Notfallmanagement

Nach dem Hochwasser: Firma im MK ist wieder in Betrieb

Mahindra, Falkenroth, Volme, Schalksmühle, Hochwasser
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Der eigentliche Eingang des Firmengebäudes ist derzeit nicht nutzbar – die Brücke wurde komplett weggerissen. Große Teile davon liegen nun weiter unterhalb, hinter der Brücke zur Asenbach in der Volme.

Von einer Beseitigung der Hochwasserschäden kann längst noch keine Rede sein, doch der Betrieb in läuft in dieser Firma im MK wieder.

Schalksmühle – In der Schalksmühler Niederlassung der Mahindra Forgings Europe AG (ehemals Falkenroth) ist die Produktion längst wieder im Gange. Zu 90 Prozent laufen die Maschinen, betonen Geschäftsführer Rolf Werfler und Oliver Steinhoff, Vertriebsleiter und Assistent der Geschäftsleitung, im Gespräch mit der Redaktion. Das Notfallmanagement, koordiniert von einer fünfköpfigen „Task Force“, habe von Beginn an bestens funktioniert, sagt Werfler.

Wichtig ist Werfler und Steinhoff die Feststellung, dass auch durch den vorübergehenden Produktionsstopp unmittelbar nach dem Hochwasser keine Lieferketten unterbrochen worden seien. Bei keinem Kunden sei es zu Verzögerungen der Produktion gekommen. Werflers Botschaft an Kunden lautet – nicht zuletzt angesichts der Schwierigkeiten auf den Weltmärkten: „Es ist von Vorteil, seine Schmiedeteile regional zu kaufen.“ Sein Unternehmen habe bislang auch noch keine Schwierigkeiten, Material zu bekommen.

Das Notfallmanagement der „Task Force“ um Oliver Steinhoff und Rolf Werfler (2. und 3. von links) hat aus Unternehmenssicht bestens funktioniert.

Alle 105 Mitarbeiter am Standort hätten mit vollem Einsatz rund um die Uhr mitgearbeitet, um die Schäden zu beseitigen und die Produktion wieder ans Laufen zu bringen, auch wenn an etlichen Stellen immer noch improvisiert werden muss. Das firmeneigene Wasserwerk und die gesamte Elektrik wurden zerstört, aber auch Toiletten und Sozialräume. „Wir werden bis Ende des Jahres unter erschwerten Bedingungen produzieren“, sagt Werfler. So lange werde die Beseitigung aller Schäden wohl noch mindestens dauern.

B54 zum Teil einspurig

Voraussichtlich schon Ende September soll aber die einspurige Verkehrsführung auf der B 54 beendet sein. Aber zunächst wurde die Fahrspur noch auf etlichen Metern Länge mehr gesperrt und zum Teil mit Platten bedeckt, um Schäden an der Fahrbahndecke zu verhindern. Dieser Bereich werde für die Aufräumarbeiten in der Volme benötigt, nicht zuletzt als Sicherheitsabstand.

Die Firma in Dahlerbrück befindet sich nicht nur an, sondern auch über der Volme. Immer noch liegen ganze Baumstämme im Untergraben unter dem Gebäude. Die Brücke, die zum Eingang führte, ist komplett weggerissen worden und hat dabei entsprechende Schäden am Gehweg an der Volmestraße und an der Immobilie verursacht. Am Katastrophentag stand das Wasser rund zwei Meter hoch in der Produktionshalle mit dem Schmiedeöfen gestanden. Die gute Nachricht: „Wir haben frühzeitig evakuiert. Es gab keine Verletzten“, freut sich der Geschäftsführer.

Ganz Baumstämme wurden in den Untergraben des Gebäudes gespült.

Noch an dem Tag habe die Task Force ihre Arbeit aufgenommen. „Dabei wurden wir von der Zentral und vom Versicherer unterstützt“, sagt Werfler. Steinhoff erzählt, wie als erstes ein Notstromaggregat beschafft wurde, um wenigstens wieder Licht zu haben. Außerdem wurden Gummiflitschen besorgt. Der Dreck wurde mit Schippen rausgeschafft. „Wir haben hunderte Tonnen von Schlamm und Fäkalien beseitigt“, sagt Steinhoff. Zum Teil werde der Abfall noch in Containern gelagert, weil die Entsorgungsfirmen nicht nachkommen.

Die Volme bekommt mehr Platz

Im Zuge der Aufräum- und Sanierungsarbeiten, werden auch vorbeugende Maßnahmen umgesetzt, kündigte Werfler an. Die Volme soll „mehr Platz bekommen“. Dafür sollen Schutt, Baumstämme und Geröll großflächig aus Flussbett und Untergraben geräumt werden. Die neue Brücke soll anstelle eines Viadukts eine freitragende Konstruktion bekommen und auch höher werden. Dankbar ist Werfler auch für die Unterstützung der Gemeinde, mit der das Unternehmen im engen Austausch steht. Und auch darüber hinaus ist Falkenroth auch unter internationaler Leitung in Schalksmühle verwurzelt: „Wir setzen viel auf lokale Handwerker.“

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