Melodien zum Innehalten in der Kreuzkirche

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Das Duo „2Flügel“ – bestehend aus Christina Brudereck und Benjamin Seipel – trat am Sonntag in der Kreuzkirche auf.

Schalksmühle - Mit Lieblingsgeschichten und Lieblingsmelodien, Texten zum Innehalten und Tönen zum Träumen ließ das Duo „2Flügel“ – bestehend aus Christina Brudereck und Benjamin Seipel – seine Zuhörer am Sonntag in der Kreuzkirche Am Mathagen durch Raum und Zeit reisen.

Von Monika Salzmann

Im Rahmen des traditionellen Mitarbeiterdanks hatte die Evangelische Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück die Wortakrobatin und den Flügelvirtuosen zum „Wort-Konzert“ eingeladen.

„Wo auch immer“ lautete der Titel des mit weihnachtlichen Impulsen versehenen Programms. Pfarrer Dirk Pollmann, der rund 110 Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Bereichen der ehrenamtlichen Arbeit in der Kreuzkirche willkommen hieß, versprach nicht zuviel, als er „ein Programm, das ein wenig Himmel auf die Erde bringt“, ankündigte.

Allen, die sich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Männern und Frauen sowie Senioren engagieren, galt sein Dank. „Danke, dass Sie diese Arbeit tragen.“

Mit Flügeln im doppelten Sinn traten die gebürtige Schalksmühlerin Christina Brudereck und ihr Ehemann Benjamin Seipel – Pianist und Dozent an der Hochschule für Musik Köln – ihre heiter-besinnliche Reise durch ferne Länder und Traummelodien im Wandel der Jahrhunderte an. „Für Reiselustige und Nestbauer, Einheimische und alle mit Fernweh“ war das bunte Kaleidoskop aus Erlebtem und Erzähltem, unglaublichen Begebenheiten, Beobachtungen und Momentaufnahmen gedacht. Nach Südafrika und Israel, zu außergewöhnlichen Menschen wie Nelson Mandela und Alice Herz-Sommer, die im Konzentrationslager Theresienstadt mehr als 100 Konzerte gab und den Holocaust überlebte, führte die fesselnde Reise. In einem jüdischen Café in Südafrika, in dem Chanukka-Geschichten, Apfelkuchen und Kakao die Sehnsucht nach den Düften der Weihnachtszeit stillten, machte das Ehepaar Halt. „Es war merkwürdig, an diesem Ort Deutschland zu vermissen“, räumte Christina Brudereck ein. Auch die denkwürdige Begebenheit an der Grenze von Bethlehem, wo ein Fotograf den Stern von Bethlehem suchte und das arabische Mädchen Tara und die israelische Soldatin Esther – beide Namen bedeuten Stern – fand, ließen aufmerken.

Mal heiter, bisweilen sogar witzig, wie bei der zungenbrecherischen Wortspielerei mit Sternschnuppen, mal nachdenklich erzählte die Theologin und Schriftstellerin Brudereck vom Unterwegssein, vom Essen, Heimat und undefinierbaren Speisen, Menschen mit unerschütterlichem Optimismus und vielem mehr. Fantasievoll waren Sprache und Musik miteinander verwoben.

Einen Flügelvirtuosen, der ebenso in der Klassik wie beim freien Improvisieren zu Hause war, erlebten die Ehrenamtlichen in Benjamin Seipel am Klavier. Von Sting („Englishman in New York“) bis Schubert (Klaviersonate in B-Dur), von Roger Cicero bis Chopin reichten seine bezaubernden musikalischen „Einwürfe“, die die Worte vertieften, umschmeichelten, weiterführten und intensivierten.

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