"Silent Rider" ist keine Option

Keine Initiative gegen Motorradlärm - Politiker sprechen sich dagegen aus

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Der Verein „Silent Rider“ möchte für die Problematik durch Motorradlärm sensibilisieren und rechtliche Bestimmungen ändern lassen. Der Gemeinderat votierte gegen eine Mitgliedschaft.

Schalksmühle - Gerade am Wochenende in den Sommermonaten ist es an beliebten Motorradstrecken mit der Ruhe der Anwohner vorbei. Auch in Schalksmühle werden Anlieger an Hauptverkehrsstraßen durch die Emissionen beeinträchtigt.

Lärmende Auspuffrohre und hohes Tempo im großen Drehzahlbereich sorgen etwa bei den Anwohnern an der Kreisstraße 3 in Halver-Anschlag oder an der Nordhelle für Unmut. In Schalksmühle gibt es auch Stellen, an denen das vorkommt.

„An der Glörstraße sind die Bürger vom Lärm reichlich betroffen“, sagt Silvia Gonzalez, Fachbereichsleiterin für Bürgerdienste und Soziales. Auch Ratsherr Lutz Schäfer (Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion) habe nach eigenen Aussagen Erfahrungen mit Emissionen an der Klagebach gemacht. Weitere Anziehungspunkte für Kradfahrer seien in der Berg- und Talgemeinde nicht so massiv vorhanden. Dennoch sei es wichtig, dass auch Schalksmühle ein Zeichen setze, so Gonzalez. 

Gemeindeverwaltung schlägt Initiative vor

Deshalb schlug die Verwaltung im Rahmen der Sitzung des Gemeinderates am Montag vor, zum 1. September als einfaches Mitglied mit einem einmaligen und „angemessenen“ Beitrag von 500 Euro dem Verein Silent Rider beizutreten. Nach Anstrengungen der Kommunen und Kreise in der Region Nationalpark Eifel wurde im Jahr 2019 zunächst die Initiative ins Leben gerufen. 

Ziel dieser Kampagne sei das gemeinsame Vorgehen gegen Motorradlärm und vorrangig gegen die „schwarzen Schafe“. Dabei gehe es nicht darum, gegen Motorräder zu agieren, sondern darum, übermäßigem Motorradlärm durch mutwilliges und nicht angepasstes Verhalten entgegenzuwirken, heißt es vonseiten des Vereins. 

Im Wesentlichen möchte man rechtliche Rahmenbedingungen erzielen, die die zulässigen Lärmgrenzwerte heruntersetzen sowie das technische Manipulieren von Maschinen stärker unter Strafe stellen sollen. Darüber hinaus bemühe man sich um die Einführung von Frontkennzeichen für Motorräder sowie die allgemeine Halterhaftung. Unterstützt werden sollen diese Forderungen durch eine begleitende Werbekampagne. 

Märkischer Kreis ist bereits Mitglied

Aktuell besteht der Verein aus mehr als 20 Mitgliedern und Unterstützern (unter anderem dem Märkischen Kreis als ordentliches Mitglied, Kreis Düren, Kreis Euskirchen, Landkreis Ahrweiler und die Stadt Schmallenberg). Auch elf der 15 Städte und Gemeinden des Kreises haben bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Unterstützung erklärt. 

Dem Wunsch der Verwaltung nach einem Vereinsbeitritt wurde am Montag allerdings nicht entsprochen. Stattdessen kritisierten die Politiker den Vorstoß der Verwaltung. Man sei über die Mitgliedschaft des Kreises gut in dem Verein vertreten, meinte Jan Schriever (FDP-Fraktionsvorsitzender). 

Ein deutliches Nein sprach sein Parteikollege Jürgen Ebert aus. Roman Bossart (UWG) hält die Beteiligung an Initiativen wie der Lüdenscheider „Soko Respekt“ für „klug und sinnvoll“. Bei „Silent Rider“ befürchte er hingegen eine Bevormundung der Kradfahrer. Er stellte klar, dass alle Motorräder eine entsprechende Zulassung haben müssen und dass es selbstverständlich sei, manipulierte Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen. 

"Es geht nicht um alle Motorradfahrer"

Silvia Gonzalez dazu: „Es geht um den Motorradlärm und nicht generell um alle Motorradfahrer.“ André Krause (CDU-Fraktionsvorsitzender) habe angesichts des geringen Aufkommens nach eigenen Angaben die Sinnhaftigkeit des Vorstoßes nicht verstanden. Letztlich sei es nicht Aufgabe der Gemeinde, dem Lärm der Motorräder entgegenzuwirken, sondern die der Polizei. Darin waren sich alle Ratsmitglieder am vergangenen Montag einig. Deshalb lehnte man den Beitritt in den Verein „Silent Rider“ mehrheitlich ab.

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