Kostenschätzung von bis zu 400 000 Euro für beide Schalksmühler Schulen

Nach Eltern-Forderung: Streit über Luftfilter-Anlagen an Schulen

Die Grundschule Spormecke
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Die Grundschule Spormecke

Brauchen die Schalksmühler Schulen in allen Klassenräumen Luftfilteranlagen im Kampf gegen das Coronavirus und zur Vermeidung neuerlicher Schulschließungen? Über diese Frage ist ein politischer Streit in der Gemeinde entbrannt.

Schalksmühle - Im Ausschuss für Kinder, Jugend, Schule und Soziales am 8. September stellten sich UWG und FDP mit ihrer Mehrheit gegen den Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung. Bürgermeister Jörg Schönenberg und der zuständige Fachbereich hatten mit Ausnahme des Forums in der Primusschule für alle anderen Klassenräume „keinen weiteren Handlungsbedarf“ gesehen – wenn man der Empfehlung des Bundesumweltamts folgt. In der Sitzung hatten Elternvertreter der Grundschule Spormecke die Politiker mit Nachdruck zum sofortigen Handeln aufgefordert. Geld dürfe dabei keine Rolle spielen.

Hitzige Debatte

Nach hitziger Debatte fand sich schließlich eine Mehrheit für einen neuen Antrag. Darin wird die Verwaltung aufgefordert, kurzfristig alle Schulräume, die von Schülern bis zum zwölften Lebensjahr genutzt werden, mit mobilen Luftfilteranlagen auszustatten. Dazu zählen auch die Fachräume. Das letzte Wort aber ist noch nicht gesprochen. Am Montag berät der Hauptausschuss erneut, die finale Entscheidung trifft der Gemeinderat in seiner Sitzung am 27. September.

Für die Entscheidungsfindung der nächsten Tage hat der Fachbereich III den Parteienvertreten inzwischen eine Kostenschätzung für die Anschaffung mobiler Luftfilteranlagen vorgelegt. Basis ist eine Übersicht der auszustattenden Räume. Insgesamt 78 Räume haben die Verwaltungsmitarbeiter an den zwei Schulen ermittelt. 64 davon befinden sich in der Primusschule. Hinzukommen weitere 14 Klassen- und andere Räume in der Grundschule Spormecke. In einer am Dienstag vorgelegten aktualisierten Kostenschätzung bereitet die Verwaltung die Politiker auf Kosten in Höhe von 328 000 bis 404 000 Euro vor – abhängig davon, welches Modell angeschafft wird. Nach Berechnungen der Verwaltung müssten für die Umsetzung des Antrags aus der Ausschusssitzung an der Primusschule Dutzende mobile Luftfilteranlagen installiert werden, die mit 264 000 bis 290 700 Euro zu Buche schlagen. An der Grundschule summiert sich die außerplanmäßige Ausgabe auf 64 000 bis 113 900 Euro.

Entscheidung im Rat

Ob sich auch im Hauptausschuss eine Mehrheit für die Anschaffung der mobilen Luftfilteranlagen findet, ist unklar. Das liegt auch an den Mehrheitsverhältnissen im Hauptausschuss. UWG und FDP kommen hier gemeinsam auf vier Sitze genau wie SPD und CDU. Als Vorsitzender ist Bürgermeister Schönenberg ebenfalls stimmberechtigt. Er hatte in der Sitzung am 8. September darauf hingewiesen, dass Luftreinigungsgeräte weder das zusätzliche Lüften noch das Tragen von Masken für die Schüler ersetzen und sich hinter den Beschlussvorschlag seines Fachbereichs gestellt. Im 31-köpfigen Rat dagegen würde es für eine Mehrheit von UWG (13 Sitze) und FDP (vier Sitze) reichen.

Kostenschätzung

Für die Kostenschätzung hat die Gemeinde Schalksmühle drei verschiedene Modelle von mobilen Luftreinigungsanlagen unter die Lupe genommen. Sie unterscheiden sich in Größe, Lautstärke und Preis. Je nach gewähltem Modell werden unterschiedlich viele Geräte benötigt. Für die Luftreinigung in den Räumen der Grundschule Spormecke wären beispielsweise 85 Stück eines nur 72 Zentimeter hohen Standgeräts erforderlich – pro Raum bis zu sechs Stück. Sie haben eine Lautstärke von 35 Dezibel und würden allein für die Grundschule Kosten von 110 500 Euro verursachen. Eine ähnlich große Luftmenge könnte auch mit acht Großgeräten (1,90 Meter hoch, 35 Dezibel) gefiltert werden, bei Kosten von nur 64 000 Euro. Am teuersten sind an der Decke oder Wand montierbare Luftfilter. Für die Grundschule Spormecke würden laut Verwaltung 67 Geräte benötigt werden (113 900 Euro). Ihr Nachteil: Sie sind mit 39 Dezibel etwas lauter.

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