Musik und lahme Pointen

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Das Musik-Comedy-Duo Hinz und Kunz überzeugte nicht. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Ein mies gelaunter, wirrhaariger Kunz und ein grinsender, glatzköpfiger Hinz schlurften beziehungsweise sprangen am Freitagabend auf die Bühne des Pädagogischen Zentrums Löh, um dem Publikum den richtigen Groove zu vermitteln.

Am Ende des Abends mit ihrem Programm „Das Geigen der Lämmer“ war ihnen das, wenn überhaupt, nur teilweise gelungen. Waren die Dialoge zwischen dem staubtrockenen, schimpfenden Kunz und seinem überdrehten Duettpartner Hinz anfangs noch witzig, nutzten sie sich mangels Variationen bald ab.

Dabei hätte der Abend durchaus Groove haben können, denn die beiden Musikkabarettisten entpuppten sich schon bald als vielseitige Musiker, die mit ihren Rhythmen das Publikum mitreißen konnten. Mühelos wechselten sie zwischen Reggae und Rap, Funk und Folk, Schlager und Swing. Dabei landeten sie mit Gitarre, Bass, Geige, Klavier, Schlagzeug und Triangel auch schon mal bei Vivaldi oder bei der Vogelhochzeit. Musikstile und Tempi konnten sie selbst während eines Stückes rasant schnell wechseln.

Ob dabei wirklich alle aus dem Publikum „Skudliwadiwudi“ oder anderen Nonsens im Chor mitsingen wollten, ließ sich spätestens nach der Pause mit „Nein“ beantworten. Denn da hatten einige der Kulturabonnenten das PZ bereits verlassen. Als sie in das Pippi-Langstrumpf-Lied mit einstimmen sollten, fragten sich wohl auch einige der noch Anwesenden, wo sie da wohl gelandet waren.

Dem gesamten Programm des Duos fehlte der rote Faden und manchmal schlichtweg der Inhalt. Für die reine Aneinanderreihung von Slapstick und lahmen Gags, gepaart mit gekonnten musikalischen Elementen war das fast zweistündige Abendprogramm einfach zu lang. ▪ rit

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