Mittelalterliche Geschichte mit barocken Klängen

Die Sopranistin Dorothee Lehna aus Dortmund ergänzte das „Ensemble für Alte Musik“ aus Lüdenscheid und wusste die Akustik der Heedfelder Kirche für sich zu nutzen.

SCHALKSMÜHLE – Wer am Sonntagnachmittag die Kirche in Heedfeld betrat, reiste mit einem Schritt einige Jahrhunderte zurück. Das „Ensemble für Alte Musik“ aus Lüdenscheid führte dort im Rahmen der Feierlichkeiten zum 700-jährigen Bestehen der Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld unter der Leitung von Véronique Kämper die Semi-Oper „King Arthur“ von Henry Purcell auf.

Den Altarbereich, der zur Bühne umfunktioniert war, zierten seitlich je eine Figur, die eine Ritterrüstung und ein gelb-goldenes Kleid eines Burgfräuleins trugen. Das Sprechpult, an dem der Erzähler Ulrich Hering mit ausdrucksstarker Mimik durch das Stück führte, war einem mit Metallbeschlägen verstärkten Schild nachempfunden.

Das Eröffnungslied ließ die rund 50 Besucher der Veranstaltung noch tiefer ins Mittelalter eintauchen. Instrumente wie Gamben, eine Laute und Alt- und Sopranblockflöten ließen romantische Stücke erklingen. Denn das ursprünglich 1684 von John Dryden geschriebene „King Arthur“ erfuhr durch den Komponisten Henry Purcell wenige Jahre später eine Umarbeitung und wurde zur Semi-Oper, bei der sich vom Erzähler gesprochene Passagen mit musikalischen Einlagen, die teils von einem Sopran ergänzt wurden, abwechseln. Die Dortmunderin Dorothee Lehna hatte diesen Part in Heedfeld übernommen und konnte die Akustik der kleinen Kirche voll für sich nutzen. So wurde der mittelalterliche Stoff mit barocker Musik und eindrucksvollem Gesang untermalt.

Wer aber eine Geschichte um den großen englischen König und seine zwölf Ritter an der Tafelrunde erwartet hatte, wurde enttäuscht. Zwar spielte das sagenumwobene Schwert Excalibur auch hier eine Rolle, hauptsächlich drehte sich die Handlung aber um die Rückgewinnung seiner Frau Geneva, die er mit dem Zauberer Merlin zu erreichen versuchte.

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