In Schalksmühle und Halver

Nach Faulbrut-Befall: Imker beginnen Neuaufbau

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Sechs Bienenstände waren von der Faulbrut befallen.

Schalksmühle/Halver - Bei sechs Bienenständen in Schalksmühle und Halver wurde im vergangenen Sommer ein Befall mit Amerikanischer Faulbrut festgestellt. Der Märkische Kreis richtete daraufhin einen weitläufigen Sperrbezirk ein.

Die Völker in den Ständen wurden vollständig vernichtet und fachkundig entsorgt. So konnte der Märkische Kreis den Sperrbezirk am 4. November wieder aufheben, und mittlerweile bauen die Imker ihre Völker wieder auf.

Zunächst stellte im Juni ein Mitglied des Imkervereins Halver-Schmidthausen einen Faulbrutbefall in seinen Bienenstöcken in der Volmegemeinde fest. Der Imker meldete den Seuchenbefall dem Veterinäramt des Märkischen Kreises, das am 27. Juni einen weitläufigen Sperrbezirk in Schalksmühle einrichtete. Die 13 Imker im gesperrten Bereich duften anschließend keine Bienen, Bienenstände und zum Imkern benötigte Gerätschaften in andere Gebiete transportieren.

Die 13 Bienenstände mit jeweils mehreren Bienenvölkern wurden amtsärztlich untersucht. Die befallenen Stände wurden eliminiert, die restlichen Bienenstände desinfiziert und in regelmäßigen Abständen vom Amtstierarzt kontrolliert. Ausgebrochen sein könnte die Infektion, weil ein nicht organisierter Imker Bienenköniginnen ohne Gesundheitszeugnis eingeführt hat. Diesen Verdacht äußert zumindest der Imkerverein Halver-Schmidthausen.

Die Brut wird befallen

Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine bakterielle Infektion mit Paenibacillus larvae larvae, das ausschließlich die Brut von Bienen befällt. Der Bienen-Nachwuchs stirbt dadurch größtenteils ab. Das Volk schrumpft, bis es so schwach wird, dass es nicht mehr überleben kann. Die Faulbruterreger bilden dann Sporen. Diese Dauerformen bleiben jahrelang infektiös. Wird ein infizierter Bienenstand von fremden Bienen ausgeräubert, tragen sie die Sporen weiter. Die die Faulbrut befällt auch die Bienenbrut der gesunden Völker.

„Der Verein weist daher ausdrücklich darauf hin, dass Bienen oder Bienenköniginnen nicht ohne Gesundheitszeugnis aus anderen Kreisen oder gar per Versand aus anderen Ländern bezogen werden dürfen. Wer zudem seine Bienenvölker zeitweilig zum Beispiel an blühenden Rapsfeldern aufstellt, hat, um Kontrollen zu ermöglichen, am Bienenstand ein Schild mit seinem Namen und seiner Anschrift sowie der Zahl der Bienenvölker gut sichtbar anzubringen“, nimmt der Club Bezug auf Paragraf 5a der Bienenseuchenverordnung.

Seit der Aufhebung des Sperrbezirks vor gut zwei Monaten bauen die betroffenen Imker ihre Völker wieder auf, erhalten dabei Unterstützung der anderen Vereinsmitglieder. Die Bienenhalter sind bei ihrer Arbeit verpflichtet, den Beginn der Bienenhaltung dem Veterinäramt mit der Anzahl der Völker und Standort der Bienenstände zu melden. Auch sollen die Bienenvölker bei der Tierseuchenkasse angemeldet werden.

Aufgrund des Faulbrutbefalles im Bereich des Imkervereins Halver-Schmidthausen wird in diesem Jahr bei allen Vereinsmitgliedern eine kostenlose Faulbrutuntersuchung durchgeführt. Imker, die bisher nicht Mitglied des Verein sind, können diesem noch kurzfristig beitreten. Gelegenheit dazu besteht zum Beispiel beim Besuch des nächsten Imker-Stammtisches am Donnerstag, 26. Januar, ab 19.30 Uhr im Haus Waldfrieden, Zum Hälversprung 7 bis 11 in Halver. Möglich ist der Beitritt auch über den Vereinsvorsitzenden Rainer Küpper (E-Mail: rkuepper@posteo.de, Tel. 0 23 38 / 8 89 05 77).

Für die Bevölkerung bestand beim Verzehr des Honigs übrigens nie eine Gefahr, die Faulbrut ist nicht auf den Menschen übertragbar. „Der Honig gehört nach wie vor zu den gesündesten Nahrungsmitteln“, teilt der Imkerverein mit.

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