200 Besucher freuen sich über Urmels Rettung

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Das Urmel (Lucius Bödingmeier/links) erkor sich Wutz (Reni Retzlaff) als Mama aus.

Schalksmühle - Das „Urmel aus dem Eis“, das als einziges Tier in der Trophäensammlung des schießwütigen Königs Pumponell dem 55. fehlte, rettete das Mendener Amateur-Theater am Sonntag beim Kindertheater in der Festhalle der Grundschule Spormecke aus großer Bedrängnis.

Rund 200 kleine und große Besucher feierten eine ebenso lustige wie spannende Inszenierung, bei der es schließlich hieß: „Ende gut, alles gut“.

Das niedliche, kleine Urmel, ein Dinosaurierkind, war in Sicherheit – und der reumütige König gelobte Besserung. Schauplatz des märchenhaften Musicals von Frank Pinkus nach dem bekannten Kinderbuch von Max Kruse ist die exotische Insel Titiwu am Ende der Welt, wo der zerstreute Professor Habakuk Tibatong (Martin Grünewald) den Tieren das Sprechen beibringt.

Palmen, Blumen und üppige Vegetation verrieten ein tropisches Inselparadies. Just in diese abgeschiedene Welt verirrt sich der Eisblock mit dem Urmelei, das der Professor und seine Tiere gespannt „ausbrüteten“.

Kostüme ein echter Hingucker

Echte Hingucker waren die Kostüme, in denen das Urmel – vorwitzig und liebenswert von Lucius Bödingmeier dargestellt – und seine tierischen/menschlichen Inselmitbewohner ihre Abenteuer bestanden. Wutz (Reni Retzlaff), das putzwütige Hausschwein, führte im adretten rosa Outfit ein gestrenges Regiment. Schusch (Jonas Spiekermann), der Schuhschnabel, stolzierte im bunten Federkleid durch die Welt.

Waran Wawa, in der Festhalle Spormecke gespielt von Kerstin Buchbinder, „brütet“ in dieser Szene das Urmelei aus.

Der Professor und sein Pflegesohn Tim Tintenklecks (Lukas Kersting) trugen Hawaiihemden und der eingebildete König (Holger Schroer) stülpte sich sogar über seinen Großwildjäger-Hut eine Krone. Nicht zu vergessen Ping Pinguin (Karin Blunk), der Waran Wawa (Kerstin Buchbinder) und der allzeit traurige, herzzerreißend singende Seele-Fant (Norbert Voßkuhl), die mit ihren Kostümen ihrer Spezies alle Ehre machten.

Fantasie wird beflügelt

Mit eingängigen Liedern würzten die Mendener ihr erfrischendes, fesselndes Spiel. Geräuscheinspielungen – Hubschrauber oder Wasserplatschen beim Tauchgang der Tiere in eine eingestürzte Höhle – beflügelten die Fantasie. Eine kleine Meisterleistung gelang den tierischen Akteuren mit den lustigen Sprachfehlern, die nicht auszurotten waren. Mit „pf“ statt „sch“ (Ping), „tsch“ statt „z“ (Wawa) und „ä“ statt „i“ und „e“ (Schusch) sorgten die sprechenden Tiere für manchen Lacher. Auch die Bewegungen – ob witziges Herumwatscheln oder gestelztes Herumstolzieren – passten.

Dem Urmel, das alle ins Herz schlossen, standen Kindersprache und übermütiges Herumtollen gut zu Gesicht. Dumm, dass der Professor mit der Flaschenpost den Sensationsfund des kleinen Dinosauriers verriet und die heile Inselwelt ins Chaos stürzte. Es bedurfte schon eines Unglücks, um den eingeflogenen König von seinem Jagdfieber zu kurieren und ihn zur Besinnung zu bringen.

Tosender Applaus

Regie bei dem „tierischen“ Spaß führte Barbara Schmidt. Für das Bühnenbild waren Uli Müthing und Cornelia Böhr, für die Technik Mika Brenne sowie Leon Grünewald verantwortlich. Nach der letzten Szene gab es von den Zuschauern tosenden Beifall für ein rundum gelungenes, liebevoll inszeniertes und stark gespieltes Stück.

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