Platzmangel an Schulen

Mehrstündige Schulwege - Gemeinde will Gespräch mit Familie B. suchen

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Um pünktlich in den Unterricht zu kommen, nehmen die Kinder einer Schalksmühler Familie teilweise mehrstündige Schulwege auf sich. Die betroffenen Stellen haben sich gegenüber unserer Zeitung zu Wort gemeldet.

Schalksmühle - Die verzwickte Situation der Familie B. stößt bei den betroffenen Stellen auf offene Ohren. Auf Anfrage unserer Zeitung reagierten die Angesprochenen durchaus positiv. Eine Patentlösung, um die Spirale der Widerstände zu durchbrechen, haben sie aber auch nicht.

Das sehr frühe Aufstehen, damit alle Kinder pünktlich in der Schule beziehungsweise im Kindergarten sind, zerrt an den Nerven und an den Kräften aller Familienmitglieder (wir berichteten - hier geht's direkt zum Artikel). 

„Es ist natürlich verständlich, dass die ganze Situation für die Familie nicht sonderlich schön ist“, sagt Anja Wolf, Fachbereichsleiterin Bildung, Kultur und Sport. Die Absagen der Schulen seien für die Eltern natürlich ein Nackenschlag. Aber leider könne man in der Gemeinde nicht jeden Schulwunsch gewährleisten. 

„Wir sind schon von Anfang an mit der Familie im Gespräch. Die Schulen haben aber nun einmal Kapazitätsgrenzen. Wenn diese erreicht sind, dann wird nach bestimmten Kriterien über die Vergabe der Plätze entschieden. Für die Kinder war im laufenden Schuljahr nach ihrem Umzug kein Platz“, erklärt die Verantwortliche bei der Gemeindeverwaltung. 

Plätzemangel an Primusschule 

So sieht es derzeit an der Primusschule in Sachen Schulplätzen nicht gut aus. „Es ist knapp. Wir sind gedeckelt“, schildert Anja Krause, die stellvertretende Schulleiterin die Situation an ihrer Einrichtung. Die einzige Lösung, die man der Familie damals anbieten konnte, war, einem der jüngeren Kinder den Besuch der Grundschule Spormecke anzubieten. „Für das jüngste Kind ist im Sommer ein Platz an der Schule frei. Der Anmeldewunsch an der Primusschule wäre schwierig, da dort die Kapazitäten im Offenen Ganztag begrenzt sind.“ 

Insgesamt konnte die Gemeinde nicht viel ausrichten. Anja Wolf: „Die Familie hat alle Hebel in Bewegung gesetzt. Es gab keine Möglichkeiten mehr.“ Auch andere Familien hätten ähnliche Probleme. „Leider nehmen viele nicht alle Leistungen in Anspruch, die ihnen zustehen. Wir können bis zu einem gewissen Grad Hilfe leisten, aber dann sind uns auch die Hände gebunden. Das hat nichts mit nicht wollen, sondern mit nicht können zu tun“, sagt die Fachbereichsleiterin. 

Nichts Konkretes zu dem Fall des Stiefvaters

Man werde auf jeden Fall den Kontakt zu der Familie erneut suchen. Ohne einen Verzicht auf die Schweigepflicht der Bundesagentur für Arbeit in Iserlohn könne man nichts Konkretes zu dem Fall des Stiefvaters sagen, sagt die Pressesprecherin Lena Brühl. Jeder Einzelfall müsse geprüft werden. 

Generell habe jeder, der mehr als ein Jahr gearbeitet hat, Anrecht auf Unterstützung. „Wenn es nicht zu der Auszahlung von Arbeitslosengeld I kommt – aus welchen Gründen auch immer –, dann kann im Notfall das Jobcenter unter bestimmten Voraussetzungen Vorauszahlungen leisten“, erklärt die Sprecherin. 

Sie rät in solchen Fällen sich an das sogenannte Kunden-Reaktions-Management der Agentur für Arbeit zu wenden. Dort könne ein Fall detailliert vorgetragen und meist auch geklärt werden.

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