Missbrauch: Sieben Jahre für 64-Jährigen

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Die 1. große Strafkammer des Landgerichts Hagen verurteilte am Dienstag einen 64-jährigen Schalksmühler wegen schweren sexuellen Missbrauchs in 19 Fällen und „einfachen“ sexuellen Missbrauchs in acht Fällen zu sieben Jahren Haft.

Schalksmühle - Für sieben Jahre muss der 64-jährigeSchalksmühler ins Gefängnis. Die 1. große Strafkammer des Landgerichts Hagen verurteilte den Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs in 19 Fällen und „einfachen“ sexuellen Missbrauchs in acht Fällen.

Darüber hinaus wurde der Mann verurteilt, weil er Kindern mehrfach Pornofilme gezeigt hatte. Der Vorsitzende Richter Marcus Teich machte in seiner Urteilsbegründung deutlich, dass das Gericht die abgeurteilten Fälle als „Spitze eines Eisbergs“ ansah.

Täter stellte Kindern sexuell nach

Die Hauptgeschädigte hatte in ihrer Vernehmung noch weit höhere Schätzungen über die Anzahl der sexuellen Übergriffe abgegeben. Diese ließen sich aufgrund der seitdem verflossenen Zeit aber nicht hinreichend konkretisieren, um in das Urteil mit aufgenommen zu werden.

Der Angeklagte hatte derHauptgeschädigten zwischen August 2004 und Mai 2008 in seinem Gartenhäuschen und vereinzelt auch an anderen Tatorten sexuell nachgestellt und das Kind mit Drohungen davon abgehalten, sich seinen Eltern zu offenbaren. Zwischen sechs und neun Jahre alt war das Kind damals. „Es gab noch weitere Kinder, die von den Übergriffen des Angeklagten betroffen waren – wenn auch nicht in dieser Intensität“, stellte Richter Marcus Teich mit Blick auf deren Zeugenaussagen fest.

In die Höhe getrieben wurde das Strafmaß vor allem dadurch, dass das Alter der Opfer „weit unterhalb der Schutzaltersgrenze von 14 Jahren“ lag. Die Taten seien zudem „Teile einer langanhaltenden Serie“ gewesen. Zugunsten des Angeklagten sprach lediglich, dass er nicht vorbestraft war und mit seinen 64 Jahren als haftempfindlich gilt. Eine Krebserkrankung trachtet ihm über die gerichtlich verhängte Strafe hinaus nach dem Leben.

Ungewöhnlich tapfer stellte sich die Hauptgeschädigte dem Verfahren. Nachdem der Teenager unter Ausschluss der Öffentlichkeit seine Aussage gemacht hatte, blieb die junge Frau als Nebenklägerin im Gerichtssaal.

Richter Marcus Teich freute sich ausdrücklich über den „Eindruck, dass sie das Geschehen ganz gut verkraftet hat“. Die Kammer begrüßte dennoch die Absicht der Hauptbelastungszeugin, das Geschehen mithilfe professioneller psychologischer Hilfe Geschichte werden zu lassen. - thk

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