Schalksmühle

51. Musik Alter Meister in der Kreuzkirche / Berührender Start in das neue Jahr

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Die Musiker Annette Wehnert, Hans-Peter Westermann, Harald Hoeren, Elisa Rabanus, und Imola Gombos (von links) waren bei 51. Neujahrskonzert in der Kreuzkirche dabei.

Schalksmühle - Mit Werken von Buxtehude, Händel, Telemann und Bach (Söhne) stimmten Professor Harald Hoeren (Cembalo) und sein Ensemble ihre Zuhörer am Sonntagnachmittag in der Kreuzkirche Am Mathagen beim „Konzert Alter Meister“ innig und berührend auf das neue Jahr ein. Zum 51. Mal verzauberte die Tonkunst vergangener Jahrhunderte zum Auftakt des Jahres.

Auf historischen Instrumenten bereiteten der Nachfolger des am zweiten Weihnachtstag verstorbenen Günther Höller, der die außergewöhnliche Konzertreihe in Schalksmühle etablierte, und seine Mitstreiter den Zuhörern in der gut besuchten Kirche erbauliche, herzerwärmende Klangerlebnisse.

Neben Hoeren erwiesen sich Elisa Rabanus (Sopran), Hans-Peter Westermann (Oboe), Annette Wehnert (Violine) und Imola Gombos (Violoncello/Viola da gamba) beim hoch virtuosen, homogenen Zusammenspiel als Meister ihres Fachs.

Aus dem kulturellen Leben der Gemeinde seien die „Konzerte Alter Meister“ nicht mehr wegzudenken, erklärte Bürgermeister Jörg Schönenberg mit Blick auf die 51. Auflage der Reihe. Aus diesem Grund habe er für das kommende Jahr bereits eine Einladung zum Wiederkommen ausgesprochen. „Das Konzert ist sicherlich einzigartig“, betonte er. „Ich kann mir als Gemeindeoberhaupt nichts Schöneres vorstellen.“

Die Zuhörer in der Kreuzkirche erfreuten sich an der mitreißenden Spielfreude des Ensembles und der Authentizität der Darbietungen.

Die Liebe und Sorgfalt, die bei der Auswahl der Werke zutage trat, begeisterte ebenso wie die mitreißende Spielfreude des Ensembles und die Authentizität der Darbietungen.

Mit Telemann, der als Meister des „vermischten Geschmacks“ in die Musikgeschichte einging, verneigte sich das Ensemble zum Auftakt farbigen Konzertierens vor einem Jubilar des neuen Jahres. Betörende Gesanglichkeit – ein wesentliches Merkmal von Telemanns Stil – verliehen die Instrumentalisten dabei dem Quartett g-Moll, TWV 43:g2, für Oboe, Violine, Viola da gamba und Basso continuo in vier Sätzen. Melodiestimmen und Bassstimmen fügten sich zu einem organisch gewachsenen Ganzen. Im Juni jährt sich Telemanns Todestag zum 250. Mal.

Mit ihrer warmen, ausdrucksvollen Stimme verlieh die junge Sopranistin Elisa Rabanus, die sich auf die Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts spezialisiert hat, Arien und Kantaten aus der Feder von Händel, Telemann und Buxtehude besonderen Reiz. Mit Bravour meisterte sie die anspruchsvollen, reich verzierten und mit Koloraturen ausgeschmückten Gesangsstücke der Barockmeister.

Halleluja als Zugabe

Hervorgehoben seien die Kantate am Sonntag nach dem neuen Jahre „Schmecket und sehet unsers Gottes Freundlichkeit“ von Telemann, deren Wortlaut Pfarrer Torsten Beckmann am Ende des Konzerts in einem geistlichen Wort aufgriff, und die Buxtehude-Kantate „Also hat Gott die Welt geliebt“, deren Halleluja als Zugabe prädestiniert war.

In unterschiedlicher Konstellation brillierten die Musiker als Solisten und Begleiter. Unter anderem bei der besinnlichen Sonate g-Moll, H.529, für Oboe und Basso continuo des Bach-Sohnes Carl Philipp Emanuel zeigte Oboist Hans-Peter Westermann, der in seiner eigenen Werkstatt selbst historische Oboeninstrumente herstellt, seine Klasse. Wunderbar warm und weich gelang sein Melodiespiel.

Zum Bravourstück für die Kölnerin Annette Wehnert und ihre Geige geriet die Sonate C-Dur, op. 2 Nr. 3, für Violine und Basso continuo aus der Feder von Francesco Maria Veracini. Glänzend meisterte die Violinistin die hohen spieltechnischen Hürden der Komposition.

Frisch, farbig und lebendig traten zu guter Letzt Cembalo und Viola da gamba bei einer Sonate von Johann Christian Bach aus dem „Schatten“ der Bassbegleitung heraus. Mit dem Stück klopften Imola Gombos und Professor Harald Hoeren spielfreudig bei der Vorklassik an.

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