Müllkippe am Übergangsheim für Asylbewerber

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Eine regelrechte Müllkippe findet sich auf der Grünfläche hinter dem Übergangsheim für Asylbewerber. Kleidungsstücke hängen zum Teil in Büschen fest, Möbel und Scherben liegen verstreut herum.

Schalksmühle - Mülltüten, Kleidungsstücke, Scherben und alte Möbel – eine richtige Müllkippe befindet sich hinter dem Übergangsheim für Asylbewerber In der Lieth. Den Abfall schmeißen einzelne der 55 Bewohner zum Teil aus dem Fenster. Ein Zustand, den die Anwohner seit Jahren bemängeln.

Von Alisa Kannapin

„Ich schäme mich richtig, hier zu wohnen“, sagt eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. In den vergangenen Wochen habe sie mehrfach versucht, im Rathaus mit den Verantwortlichen über die Situation zu sprechen. In der kommenden Woche habe sie nun einen Gesprächstermin mit Bürgermeister Jörg Schönenberg, um über die Zustände zu sprechen.

Immer wieder würden sich die Anwohner über die vermüllte Grünfläche hinter dem Übergangsheim beschweren. „Vor dem Gebäude macht der Hausmeister der Gemeinde sauber, doch hinten bleibt alles liegen“, erklärt die verärgerte Bürgerin. Sie selbst habe mit den Bewohnern noch nie gesprochen. „Die sind ja sehr isoliert dort.“

Die Gemeinde selbst führe hingegen ständig Gespräche mit den Bewohnern, wie der zuständige Verwaltungsmitarbeiter Wolfram Göhlert erklärt. „Wir haben jemanden aus dem Irak, der sich mit den meisten verständigen kann. Mit anderen gibt es keine Kommunikation. Aber letztlich will es keiner gewesen sein“, erklärt Göhlert.

Die Gemeinde mietet das Gebäude von der Wohnungsgesellschaft Schalksmühle-Halver an, zuständig ist das Gebäudemanagement. 17 Wohnungseinheiten befinden sich im Haus. „Es ist also alles andere als eine Sammelstelle“, sagt Bürgermeister Jörg Schönenberg. Die Probleme seien der Gemeinde aber bekannt. „Doch unser Fachbereich hat keine Sanktionsmöglichkeiten. Und es ist ein bestimmter Personenkreis, der es mit dem Müll nicht so genau nimmt.“ Im Hinblick auf die regelmäßigen Gespräche, die die Gemeinde mit den Bewohnern über die Müllsituation führe, sei man auch „ein bisschen desillusioniert“.

Der Hausmeister der Gemeinde räume rund um das Gebäude regelmäßig auf, größere Dinge übernehme der Bauhof. „Aber es ist auch für die Mitarbeiter nicht schön, ständig den Müll von anderen wegzuräumen. Vor allem, weil es schnell wieder zugemüllt ist. Das ist auch kostenmäßig sehr ärgerlich.“

Laut Bürgermeister Schönenberg gibt es einen wöchentlichen Säuberungsrhythmus. „Wir werden dort nun verstärkt aufräumen, aber täglich vorbei zu schauen, geben die Ressourcen nicht her.“

Derzeit bringt die Gemeinde 99 Asylbewerber unter. Schönenberg: „Wir sind auch gerade dabei, ein neues Gebäude für die Asylsuchenden anzumieten.“ Um die Flüchtlinge besser in Schalksmühle willkommen zu heißen und ihnen Hilfestellungen zu geben, veranstaltete die Gemeinde am Donnerstag einen runden Tisch. 

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