1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Schalksmühle

Nach der Flutkatastrophe: Firmen und Kommunen suchen gemeinsam Lösungen

Erstellt:

Von: Bettina Görlitzer

Kommentare

Dr. Johannes Osing, Leiter des Fachdienstes Natur- und Umweltschutz beim Märkischen Kreis, dem ab 1. Januar auch die Untere Wasserbehörde zugeordnet wird, erläuterte die aktuellen Maßnahmen, die der Kreis plant.
Dr. Johannes Osing, Leiter des Fachdienstes Natur- und Umweltschutz beim Märkischen Kreis, dem ab 1. Januar auch die Untere Wasserbehörde zugeordnet wird, erläuterte die aktuellen Maßnahmen, die der Kreis plant. © Görlitzer, Bettina

Die Flutkatastrophe im Juli hat deutlich gemacht: Der Klimawandel hat auch für Schalksmühle, Lüdenscheid, Halver und Kierspe Folgen. Die in den Volmekommunen wollen deswegen beim Hochwasserschutz Kräfte bündeln.

Schalksmühle – Die Täler an Flüssen und Bächen, die einst die Grundlage für die wirtschaftliche Stärke der Region waren, sind in Anbetracht des Klimawandels zum Risikofaktor geworden – das hat das Starkregenereignis im Juli mehr als deutlich gemacht. Jetzt gilt es, gemeinsam zu handeln, sowohl zur Bewältigung der Schäden als auch für den Schutz vor künftigen Hochwassern: Das war die Botschaft eines Dialogs, zu dem die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer (SIHK) am Donnerstag Vertreter der Volmekommunen – allen voran die Bürgermeister Jörg Schönenberg (Schalksmühle), Olaf Stelse (Kierspe) und Michael Brosch (Halver) –, des Märkischen Kreises und von Unternehmen ins Schalksmühler Rathaus eingeladen hatte.

Dr. Johannes Osing, beim Kreis Leiter des Fachdienstes Natur- und Umweltschutz, stellte das Klimafolgeanpassungsteilkonzept (KFATK) vor, dass der Märkische Kreis in Abstimmung mit den Kommunen in Auftrag gegeben hat und dessen wesentliches Ziel die Erstellung einer Starkregengefahrenkarte ist. Außerdem riet er den Unternehmen, bei den anstehenden Sanierungen unbedingt zuerst den Kontakt zu den Behörden zu suchen. „Man kann schon mit kleinen Maßnahmen viel erreichen.“ Aber nicht nur einzelne Grundstücke, auch die Volme als Ganzes müsse für den Hochwasserschutz betrachtet werden, betonte Jörg Schönenberg. Dafür sei es nötig, im Gespräch zu bleiben.

Dies sagten auch Uwe Sieg von der Unteren Wasserbehörde und Volker Neumann, technischer Vorstand des Stadtentwässerungsbetriebs Lüdenscheid Herscheid (SELH), zu.

14 Firmen aus Schalksmühle, Halver, Kierspe, Meinerzhagen und Lüdenscheid waren der Einladung gefolgt. Während auf der einen Seite bereits konkrete Maßnahmen wie Überflutungsflächen, Stauwehre und Wiederaufforstung diskutiert wurden, wurde auch Skepsis laut, sowohl über die Aussagekraft von Simulationen und Vorhersagen als auch darüber, wie sinnvoll teure Maßnahmen sind, die im schlimmsten Fall vielleicht doch nicht komplett schützen oder gar nicht gebraucht werden, weil solche Ereignisse erst wieder in 100 Jahren auftreten.

Kaum eine dieser Bauten wäre nach heutigem Recht noch genehmigungsfähig, räumten die Behördenvertreter ein. Aber letztlich gelte es, die über Jahrhunderte gewachsenen Standorte zu erhalten, weil es keine Alternativen gebe. Gewerbeflächen sind knapp. Wichtig sei es daher, sich zumindest bestmöglich zu schützen und Gefahren einschätzbar zu machen, sagte Osing.

SIHK-Geschäftsführer Christoph Brünger, der das Gespräch moderierte, sagte zu, am Ball zu bleiben: „Es ist wichtig, dass wir den Schwung, den wir im Thema haben, jetzt nutzen, um Konzepte umzusetzen.“

Er wies zudem auf die Beratungen der SIHK zur Aufbauhilfe NRW hin. Ab sofort können Termine für Einzelberatungen vor Ort vereinbart werden. Die erste Sprechstunde findet am 1. Dezember im Schalksmühler Rathaus, Zimmer 20, statt. Am 2. Dezember folgt ein Termin im Halveraner Rathaus, um 9. Dezember im Rathaus in Kierspe und am 15. Dezember in der Lüdenscheider Geschäftsstelle der SIHK. Termine können jeweils für die Zeit zwischen 10 und 16 Uhr vereinbart werden.

Auch interessant

Kommentare