. Wir müssen uns hinten anstellen...

Ralf Bechtel über das Zeitfenster für die Sanierung

Als das Ergebnis vorlag, war klar: In die Dämmung eindringende Schadstoffe wie Heizöl oder Fäkalerreger konnten ausgeschlossen werden. Wohl aber wurde ein Schimmelpilzbefall im Estrich festgestellt. „Und der hat da nun mal nichts zu suchen“, sagt Bechtel.

Am Freitag vergangener Woche wurde deshalb ein Unternehmen mit der Desinfektion und Entkeimung beauftragt. Dafür wird es auf dem Fußboden noch mehr Bohrungen geben – der PVC-Boden wird komplett ausgetauscht. Auch die Holzvertäfelung von den Wänden ist inzwischen komplett entfernt. Das hat die Feuerwehr selbst erledigt. „Die ist ja ohnehin heute nicht mehr so zeitgemäß“, sagt Bechtel und geht davon aus, dass der Raum wohl am Ende komplett weiß gestrichen wird.

Drei mann in einem Feuerwehrhaus
Ortstermin im Schulungsraum der Feuerwehr Dahlerbrück: Löschgruppenführer Jörg Volkmer (Mitte) schaute sich am Donnerstagmorgen mit Bauamtsleiter Ralf Bechtel und Ordnungsamtsleiterin Silvia Gonzalez Algaba. © Machatzke, Thomas

„Die Feuerwehr macht da einiges in Eigenleistung“, sagt Bechtel und freut sich darüber. Aber es wird auch Arbeiten geben, die eben von Dritten eingekauft werden müssen. In welchem Zeitraum? „Die Unternehmen haben nicht auf uns gewartet. Wir müssen uns hinten anstellen“, sagt Bechtel, „aber ich hoffe, dass wir die Arbeiten im November vielleicht abschließen können.“

Und dann dürften auch neue Schränke aufgetrieben werden für die Löschgruppe. Auf dass die Schulungen in Zukunft in einem komplett sanierten, modernen Raum stattfinden können.

Abschied von der alten Theke und dem Wandgemälde

Mit der Komplett-Sanierung des Schulungsraums muss die Feuerwehr in Dahlerbrück auch Abschied nehmen von zwei Erinnerungsstücken aus einer anderen Zeit: Theke und Thekenschrank hatte sie einst von der alten Gaststätte Nölling in Oberreeswinkel übernommen. Beides ist nicht mehr zu erhalten.

An der gegenüberliegenden Wand werden beim Anstrich auch die beiden Wandgemälde des inzwischen verstorbenen Dahlerbrücker Malers Arnold Mücke weichen müssen. Eines der beiden zeigt das Feuerwehrgerätehaus und die Umlagen in früherer Zeit. „Die Gemälde werden abfotografiert und sollen nachher wieder aufgehängt werden“, erklärt Jörg Volkmer.

Allerdings erst nach Abschluss aller Arbeiten. Dazu zählt auch der Einbau einer neuen Decke mit LED-Leuchten, die durch die Förderung im Rahmen des Leader-Projektes ohnehin geplant war. „Eigentlich müsste dies bis zum 31. Dezember abgeschlossen sein“, sagt Volkmer, „aber wegen der Hochwasserschäden haben wir etwas mehr Zeit, müssen allerdings das Material auf jeden Fall noch in diesem Jahr kaufen.“

Auch interessant

Kommentare