Nach Brand in Dahlerbrück

Rache am Vermieter: Schalksmühler (28) wegen versuchten Mordes vor Gericht

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Feuerwehreinsatz am 9. Dezember 2019: Eine Person wurde schwer verletzt und musste ins Krankenhaus.

Schalksmühle - Ein 28-jähriger Mann aus Schalksmühle muss sich ab kommenden Mittwoch unter anderem wegen versuchten Mordes mit besonders schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung vor dem Schwurgericht des Landgerichts Hagen verantworten.

Es sind schwere Vorwürfe, die dem Schalksmühler zur Last gelegt werden: Er soll in der Nacht des 9. Dezember 2019 gemeinsam mit einem Mittäter im Keller eines Doppelhauses am Linscheider Berg in Dahlerbrück einen Brand gelegt haben. 

Wie unsere Redaktion damals berichtete, stand beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte eine Person, um Hilfe rufend, am Fenster des ersten Obergeschosses, während dichter Rauch aus dem Fenster quoll. Dabei handelte es sich offenbar um den Hauseigentümer, auf den es der 28-Jährige abgesehen hatte. Das Opfer konnte gerettet, musste jedoch wegen einer Rauchgasvergiftung intensivmedizinische betreut werden. Weitere vier betroffene Personen konnten das Gebäude damals selbstständig verlassen. 

Vorwurf: Klare Tötungsabsicht

Wie es nun im Vorfeld des Prozessauftakts heißt, soll der Angeklagte aus Rache gehandelt haben, um den Hauseigentümer zu töten. Dieser soll sein Vermieter einer – nicht im besagten Haus gelegenen – Wohnung gewesen sein und dem Angeklagten nach der Beschädigung der Wohnung gekündigt haben. Den Tod der weiteren Hausbewohner soll der 28-jährige Schalksmühler mindestens billigend in Kauf genommen haben. 

Ihm wird konkret „heimtückisches Handeln mit gemeingefährlichen Mitteln sowie ein Handeln aus sonstigen niedrigen Beweggründen“ vorgeworfen. Der Mittäter hat sich wenige Tage nach der Tat das Leben genommen. Der geschädigte Hauseigentümer hat sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen. 

Nicht die erste Brandstiftung

Dem Angeklagten werden darüber hinaus zwei weitere, frühere Brandstiftungen vorgeworfen. So soll er bereits am 16. Juni 2019 in Schalksmühle zusammen mit einem anderen Mittäter das Auto eines Nachbarn, mit dem er häufiger Streit hatte, in Brand gesetzt zu haben. Es soll damals ein Sachschaden in Höhe von 800 Euro an dem Auto entstanden sein. 

Schließlich soll der Angeklagte zusammen mit den beiden Mittätern sowohl des genannten Fahrzeug- als auch des Hausbrandes am 22. Juli des vergangenen Jahres ein offiziell leer stehendes Haus in Schalksmühle in Brand gesetzt haben. Das von einem Unbekannten zu Wohnzwecken genutzte Dachgeschoss des Hauses brannte dabei vollständig aus. Einen Grund für diese Tat haben die Ermittlungen allerdings nicht ergeben. 

Angeklagter ist polizeibekannt

Der Angeklagte ist bei der Polizei kein unbeschriebenes Blatt und wegen Drogenhandels, Diebstahls und Fahrens ohne Fahrerlaubnis vorbestraft. Zur Tatzeit stand er unter laufender Bewährung. Der Schalksmühler befindet sich bereits seit dem 19. Dezember 2019 in Untersuchungshaft. Für die dem Angeklagten vorgeworfenen Taten sieht das Gesetz in der Regel eine Freiheitsstrafe zwischen drei und fünfzehn Jahren vor.

Prozess 

Der Prozess gegen den Mann beginnt am Mittwoch, 17. Juni, um 14 Uhr am Landgericht Hagen. Für das Verfahren sind bis Ende Oktober 17 Verhandlungstage vorgesehen.

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