Schalksmühler Senioren nutzen das Internet kaum

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Für viele Menschen ist das Internet zu einem unverzichtbaren Medium im Alltag geworden. Viele Senioren hingegen nutzen das Netz gar nicht oder nur ganz selten.

Schalksmühle - Eine 2017 veröffentlichte Studie von Telefonica Deutschland und der Stiftung Digitale Chancen will Gründe dafür aufzeigen, warum gerade ältere Menschen das Internet oftmals nicht nutzen. Wie sieht es mit der Netzaffinität der älteren Schalksmühler aus?

Unsere Redfaktion hat in den beiden Senioreneinrichtungen in Reeswinkel und Muhle nachgefragt. Zentrale Befunde der Erhebung sind, dass einige Senioren das Internet zwar als Gewinn für Mobilität und Kontaktpflege erleben. Auch das spielen von Online-Spielen ist beliebt – es hält geistig fit. Jeder Zweite nutze Apps zum Training und Zeitvertreib, heißt es. Allerdings, so sagt es die Studie, brauchen ältere Menschen spezifische Begleitung, um von den Vorteilen des Netzes zu profitieren. 

Die Menschen im Seniorenhaus Muhle nutzen das Internet vergleichsweise wenig, sagt Hendrik Gräff, der Einrichtungsleiter. So komme der digitale Assistent von Amazon Echo „Alexa“ gut an, etwa bei Therapiestunden. Aber sonst gäbe es derzeit keine Bewohner, die mobiles oder stationäres Internet nutzen würden. Zwar wäre der Zugang im Haus über Wlan möglich, aber in Muhle sei ohnehin keine gute Internetverbindung zu bekommen, so Gräff. Das sei dort eher „Zukunftsmusik“. 

Fahrpläne und Navigation hoch im Kurs

Digitale Fahrpläne und Navigationshilfen rangieren gleich hinter E-Mail in der Hitliste bei Senioren ganz weit oben, sagt die Studie. Rund ein Viertel der Befragten nutze den Tablet-PC nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs, so die Studie. Soziale Medien, wie Facebook, ständen hingegen nicht so hoch im Kurs. Allerdings scheine, wer Kinder und Enkel hat, eher motiviert zu sein, Social Media zu nutzen. Ein weiterer Anlass, um Facebook oder Whats App zu nutzen, sei die Mitarbeit in einem Verein. 

In Schalksmühle ist das scheinbar anders. „Zur Zeit haben wir nur einen Bewohner, der ein Tablet intensiver nutzt“, sagt Steffen Mischnick, Leiter des Seniorenparks Reeswinkel. Handys seien zwar weit verbreitet, Smartphones zur Zeit aber auch eher weniger. Wenn, dann werden sie meist nur zum Telefonieren genutzt. 

Etwa 65 Prozent der Senioren haben Bedenken wegen Datensicherheit und Internetkriminalität, so die Erhebung. Aufklärung in Sachen Phishing-Mails und Fake-Shops oder Informationen über Kundenrechte seien deshalb wichtige Themen. Dafür brauche es eine Form der Unterstützung, die leicht zugänglich ist und sich an den Bedürfnissen der Senioren orientiert. Ansonsten bleibe der Griff zum Smartphone oder Tablet-PC bei älteren Menschen auch weiterhin die Ausnahme. 

Befragung bei 300 ältere Menschen 

Die Erhebungen von Telefonica und der Stiftung beruhen auf den Angaben von insgesamt 300 älteren Menschen, die zwischen Mai 2016 und Mai 2017 in Senioreneinrichtungen in Berlin, Düsseldorf, Hamburg und München acht Wochen lang Tablet-PCs mit Internetzugang ausprobiert haben. Etwa die Hälfte der Studienteilnehmer war zwischen 70 und 79 Jahre alt, und der Großteil nutzte das Tablet täglich oder mehrmals pro Woche.

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