Motorisierte Schmuckstücke

Besitzer Hans Wernscheid (rechts) und sein Beifahrer steigen in den Cadillac El Dorado, Baujahr 1971.

Schalksmühle -  Wer alte Autos liebt, war am Samstag bei der 21. Oldtimer-Rallye „Rund um Schalksmühle“ des ADAC-Ortsclubs an der richtigen Adresse. Der Vorsitzende und Organisator Klaus Erbstößer begrüßte 52 Teilnehmer mit ihren motorisierten Schmuckstücken am Autohaus Trimpop in Lüdenscheid, wo die Rallye begann.

Von Björn Othlinghaus

Durchgeführt wurden Wertungsläufe zum ADAC-Oldtimer-Obi-Cup Nord-West 2014, zum ADAC-Oldtimer-Cup Westfalen Lippe sowie für das ADAC-Sportabzeichen. Leider konnte eines der spektakulärsten der im Vorfeld angekündigten Modelle nicht an der Veranstaltung teilnehmen. „Der Alfa Romeo Montreal V8, Baujahr 1971, der aus Brüssel kommen sollte, ist auf der Fahrt zu uns auf der Autobahn liegengeblieben“, teilte Klaus Erbstößer vor dem Start der Rallye mit.

21. Oldtimer-Rallye des ADAC-Ortsclubs Schalksmühle

Dafür fuhren jedoch zahlreiche andere spektakuläre Fahrzeuge bei der traditionsreichen Rallye mit. Kaum zu übersehen war zum Beispiel der gelbe Cadillac El Dorado, Baujahr 1971, den der Schalksmühler Hans Wernscheid mitgebracht hatte. In vielerlei Hinsicht handelt es sich bei diesem Fahrzeug um ein Gefährt der Superlative. „Mit seinen 8,2 Litern und 365 PS bringt der Wagen 180 Stundenkilometer auf die Bahn“, erklärte Wernscheid, der den Straßenkreuzer aus Santa Barbara über Dresden nach Deutschland importiert hat. Bei der Frage nach dem Benzinverbrauch wollte der stolze Besitzer des mehr als zwei Tonnen schweren Gefährts eigentlich lieber schweigen, rückte aber schließlich doch mit den Zahlen heraus: „Zwischen 43 und 48 Liter auf 100 Kilometer müssten es schon sein.“ Doch was sei das schon gegen den Genuss, ein solch legendäres Auto fahren zu können.

Ein weiteres Glanzstück unter den Rallye-Fahrzeugen hatte Gerd Defontaine aus Gevelsberg mitgebracht, der mit seinem Beifahrer Wolfgang Callenbach an den Start ging. Allerdings gab es für die beiden eine Schrecksekunde, als ihr extrem seltener Renault Caravelle, Baujahr 1967, aufgrund verrußter Zündkerzen zunächst nicht anspringen wollte. Letztlich ließ der elegante Franzose seine Fahrer aber dann doch nicht im Stich, so dass die beiden an den Start gehen konnten.

Als ein ebenfalls sehr elegantes Fahrzeug kann auch der vorbildlich restaurierte Mercedes 280 SE Cabrio, Baujahr 1971, von Harald Jung bezeichnet werden. Der Schalksmühler Unternehmer war bis auf eine Veranstaltung bei jeder Oldtimer-Rallye mit dabei. „Oldtimer sind noch eigenständige Autos mit Persönlichkeit, und ich liebe einfach die alte Technik“, sagte Harald Jung, der sich gemeinsam mit Beifahrerin Nina Steinert auf den Weg machte. Sein Mercedes sei zudem sehr komfortabel und das perfekte Reiseauto, betonte Jung.

Ebenfalls einen Mercedes Benz, jedoch ein älteres Modell, hatte der Bochumer Dr. Rolf Tiggemann nach Schalksmühle mitgebracht. Sein Mercedes Benz 170 S-D lief im Jahr 1953 vom Band. „Das ist ein Auto zum Genießen und nicht zum Schnellfahren“, erklärte sein Besitzer, der auf der Autobahn in der Regel konstant 90 Stundenkilometer mit seinem Schmuckstück fährt. Die Rallye absolvierte er mit Beifahrer Dr. Michael Leyhe.

Jens Kästner aus Schalksmühle hatte schließlich einen kleinen, aber liebevoll restaurierten Oldtimer zur Rallye mitgebracht. An seinem knallroten Opel Kadett C City von 1979 erneuerte er selbst den Antriebsstrang und verpasste ihm eine schmucke Innenausstattung. Unter der Haube sorgt ein 200-PS-Motor für einen kernigen Sound.

Darüber hinaus nahmen noch weitere interessante Fahrzeuge und Paarungen an der Rallye teil: Unter anderem Nina Trimpop, die Tochter von Autohaus-Inhaber Walter Trimpop, mit ihrem Nissan 280 ZX, Baujahr 1982, sowie Martin Kornau in seinem Opel Diplomat E von 1977, der als Beifahrer den ehemaligen Lüdenscheider Bürgermeister Friedrich Karl Schmidt mitnahm.

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