Institut beruft sich auf LKA-Empfehlung

Kein Bargeld mehr nach 23 Uhr: Sparkasse im MK macht Geldautomaten dicht

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Geldabheben nach 23 Uhr? Ab 1. Juli ist das an allen Geldautomaten der Sparkasse Lüdenscheid nicht mehr möglich. Das gab das Geldinstitut jetzt im Rahmen einer Ausschusssitzung in Schalksmühle bekannt. Doch das führte bereits zu Kritik.

Der Grund seien neue Sicherheitsanforderungen, wie es vonseiten der Sparkasse heißt. Betroffen davon seien unter anderem auch "große" Standorte, wie das Foyer der Hauptstellen in Lüdenscheid und Halver. Zusätzlich werde an allen Standorten, an denen Bedarf besteht, weitere Sicherheitstechnik verbaut. Der Geldautomatenstandort an der Star-Tankstelle in Halver werde komplett aufgegeben. 

Schutz vor möglichen Angriffen

Mit diesen Maßnahmen wolle die Sparkasse möglichen Angriffen auf Automaten oder gar deren Sperrungen vorbeugen und vor allem Personen und Gebäude schützen. Das habe höchste Priorität. Bei zahlreichen Vorfällen im Märkischen Kreis seien bereits Schäden im zweistelligen Millionenbereich entstanden. 

Die Verantwortlichen reagieren damit auf eine Handlungsempfehlung des Landeskriminalamts NRW, in der eine Reihe neuer Sicherungsmaßnahmen bis hin zur Schließung von Standorten vorgeschlagen werden. „Den Empfehlungen des LKA wollen und müssen wir selbstverständlich nachkommen“, erklärte Thomas Meermann, Sprecher der Sparkasse

Kommunalpolitiker reagieren verärgert

Neue Sicherheitsanforderungen führen auch zur Schließung der beiden Selbstbedienungs-Stellen in Dahlerbrück und Herscheid-Hüinghausen sowie die Aufgabe des Geldautomaten an der Star-Tankstelle in Halver. Dies hatte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Lüdenscheid Markus Hacke den Mitgliedern des Schalksmühler Gemeinderats direkt mitgeteilt. Aufgrund der hohen Kosten und der Gefährdung der umliegenden Wohnbebauung an den drei Standorten habe man sich zu diesem Schritt zum 1. Juli entschlossen. 

Sprengungen von Geldautomaten haben in den vergangenen Jahren Überhand genommen. Jetzt reagiert die Sparkasse Lüdenscheid. (Archivbild)

Die Mitteilung sorgte im Rat teilweise für Entrüstung. „Warum wird die Öffentlichkeit nicht vorher informiert?“, fragte Michael Siol (SPD). Der Verwaltungsrat sei vorab in Kenntnis gesetzt worden, so Markus Hacke. Dort bestehe aber eine Verschwiegenheitspflicht. Bernd Müller (UWG) formulierte den Vorwurf, dass eher wirtschaftliche Gründe im Vordergrund stünden. Hacke betonte indes, dass man nicht vor hatte, die Standorte aufzugeben, man aber durch die Ereignisse dazu gedrängt worden sei. 

"Kapitulation vor den Verbrechern"

André und Manfred Trimpop bedauerten diesen Schritt. Die Polizei sei hier in der Pflicht, das Vorgehen eine Kapitulation vor den Verbrechern. Die Bargeldversorgung für ältere Menschen sei wichtig. André Trimpop plädierte für den Erhalt eines kleinen Standorts in Dahlerbrück. Markus Hacke erklärte in diesem Zusammenhang, dass das Aufstellen eines Geldautomaten im Edeka nicht möglich sei, da auch dort der Sicherheitsaufwand zu groß und zu teuer wäre. 

Jörg Weber (CDU) äußerte Verständnis für die Sicherheitsbedenken. Er appellierte an die Sparkasse, in Verhandlung über andere Standorte zu gehen. Auf Nachfrage von André Krause (CDU) versicherte der Vorstandsvorsitzende, dass der Geldautomat in Heedfeld derzeit nicht zur Diskussion stehe

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